Forstarbeiten

Baumfällaktion: Förster betreiben im Westhauser Wald „Schadensmanagement“

Kranke Fichten wurden in Westhausen beseitigt, heißt es vom Regionalforstamt. Foto: Roland Keusch
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Kranke Fichten wurden in Westhausen beseitigt, heißt es vom Regionalforstamt.

Tote Fichten wurden entfernt. Die Arbeiten sind vorerst beendet.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Das Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft hat seine Rodungsarbeiten im Westhauser Wald beendet, die in der vergangenen Woche für Aufsehen sorgten. „Wir waren nicht zum ersten Mal hier – und vermutlich müssen wir zurückkehren, um weitere Fichten zu entfernen“, erklärt die zuständige Revierförsterin Leonore Gärtner mit Blick auf Bäume, die durch die Trockenheit in den vergangenen Sommerperioden keine Widerstandskraft gegen den Borkenkäfer entwickeln konnten – schwer erkrankten oder starben.

Die Dürre der Jahre 2018 bis 2020 habe deutliche Spuren im Wald hinterlassen. Vielerorts seien ganze Waldbestände abgestorben. Dies gelte auch für den 25 Hektar großen Staatswald im Gebiet Küppelstein/Westhausen. „In einem nächsten Schritt wird nun das Holz abtransportiert und verwertet“, kündigt Leonore Gärtner an. Es werde unter anderem im Baugewerbe, in der Produktion von Möbeln oder von Verpackungsmaterial genutzt und ersetze gleichzeitig energieintensive Stoffe wie Beton, Stahl oder Kunststoffe. Verantwortungsvolle Holznutzung sei somit aktiver Klimaschutz.

Dass die durch die Arbeiten in Mitleidenschaft gezogenen Waldwege wieder hergerichtet sind, bestätigt Markus Wolff, Geschäftsbereichsleiter bei den Technischen Betrieben Remscheid (TBR). Sie seien mit schwerem Gerät „abgeschoben“ worden. Naturgemäß habe sich die Landschaft durch die Baumfällaktion in dem betroffenen Gebiet verändert. „Ich habe vor Ort Wanderer getroffen, die sich sogar darüber erfreut zeigten, dass sie nun den freien Blick in die Landschaft genießen können. Das hat mich schon etwas überrascht“, erklärt Wolff, der sich in der vergangenen Woche darüber wunderte, dass die Arbeiten mit den Technischen Betrieben nicht abgestimmt gewesen seien.

Remscheid: Wiederaufforstung erfolgt im Frühjahr

Die entstandenen Kahlflächen würden in diesem Frühjahr wieder aufgeforstet, heißt es vom Regionalforstamt. Dies erfolge in einer Kombination aus aktiven Pflanzmaßnahmen und natürlicher Wiederbewaldung. Ziel sei es, artenreiche und klimastabile Mischwälder zu schaffen. Neben Pflanzungen von Traubeneichen, Vogelkirschen, Esskastanien und diversen Sträuchern soll die Natur aus eigener Kraft die Flächen mit Birken, Ebereschen und Lärchen anreichern. So entstehe eine breite Baumartenvielfalt, „um so bestmöglich dem Klimawandel und seinen Unwägbarkeiten zu begegnen“.

Dabei werden aber nur jene Fichten beseitigt, die keine Chance haben zu überleben – oder mit ihrem Borkenkäfer-Befall Bäume in der Nachbarschaft gefährden, betont Leonore Gärtner. „Wir betreiben seit einigen Jahren ausschließlich Schadensmanagement“, beschreibt sie die aktuellen Herausforderungen in der Forstwirtschaft.

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