Französisches Quartett begeistert auch auf Abstand

Das französische Quartett Haratago spielte vor 50 Zuschauern im Teo Otto Theater baskische Melodien. Foto: Roland Keusch
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Das französische Quartett Haratago spielte vor 50 Zuschauern im Teo Otto Theater baskische Melodien. Foto: Roland Keusch

Haratago gab mit baskischen Melodien den Auftakt für die Klangkosmos-Konzerte im Teo Otto Theater

Von Daniel Diekhans

Alt-Remscheid Die Durststrecke ist vorbei: Nach einem halben Jahr gibt es endlich auch wieder Klangkosmos-Konzerte im Teo Otto Theater. Doch für die Besucher wird es das gewohnt gemütliche Beisammensitzen auf lange Zeit nicht geben. Wie gut, dass das französische Quartett Haratago seine 50 Gäste auch auf Abstand begeistern konnte.

Julen Achiary, Kopf der Gruppe, singt in seiner Muttersprache Baskisch – dem alten Idiom, das in Europa einzigartig ist und diesseits wie jenseits der französisch-spanischen Nordgrenze gesprochen wird.

Haratago haben sich den „Basa Ahaide“ verschrieben. Das sind die langen Lieder, die früher von den Schäfern im Arbailles-Gebirge und in den Bergen von Soule – der kleinsten der sieben historischen Provinzen – gesungen wurden.

Mit seiner hohen, durchdringenden Stimme versetzte Achiary den Hörer mitten hinein in die wilde Bergwelt, zeichnete in Wort und Musik den majestätischen Flug des Adlers nach. Die „Basa Ahaide“, sagte der Sänger, kamen ursprünglich ohne Instrumente aus. Haratago haben den A-Cappella-Melodien eine neue Form gegeben. Beim Konzert interpretierten die Musiker sie mit Instrumenten, die viel über ihre Wurzeln – Alte Musik, Jazz und Weltmusik – verrieten.

Auf Deutsch stellte Nicolas Nageotte das Instrumentarium vor. Da war die Hirtenschalmei aus den Pyrenäen. Ähnlich näselnde Klänge erzeugte Spieler Bastien Fontanille auf der Drehleier. Ungewöhnlicher noch war die Saitentrommel, die Sänger Achiary anschlug. Jordi Cassagne strich und zupfte die Bass-Gambe, während Kollege Nageotte in eine extra lange Klarinette blies.

Die bunte Truppe brachte neben den überlieferten auch eigene Stücke. Dazu gehörte eins, das eine Brücke vom Baskenland bis zum Kaukasus schlug. Das Crossover überzeugte, denn auch im orientalischen Milieu fühlte sich Achiary hörbar wohl. Seine Stimmimprovisationen passten zur rhapsodischen Begleitung, die Nageotte auf der armenischen Duduk-Oboe beisteuerte. Bei diesem Stück, erklärte Achiary, habe ihn die Musik der Sufis, der islamischen Mystiker, beeinflusst. Obwohl sein Text kein religiöser war, entwickelte die Melodie einen Sog, dem man sich kaum entziehen konnte. Das selige Lächeln, das sich bei den Musikern einstellte, fand sich am Ende auf den Gesichtern der Zuhörer wieder – und der Applaus fiel stürmisch aus.

Die Musiker machten selbst aus dem schlichtesten Lied ein Ereignis

Vollblutmusiker, wie sie nun mal sind, machten Haratago sogar aus einem schlichten Liebeslied ein Ereignis. Improvisierend gaben sie der Melodie freien Lauf. Für alle Bühnenkünstler sei es eine schwierige Zeit, meinte Achiary zum Abschied. Aber der Abend habe ihm und seinen Kollegen viel Freude gemacht. Das Publikum stimmte ihm lautstark zu.

Das nächste Klangkosmos-Konzert ist für den 19. November geplant. Das Duo Assurd wird dann Lieder aus Süditalien spielen.

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