Verteilaktion

Foodsharing: Weihnachten geht niemand leer aus

Die Foodretterinnen Liz Erbe (links) und Mirjam Starke haben gemeinsam mit Mitstreitern für die Weihnachtstage eine Lebensmittel-Verteilaktion auf den Weg gebracht. In ganz Remscheid werden die geretteten Produkte an bedürftige Menschen verteilt. Foto: Roland Keusch
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Die Foodretterinnen Liz Erbe (links) und Mirjam Starke haben gemeinsam mit Mitstreitern für die Weihnachtstage eine Lebensmittel-Verteilaktion auf den Weg gebracht. In ganz Remscheid werden die geretteten Produkte an bedürftige Menschen verteilt.

Foodsharing-Botschafterinnen organisieren zu Weihnachten eine große Lebensmittel-Verteilaktion.

Von Sabine Naber

Remscheid. Eine große Verteilaktion planen die Lebensmittelretter an den Weihnachtstagen. Die Foodsharing-Botschafterinnen Elisabeth „Liz“ Erbe und Mirjam Starke und ihre Mitstreiter sammeln Lebensmittel, Süßigkeiten, Decken, Schlafsäcke oder auch kleine Geschenke wie Kosmetikartikel und bringen sie am Heiligen Abend zum Obdachlosen-Café, einem Kinderwohnheim, zum Tierheim und zu einzelnen Bedürftigen.

Das Jugendcafé „Five-Seven“ an der Nordstraße bekommt Lebensmittel gebracht, aus denen der Koch etwas Leckeres zubereitet. „Das macht er dann über Facebook publik, und die Jugendlichen können sich das fertige Gericht abholen“, weiß Mirjam Stracke. Auch Besonderes, wie die 100 Tüten mit Flips, hat sie schon für die Weihnachtsbescherung der Jugendlichen beiseitegelegt. In der Mädchengruppe am Steinberg wird aus den eingesammelten Sachen ein Weihnachtsmenü gekocht, und die Bewohner des Männerwohnheims an der Neuenkamper Straße können sich aus den Kisten, die vor dem Eingang platziert werden, etwas aussuchen.

Lebensmittel vor der Mülltonne retten

In Lennep geht die öffentliche Verteilung los. „Alles wird weihnachtlich verpackt und hier am Hasenberg bei mir zu Hause verteilt“, sagt Elisabeth Erbe gewinnt den Bürgerpreis ausgezeichnet wurde. Inzwischen ist sie auch Foodsharing-Botschafterin für ganz Nordrhein-Westfalen. Sie scheut sich auch durchaus nicht, beim Abholen der Lebensmittel hin und wieder nachzugucken, ob nicht noch Brauchbares in der Tonne gelandet ist. „Gerade heute habe ich da Paprika und Möhren gefunden, an denen absolut nichts dran war“, erzählt sie.

Ihr ist es wichtig zu betonen, dass die Lebensmittel durchaus nicht nur für Bedürftige gedacht sind. „Jeder, der nicht möchte, dass noch brauchbare Lebensmittel in der Mülltonne landen, darf und soll sich eindecken. Würden wir nur an Bedürftige verteilen, bliebe zu viel übrig.“ Inzwischen gebe es in Remscheid ein großes Netzwerk von Menschen, die Lebensmittel aus Überzeugung abholten und weiterverarbeiteten. Früchte werden zu Marmelade, aus trockenem Brot wird Paniermehl und aus Äpfeln Kompott. „Damit bestücken wir dann auch unsere Weihnachtstüten“, verraten die beiden Lebensmittelretterinnen.

Am ersten Weihnachtstag startet eine Verteilaktion auf dem Schützenplatz. Die Remscheider Feuerwehr hat die Foodsharer mit Masken, Desinfektionsmittel und Gesichtsschutz ausgestattet, so dass alles Corona konform ablaufen kann. „Ich habe beim Remscheider Krisenmanagement nachgefragt, wie eine solche Aktion in Corona-Zeiten aussehen soll. Sozialdezernent Thomas Neuhaus hat sofort reagiert und wir haben unsere Pläne dann auch mit der Tafel abgesprochen, die ab dem 19. Dezember bis zum 3. Januar pausiert“, schildert Mirjam Stracke die Vorbereitungen.

Mit der Tafel besteht längst eine Kooperation mit den Lebensmittelrettern. „Wenn die Tafel zu wenig Lebensmittel hat, dann bringen wir auch dort etwas hin. Das klappt sehr gut.“ Was eingesammelt, abgeholt wurde, das wird im eigenen Zuhause verschenkt oder gemeinnützigen Institutionen gebracht. Liz Erbe hat beispielsweise eine 95-jährige Dame. „Sie darf sich als Erste aussuchen, was sie möchte. Dann informiere ich via Whatsapp oder Facebook darüber, was bei mir und an den Sammelpunkten der Mitstreiter gerade mal wieder abzuholen ist“, erzählt Liz Erbe.

Foodsharing

Foodsharing ist seit Oktober 2016 in Remscheid aktiv. Liz Erbe rief den Verein ins Leben. Seitdem haben die 125 aktiven Ehrenamtler um Liz Erbe und Mirjam Stracke bereits rund 519000 Kilo Lebensmittel gerettet und Remscheid ist zur Foodsharing-Stadt geworden. Inhaber geführte Geschäfte, aber auch Discounter wie Kaufland werden angefahren. Bei jeder Abholung werden 20 bis 50 Kilo Lebensmittel vor dem Müll gerettet.

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