Viertes Flüchtlingsheim in Lennep

Flüchtlinge: Lenneper zeigen sich solidarisch

Wird zur Flüchtlingsunterkunft:die ehemalige Grundschule Am Stadion in Lennep.
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Wird zur Flüchtlingsunterkunft:die ehemalige Grundschule Am Stadion in Lennep.
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Reaktionen auf die geplante Erstunterkunft in ehemaliger Grundschule.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Solidarität mit Menschen, die vor dem Krieg geflohen sind, prägt die Reaktionen in Lennep auf die Nachricht, dass der Ort ein viertes Flüchtlingsheim erhalten soll. Die Erstunterkunft entsteht in der leerstehenden Grundschule Am Stadion, wie zuletzt Rechtsdezernentin Barbara Reul-Nocke im Stadtrat angekündigt hat. Weitere Einrichtungen befinden sich bereits an der Wülfing- und Schwelmerstraße sowie nach einer jahrelangen Pause am Talsperrenweg.

„Der Mensch muss im Vordergrund stehen. Das gilt insbesondere für die Schwertraumatisierten aus Kriegsgebieten“, hebt Bezirksbürgermeister Markus Kötter (CDU) hervor, der allerdings auch Probleme auf Lennep zukommen sieht. „Vor allem bei der Betreuung der Kinder, die mit ihren Eltern geflohen sind. Schulklassen werden größer, weitere Kita-Plätze müssen her.“ Der Bildungssektor stehe auch wegen der Sprachbarriere vor einer großen Herausforderung.

Im Erdgeschoss der Schule sollen bis zu 100 Geflüchtete ein Dach über den Kopf finden. Die benachbarte Turnhalle wird zum Gemeinschaftsraum – etwa für die Mahlzeiten, die ein Caterer anliefern wird. Dies sei bereits ebenso geklärt wie die Dienste eines Security-Unternehmens, berichtet Barbara Reul-Nocke im RGA-Gespräch – mit Blick darauf, dass Eile geboten ist: Remscheid erwartet für 2023 die Ankunft von mindestens 500 Geflüchteten, die untergebracht werden müssen.

Vereinswelt heißt neue Flüchtlingsunterkunft für gut

Dass dies nun in der verwaisten Schule geschieht, stößt auch bei Vertretern der Vereinswelt auf Verständnis. „Ich finde es generell gut, wenn leerstehende Gebäude für solche Zwecke genutzt werden“, erklärt Gunther Brockmann, Vorsitzender der Karnevalsgesellschaft. Für ihn ist damit aber auch verbunden, dass „der erste Dominostein“ bei den weiteren Planungen der Stadtverwaltung für das Gelände am Rande der Innenstadt gefallen ist. Denn: Die Schule zählt zu jenen Flächen, für die nach dem Aus des Designer-Outlet-Centers (DOC) neue Perspektiven gesucht werden. Den Grund und Boden will die Stadt vermarkten. Dabei steht für Brockmann aber fest, dass der benachbarte Jahnplatz als Parkraum erhalten bleiben müsse. Auch er war als DOC-Fläche geplant: „Wir wollen doch mehr Tagestouristen in die Altstadt locken. Die müssen aber ihre Fahrzeuge abstellen können.“

Klaus Kreutzer, Vorsitzender des Verkehrs- und Fördervereins, setzt ein allgemeines Fragezeichen hinter den Planungen der Stadt. Er verweist darauf, dass bei der dritten Lennep-Konferenz im März die Bürgerbeteiligung bei der Ideensuche für die DOC-Flächen abgeschlossen wird und es im Anschluss noch zu einem städtebaulichen Wettbewerb für Architekten kommen soll. Fraglich sei der Sinn dieser Reihenfolge. Was die zwischenzeitliche Nutzung der Schule Am Stadion angeht, wird er deutlich: „Mein Herz schlägt für die armen Menschen aus der Ukraine. Den Leuten muss geholfen werden.“

Zahlen

1543 Geflüchtete lebten Stand Dezember in Unterkünften der Stadt – darunter 473 in sechs Übergangsheimen und einer Wohnanlage, 944 in Wohnungen sowie 126 in der Erstunterkunft, die in der Schule Hölterfeld eingerichtet wurde. In der Lenneper Schule kommt eine zweite Erstunterkunft hinzu.

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