Frauenchor Lyra findet neue Heimat

„O du stille Zeit“ erklingt in Kremenholl: Chorleiterin Martina Niemeyer reist für die Probe bei „Echt kremig“ aus Leverkusen an. Foto: Doro Siewert
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„O du stille Zeit“ erklingt in Kremenholl: Chorleiterin Martina Niemeyer reist für die Probe bei „Echt kremig“ aus Leverkusen an.

Nun in Kremenholl – Sängerinnen gesucht

Von Melissa Wienzek

ALT-REMSCHEID Wie eine kleine leuchtende Insel in der Dunkelheit erstrahlt der Treffpunkt von „Echt kremig“ an der Bernhardstraße. Und die kleine Insel klingt sogar: Ein „O du stille Zeit“ dringt nach draußen in die Nachbarschaft. Für diesen kleinen Gänsehautmoment an einem Dienstagabend sorgen die  Sängerinnen des Frauenchors Lyra 1918.

Hier, in Kremenholl, haben die 30 Frauen ihr neues Probendomizil gefunden. „Und das war gar nicht so einfach. Ich bin lange rumgefahren und habe viel telefoniert“, erzählt die Vorsitzende Karin Pottkämper. Früher probten die „Lyras“ in einem Raum unterhalb der Friedenskirche an der Schützenstraße. Als Corona kam, war Schluss. Einige Sängerinnen versammelten sich dann zur digitalen Chorprobe, Karin Pottkämper versuchte, Kontakt zu halten. „Ich bin sehr froh, dass niemand ausgetreten ist. Der Zusammenhalt ist groß.“

Als das gemeinsame Singen wieder erlaubt war, wollten die Frauen zurück in ihr angestammtes Probenlokal – doch daraus wurde nichts. „Kirchen haben erst später ihre Säle freigegeben. Es zog sich in die Länge. Wir wollten wieder proben.“ Das Schützenhaus gewährte dem Frauchenchor Unterschlupf, mal habe man draußen unter freiem Himmel geprobt. „Plötzlich kam ein Regenguss und wir waren alle nass bis auf die Unterhose“, erzählt Karin Pottkämper, die einst über einen Aufruf im RGA zum Frauenchor stieß. Seit 2018 ist sie dessen Vorsitzende. Über Kontakte von einer der Sängerinnen geriet man schließlich an Rita Haindl und „Echt kremig“. Fortan ist der Kremenholl die neue Heimat der „Lyras“.

Im Herbst 2022 soll es wieder ein großes Konzert geben

Hier können die Frauen gut Abstand halten – im Übrigen seien alle geimpft, sagt die Vorsitzende. „Für viele unserer älteren Sängerinnen ist die Chorprobe sehr wichtig. Sie ist das Highlight der Woche. Es macht einfach Spaß.“ Der Altersdurchschnitt liege derzeit bei 75 – die jüngste Sängerin ist über 30, die älteste über 80. Daher sucht der Chor nach Verstärkung. „,Ich kann nicht singen‘ ist dabei keine Ausrede“, sagt Karin Pottkämper. „Unsere Chorleiterin Martina Niemeyer macht aus jeder Stimme etwas.“ Auch das Alter sei egal. Das Repertoire umfasst Volkslieder, Weihnachtslieder, englische und schwedische Songs.

Aktuell proben die Frauen für Auftritte im Advent in Seniorenzentren. Im Herbst 2022 soll es dann wieder ein großes Konzert geben, am liebsten in der Sophie-Scholl-Schule.

Mitmachen: Geprobt wird dienstags von 18.30 bis 20 Uhr bei „Echt kremig“, Bernhardstraße 1. Interessierte können einfach vorbeikommen.

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