Hochwasserschutz

Eschbach: Fischtreppe nimmt langsam Gestalt an

Nina Mini leitet das Projekt Fischtreppe am Eschbach. Einige Stufen sind schon zu sehen. Foto: Christian Beier
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Nina Mini leitet das Projekt Fischtreppe am Eschbach. Einige Stufen sind schon zu sehen.

Ende Dezember soll das Großprojekt Hochwasserschutz am Eschbach beendet sein.

Von Katharina Birkenbeul

Solingen. Noch sind keine Fische zu sehen, die die neuen Stufen nutzen, um den Eschbach aufwärts zu schwimmen. Dennoch: Die Fischtreppe nimmt langsam Gestalt an. Insgesamt 70 Meter lang soll sie werden und 20 Stufen umfassen. Neun davon – und damit der erste Abschnitt – sind im Bachlauf schon zu erkennen.

Die Fischtreppe ist der letzte Schritt des Projektes Hochwasserschutz Eschbach in Unterburg. Beginnen wird sie an der jetzigen Behelfsbrücke Mühlendamm, die ab Mitte November entfernt und neu gebaut wird. Da solche Arbeiten ein Eingriff in die Natur darstellen, ist ein ökologischer Ausgleich notwendig.

„Wir sind sehr gut im Zeitplan. Ich bin überrascht, wie weit wir sind.“

Nina Mini, Bauleiterin Fischtreppe

„Die Tieferlegung des Baches ist als Hochwasserschutz zwar notwendig, aber es ist widernatürlich und die Unüberwindbarkeit der Steigung in beide Richtungen für Fische, Krebstiere und andere Wasserlebewesen wurde dadurch noch größer“, erklärt Nina Mini die Bedeutung der Fischtreppe. Die Ingenieurin vom Wupperverband leitet den Bau des Aufstieges, und entlastet damit Patrick Vondung, der die Bauleitung des Großprojektes Hochwasserschutz hat.

Damit die Gewässerorganismen einen nicht unerheblichen Höhenunterschied überwinden können, werden einzelne Stufen in den Bach gesetzt. Diese bestehen aus Natursteinen, die in Form und Material sorgfältig ausgewählt werden mussten, „damit sie ortstypisch sind.“ In den einzelnen Steinreihen, die die Stufen darstellen und quer im Bachbett liegen, ist jeweils eine Hohlstelle zu finden. „Das ist der Punkt, an dem etwa Lachse oder Krebse den ersten Weg nach oben wählen“, erklärt Mini.

Schnellere und langsamere Strömungen sind beabsichtigt, da jedes Wasserlebewesen andere Bedingungen bevorzugt. Lachse beispielsweise würden schnelle Strömungen lieben. Auch die Größe der Steine ist unterschiedlich, damit durch Ablagerungen der Aufstieg möglichst natürlich sein wird. Dann sehe man auch den Beton, der als Kleber fungiere, um die Steine an Ort und Stelle zu halten, nicht mehr.

Ende des Jahres sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. „Wir sind sehr gut im Zeitplan. Ich bin überrascht, wie weit wir sind“, betont Mini. In den insgesamt vier Monaten Bauzeit sei auch ein Schlecht-Wetter-Puffer vorgesehen, denn der jetzige Zeitpunkt sei der falsche für dieses Vorhaben. „Eigentlich ist ein niedriger Wasserstand vonnöten, deshalb wollten wir im Hochsommer starten“, beschreibt Mini die größte Herausforderung beim Bau – neben dem Wasserdruck und den angrenzenden Bäumen, die nicht beschädigt werden dürfen. Der frühe Start war aufgrund der Verzögerung der vorangehenden Hochwasserschutzarbeiten nicht möglich. Zudem seien eventuell Nachjustierungen notwendig, weil der Wupperverband noch wenig Erfahrung in dem außergewöhnlichen Profil sammeln konnte. Das Projekt Hochwasserschutz Eschbach ist ein zentraler Baustein in der Entwicklung des Stadtteils Burg. Der Wupperverband führt die Baumaßnahme in Kooperation mit der Stadt Solingen durch. Die Gesamtkosten des Projektes Fischtreppe belaufen sich auf 305 000 Euro.

Chronologie

Ende 2014: Planfeststellungsbescheid lag vor

Sommer 2015: Beginn der Ausführungsplanung

Sommer 2016: Beginn Bauphase 1, Bereich Mühlendamm (abgeschlossen)

Ende Mai 2017: Beginn Bauphase 2 – Teil 1

Ende Juni 2019: Beginn Bauphase 2 – Teil 2

Juli 2020: Abschluss der Hauptbaumaßnahme (Hochwasserschutz)

ab Juli 2020: nachlaufende Arbeiten, etwa Wiederherstellung Privatgrundstücke, Arbeiten an Geländern

bis Dezember 2020: Bau Fischaufstieg

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