Meine erste Platte

Freddy Mercury und Herbert von Karajan hätte Sven Wolf gerne erlebt

Sven Wolf mit einigen Abba-Platten. Schon seine Eltern waren riesige Fans des schwedischen Pop-Quartetts. Foto: Doro Siewert
+
Sven Wolf mit einigen Abba-Platten. Schon seine Eltern waren riesige Fans des schwedischen Pop-Quartetts.

Die Musik von Abba hat den Musikgeschmack von Sven Wolf geprägt

Von Peter Klohs

Remscheid. Sven Wolf erinnert sich noch gut an die ersten Musikeindrücke seines Lebens. „Meine Eltern waren riesige Abba-Fans“, sagt er. „Und so wuchs ich natürlich mit dieser Musik auf.“ Der 1976 in Remscheid geborene und Zeit seines Lebens in Vieringhausen lebende Wolf hat das schwedische Quartett gegen Ende ihres musikalischen Schaffens (1982) lieben gelernt. Dancing Queen hört er heute noch gerne. „Abba war schon prägend für mich und meinen Musikgeschmack.“

Aber seine erste Platte war eine andere. „Looking for freedom“, gibt er zu. „Den Fall der Mauer 1989 habe ich bewusst erlebt, und sicher hat das dazu beigetragen, dass ich mir diese Single von David Hasselhoff gekauft habe. Der Mauerfall hat mich schon sehr bewegt.“ Allerdings weiß der studierte Jurist nicht mehr, wo er die Platte erstand.

Direkt danach entdeckte der SPD-Politiker die Musik von Michael Jackson. „Dangerous war meine erste MJ-Platte“, erinnert er sich. „Und die habe ich im Zack Zack bei Uwe Rapp gekauft. So nach und nach erstand ich alle Werke von Jackson. Ich war wirklich ein großer Fan.“ Noch heute begeistert erzählt Sven Wolf von den beiden Konzerten, die er von Jackson besuchte: Das erste in Köln, das zweite und spektakulärere vor 140 000 Menschen in Prag. „Und die Vorgruppe war DJ Bobo“, weiß Wolf. „Der hat wahrscheinlich nie mehr vor so vielen Menschen gespielt.“ Etwas zerknirscht gibt er zu, dass der Hörgenuss von Michael-Jackson-Stücken heute getrübt ist. „Der Mann war so gut“, sagt er, „ein Multi-Talent als Sänger, Komponist, Tänzer. Aber seine nie völlig geklärte Nähe zu Kindern hat bei mir immer ein flaues Gefühl hinterlassen.“

Der Musikgeschmack von Sven Wolf ist – wie er es selbst nennt – über die Jahre diffus geworden. „Ich kann abends mit Freunden in der Kneipe Schlager hören“, gesteht er, „und sie sogar mitsingen. Danach kann ich in ein Konzert gehen und mir Anton Bruckner anhören.“

Auch klassische Musik hört er gern und mit Genuss

Bruckner ist ein interessantes Stichwort, dieser österreichische Komponist mit der Wucht eines Richard Wagners und der Fragilität eines Max Richters, der seine Musik „zur Erhöhung Gottes“ schuf. Interessant deshalb, weil Sven Wolf ebenfalls ein gläubiger Christ und im Presbyterium der Luthergemeinde tätig ist.

Was war eher da, möchte ich wissen, seine Religiosität oder seine Hinwendung zu Bruckner? „Die Religion ist mir durch meine Eltern wichtig geworden“, berichtet Wolf. „Da kam der Bruckner erst später hinzu.“ Aber auch andere klassische Musik hört er gerne und mit Genuss. „Meinen Kollegen Sven Wiertz müssen Sie auch mal interviewen“, meint er. „Der ist ein sehr großer Händel-Kenner.“ Ist notiert.

Relativ tolerant ist Sven Wolf gegenüber anderer populärer Musik. „Harter Techno bereitet mir keine Probleme“, sagt er. „Bei extrem harten Rock gibt es gewiss eine Schmerzgrenze.“ Im Gespräch nennt Wolf noch INXS und Joy Division, deren Musik er mag. „Man hat heutzutage viel mehr Möglichkeiten und Chancen, seine Musik zu vermarkten“, hat Wolf erkannt. „Ich schätze Musiker, die authentisch sind und es bleiben, wenn sie ihre Lebenserfahrung durch ihre Musik mitteilen können. Das finde ich toll.“

Aber auch musikalische Träume hat er noch. „Queen habe ich nie live gesehen, was ich bereue. Das wäre schon was gewesen. Und vielleicht möchte ich die Aufführung einer Bruckner-Symphonie erleben. Und wenn, dann auch gerne in Österreich. Leider dirigiert Karajan nicht mehr.“ Da hat er recht. Karajan dirigiert jetzt irgendwo anders. Vielleicht begegnet er dort auch Freddy Mercury. Das wäre es doch.

Hintergrund

Sven Wolf, studierter Jurist, ist für die SPD im Landtag von NRW für Remscheid und Radevormwald tätig und seit 2010 MdL. Als Rechtsanwalt praktiziert er nicht mehr, war jedoch jahrelang rechtspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. Sein Abi machte der Politiker 1975 am EMA-Gymnasium. Der Mauerfall 1989 war Anlass des Kaufs seiner ersten Platte, die er nicht mehr besitzt.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Wenn „Querdenker“ den Betrieb stören
Wenn „Querdenker“ den Betrieb stören
Wenn „Querdenker“ den Betrieb stören
Tierheim in Remscheid ist ab sofort geschlossen
Tierheim in Remscheid ist ab sofort geschlossen
Tierheim in Remscheid ist ab sofort geschlossen
Corona: Impfstelle im Zentrum Süd eröffnet - Zwei weitere Todesfälle
Corona: Impfstelle im Zentrum Süd eröffnet - Zwei weitere Todesfälle
Corona: Impfstelle im Zentrum Süd eröffnet - Zwei weitere Todesfälle
Lärmbelästigung durch Poser: Beim Vorbild klappt es bisher ganz gut
Lärmbelästigung durch Poser: Beim Vorbild klappt es bisher ganz gut
Lärmbelästigung durch Poser: Beim Vorbild klappt es bisher ganz gut

Kommentare