Gleichstellungsausschuss

Frauen werden noch in vielen Bereichen vernachlässigt

Arbeitsmarktpolitik, Statistiken und Kommunikation: Mit diesen Themen beschäftigt sich der Gleichstellungsausschuss.

Von Melissa Wienzek

Sie verdienen nicht nur weniger als ihre männlichen Kollegen, sie gelangen auch seltener in Arbeitsmaßnahmen und werden sogar bei statistischen Erhebungen eklatant vernachlässigt: Frauen. Damit sich das ändert, will der noch recht junge Ausschuss für Gleichstellung, Vielfalt und Antidiskriminierung genau hinsehen – und sich in die politische Diskussion der Stadt einmischen. Mit diesen Themen beschäftigten sich die Mitglieder bei ihrer Sitzung am Mittwoch:

Arbeitslosen- und Aktivierungsquote: Auf Nachfrage der Linken ermittelten Jobcenter und Verwaltung Vergleichszahlen. Demnach liegt die Arbeitslosenquote Remscheider Frauen im Jahr 2021 bei 5,0 und damit leicht über dem NRW-Wert (4,9). Im Städtedreieck-Vergleich rangiert Remscheid im Mittelfeld: In Solingen liegt die Quote bei 4,7, in Wuppertal bei 6,5. Der Frauenanteil der abschlussorientierten Maßnahmen lag 2020 bei 31,1 Prozent in Remscheid (NRW: 28,7 Prozent). Übrigens: Der Bestand alleinerziehender Frauen und Männer hat in den vergangenen drei Jahren in Remscheid stetig abgenommen. Im Dezember 2020 lag der Jahresdurchschnittswert Alleinerziehender – es handelt sich überwiegend um Frauen – bei 946. Die CDU-Fraktion möchte unter anderem in diesem Bereich die Belange von Mädchen und Frauen mit Migrationsbiografie stärker berücksichtigen und stellte einen entsprechenden Antrag – den Dr. Gerhilt Dietrich (SPD) und Beatrice Schlieper (Grüne) aber nicht verstanden. „Wir sehen hier viele notwendige Handlungsfelder: Arbeitsmarktpolitik, kultursensible Pflege oder Sprachförderung im Kindergarten. Wir sehen bei dieser Personengruppe noch viel Bedarf“, erklärte Tanja Kreimendahl (CDU).

Gleichstellungsmonitoring: Die CDU-Fraktion wünscht sich, Statistiken in Bezug auf Frauen genauer zu beobachten, um Entwicklungen nachvollziehen zu können. Dazu bedarf es Zahlenwerke wie der Kriminalitätsstatistik, die aber zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Jahr veröffentlicht werden, erklärte Stadtdirektor Sven Wiertz (SPD). „Mir ist wichtig, dass Themen aktuell sind“, sagte Sabine Krause-Janotta (SPD). Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Christel Steylaers, erklärte: „Es ist eklatant, wie sehr Frauen im Datenbereich vernachlässigt werden.“ Die Verwaltung will in der nächsten Sitzung die relevanten Statistiken auflisten.

Städtepartnerschaften: Mit dem Antrag „Städtepartnerschaften verstärkt mit Aspekten der Frauen-, Diversitäts- und Gleichstellungspolitik in Einklang bringen“ löste die CDU-Fraktion eine Diskussion aus. Dr. Gerhilt Dietrich warf in den Raum, dass die Union damit bewusst auf die Türkei hinweise – was Tanja Kreimendahl als Beleidigung empfand. „Die Türkei ist nicht explizit benannt worden, und wir wollen auch keine Städtepartnerschaft auflösen. Bei den Partnerschaften geht es um Kommunikation. Und ich finde es schlimm, gewisse Themen dabei auszusparen.“ Beatrice Schlieper findet nicht, dass bestimmte politische Themen bei einem Treffen mit den internationalen Freunden angesprochen werden müssen. „Nur, wenn es sich ergibt, sonst wären die Städtepartnerschaften nicht so lebendig. Wir müssen nicht mit dem erhobenen Zeigefinger irgendwo hingehen.“ Der Antrag erhielt schließlich zehn Gegenstimmen bei fünf Pro-Stimmen und einer Enthaltung.

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