Hochwasser 2021

Flut löste neues Konzept zum Hochwasserschutz aus

Er wirkt wie auf einer Insel: Schwimmmeister Dennis Halbach dokumentiert die Flut am 14. Juli 2021.
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Er wirkt wie auf einer Insel: Schwimmmeister Dennis Halbach dokumentiert die Flut am 14. Juli 2021.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
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Ältestes Binnenfreibad Deutschlands traf es hart – Eschbach soll künftig wieder offen durchs Bad fließen.

Remscheid. Am 14. Juli 2021 soff auch das älteste Binnenfreibad Deutschlands ab. Der Eschbach, der unter dem Freibad verrohrt herführt, wurde zum reißenden Fluss, zudem bahnten sich die Wassermassen ihren Weg vom Falkenberg runter und drückten den Kanal in Bereich des Spielplatzes und der Liegewiese hoch. Das Wasser spülte so manches Treibgut an – so auch Fäkalien. „Das Wasser in den Becken ist hinüber“, sagte Schwimmmeister Dennis Halbach am Tag danach. Für ihn war es das dritte, aber bislang heftigste Hochwasser im Freibad. Die Badesaison war abrupt beendet. Immerhin das 3. Eschtival konnte noch im September stattfinden.

Die Flutkatastrophe hat für ein Umdenken im Freibad Eschbachtal gesorgt: Nun fließt in die Neukonzeption des Bades auch der Hochwasserschutz mit ein. Was bedeutet das genau?

Eigentlich gab es diese Überlegungen schon viel länger, sie schafften es aber nie in ein Konzept. Seit dem 14. Juli 2021 ist das anders: Aufgrund der Hochwasserkatastrophe planten die Stadt und die Architekten, die gerade in die Umbaupläne des Freibads eingestiegen waren, noch mal um. Der Eschbach soll demnach wieder offen durch das Gelände laufen. Denn das scheint nötig: Schon drei Mal ist das Freibad überflutet worden: 2007, 2013, 2021. Der Stau im Kanal ist das Problem.

Der Eschbach wird also wieder freigelegt, damit er nicht mehr über die Ufer treten kann. „Der Wupperverband sagt, dies ist eine historische Chance für uns“, sagt Sportamtsleiter Martin Sternkopf. Der Plan ist, dass der Eschbach künftig einmal quer durchs Bad fließt: vorn unter dem neuen Hauptgebäude, das auf Stelzen errichtet wird, hindurch, und hinten wieder raus. „Dafür wird man tief und breit graben müssen.“ Dafür müssen nun Umweltverträglichkeitsgutachten eingeholt werden. Der Rat hatte dazu gerade grünes Licht gegeben.

Und wann startet dann der Umbau? „Ich bin optimistisch, dass wir 2023 beginnen können“, sagt Sternkopf. Die reine Bauzeit würde laut den Architekten 18 Monate betragen – straff durchgezogen, ohne Unterbrechung. Bestandteil ist auch ein Bacherlebnisraum für Kinder im heutigen Spielplatzbereich und ein Boulderfelsen. Denn die Idee ist, das Bad künftig über die Saison hinaus als Freizeitort zugänglich zu machen.

Rückblick: Auf die Flut folgte der Beistand

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