„Kall nit – Help“

Initiative will Flüchtlinge nicht im Regen stehen lassen

Am Freitag stellten (v.l.) Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, Horst Kläuser, Daniela Krein, Geschäftsführerin der Remscheider Flüchtlingshilfe (BAF) und Günter Schmidt, Prokurist im „Fare“-Schirmwerk, die Hilfsaktion für Flüchtlinge vor. Foto: Roland Keusch
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Am Freitag stellten (v.l.) Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, Horst Kläuser, Daniela Krein, Geschäftsführerin der Remscheider Flüchtlingshilfe (BAF) und Günter Schmidt, Prokurist im „Fare“-Schirmwerk, die Hilfsaktion für Flüchtlinge vor.

Die Einnahmen der verkauften Schirme von „Kall nit – Help“ sollen in die Integration fließen.

Von Sabine Naber

Wenn der Remscheider Radiojournalist Horst Kläuser zu seiner Talkshow im Teo Otto Theater einlädt, dann wird in der Sprechblase hinter dem grünen Sofa gefordert: „Kall nit – Talk!“ Ein Slogan, den Kläuser jetzt kurzerhand in „Kall nit – Help“ umgewandelt hat, denn Kläuser stellte am Freitagmittag die Hilfsaktion „Ein Schirm für Flüchtlinge“ vor, die er gemeinsam mit dem Lüttringhauser Schirmwerk „Fare“ ins Leben gerufen hat.

„Die Flüchtlinge werden unsere neuen Nachbarn. Sie werden, Freundschaften schließen, hier arbeiten. Aber das Wichtigste, um bei uns anzukommen und integriert werden zu können, ist die deutsche Sprache“, ist Kläuser überzeugt. Wer Deutsch kann, habe Chancen, könne sich zurechtfinden, Arbeit suchen, eine Ausbildung beginnen, mit uns leben.

Deshalb geht der Erlös der Schirme sofort in die Flüchtlingsarbeit. Dabei soll vor allem der Sprachunterricht gefördert werden. Dazu gehören auch Dolmetscherdienste, Ausbildung und Honorierung von Sprachlehrern, Lehrmaterial und die Schulung von ehrenamtlich arbeitenden Dozenten.

Die Remscheider Flüchtlingshilfe BAF (Begegnen, Annehmen, Fördern) wird die eingenommenen Spenden verwalten. Kläuser zeigte sich überzeugt, dass das Spendenaufkommen im fünfstelligen Bereich liegen wird. Der Clou, auf den die Initiatoren besonders stolz sind: Dank der 30 Sponsoren – unter ihnen alle Remscheider Handwerker-Innungen sowie namhafte Unternehmen der Stadt – sind die Produktionskosten voll gedeckt. Der Verkaufspreis kommt zu 100 Prozent der Aktion für die Flüchtlinge zu Gute.

Die Ehrenamtler müssen geschult werden

„Wir werden das Geld für die Bildung einsetzen, für Sprachkurse, wollen aber auch bei den Kleinsten anfangen“, erklärt Daniela Krein, Geschäftsführerin der BAF. Spielgruppen sollen eingerichtet, Honorarkräfte eingestellt und pädagogisches Spielzeug angeschafft werden. Sie betonte, dass gerade die Ehrenamtler in der Flüchtlingsarbeit geschult werden müssten. Auch müsse Unterrichtsmaterial angeschafft werden. Es gebe zunächst niederschwellige Angebote, um die Grundbegriffe wie beispielsweise „Guten Tag“ zu lernen. Später käme dann auch die Grammatik dazu.

„Ich bin nahezu sprachlos vor Glück. Eine Unterstützung, wie wir sie in den vergangenen Monaten erlebt haben, ist einfach großartig“, sagte Daniela Krein und fügte mit Blick auf die Initiatoren der Schirmaktion hinzu: „Und dass Sie uns im wahrsten Sinne des Wortes auch jetzt nicht im Regen stehen lassen, dafür sind wir sehr dankbar.“

SCHIRME

START Den Startschuss zur Schirmaktion „Kall nit – Help“ geben Horst Kläuser und Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz am Samstag ab 11.30 Uhr auf der Bühne im Alleecenter. Bisher wurden 800 hochwertige Regenschirme hergestellt und mit der Sprechblase bedruckt. 

KOSTEN Ein Schirm kostet 18 Euro. Verkauft werden sie am Samstag im Allee-Center, an der Theaterkasse im Teo Otto Theater, bei Optik Berghoff und bei Hüte von Hand an der Hindenburgstraße. Weitere Verkaufsstellen in der Stadt sollen hinzukommen.

Günter Schmidt, Prokurist im „Fare“-Schirmwerk, war schnell für die Hilfsaktion zu begeistern: „Ich finde die Idee honorig. Und weil wir in diesem Jahr unseren 60. Firmengeburtstag hatten, passte das auch für uns. Die Herstellung hochwertiger Schirme ist ja nun mal unser Metier.“ Auch Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz war gleich dabei, als Kläuser ihn bat, die Schirmherrschaft zu übernehmen. „Es ist so schön zu sehen, dass in Remscheid so viele Menschen sagen: ,Wir packen mit an.‘ Die Flüchtlinge wollen hier ankommen, arbeiten, ihre Kinder zur Schule schicken. Deshalb ist diese Aktion genau das, was wir brauchen.“

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