Pandemie

Feuerwehrchef: Remscheid erreicht Impfziel

Feuerwehrchef Guido Eul-Jordan (r.) und Brandamtsrat Sascha Ploch ziehen ein positives Fazit über die Impfangebote. Foto: Doro Siewert
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Feuerwehrchef Guido Eul-Jordan (r.) und Brandamtsrat Sascha Ploch ziehen ein positives Fazit über die Impfangebote.
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38.000 Menschen ließen sich seit Anfang Dezember vor dem Coronavirus schützen.

Remscheid. Noch bis einschließlich Silvester sind die beiden Impfstellen geöffnet, die von der Stadt Remscheid quasi über Nacht eingerichtet wurden. Seit dem 22. Dezember ließen sich dort Stand Mittwochmittag über 1100 Menschen vor dem Coronavirus schützen – in der Turnhalle der Grundschule Am Stadion in Lennep und in der Halle an der Klausener Straße 50 in Lüttringhausen. Die allermeisten ließen sich dabei boostern, wie die Auffrischungsimpfung bezeichnet wird.

Dafür opfern zahlreiche Mitarbeiter aus dem öffentlichen Dienst ihre Freizeit zwischen den Jahren, berichtet Feuerwehrchef Guido Eul-Jordan. „Alles in allem sind pro Tag in beiden Impfstellen 36 Kollegen im Einsatz – darunter auch acht Bundeswehrsoldaten.“ Zu den Teams, die im Zwei-Schicht-System arbeiten, gehören außerdem Mitarbeiter der Stadtverwaltung, Sanitäter der Feuerwehr und Mediziner, die ohne Terminvergabe die Spritze mit dem Wirkstoff Moderna verabreichen.

Das Angebot der Stadt ist Teil der Impfkampagne, die seit Anfang Dezember deutschlandweit läuft. Die Bundesregierung hatte das Ziel ausgeben, dass 30 Millionen Menschen bis zum Jahresende geimpft werden sollten. Remscheid habe seinen Beitrag geleistet: „Wir bekommen fast 38 000 Impfungen zusammen“, stellt Guido Eul-Jordan fest, der dabei sämtliche Spitzen zusammenzählt – in Arztpraxen, bei mobilen Angeboten oder auch in der Impfstelle im Arztzentrum Süd, wo mittlerweile auch knapp 400 Kinder gegen Corona geschützt wurden.

All das solle dazu dienen, das Gesundheitssystem vor einer Überlastung zu schützen. „Wir haben doch alle noch die schrecklichen Bilder aus Bergamo vor Augen“, erinnert der Feuerwehrchef an die erste Phase der Pandemie, als die ärztliche Versorgung in der italienischen Stadt zusammenbrach: „Das darf sich in Deutschland nicht wiederholen“, fügt Eul-Jordan hinzu.

Wenn die beiden Impfstellen der Stadt am Freitag geschlossen werden, steht eine Neueröffnung bereits bevor: Das Unternehmen BeST nimmt am 5. Januar die neue Corona-Impfstelle im Gesundheitshaus an der Hastener Straße 15 in Betrieb. Hier sind Schutzimpfungen ohne Termin möglich. Weiterhin bleibt es bei den Anlaufpunkten im Arztzentrum Süd und am Sana-Klinikum. „Die Praxis 365 Grad an der Elberfelder Straße und die Stiftung Tannenhof sollen in den kommenden Wochen folgen“, berichtet Stadtsprecherin Viola Juric. Dies alles sei eine Ergänzung zu den Impfangeboten der niedergelassenen Mediziner. Geöffnet sind die Impfstellen in Lennep und Lüttringhausen noch am heutigen Donnerstag von 9 bis 19 Uhr und an Silvester von 8 bis 14 Uhr. Weiterhin kommt Moderna zum Einsatz.

Standpunkt: Ruhiges Impfen in Lennep

frank.michalczak@rga.de

Kommentar von Frank Michalczak

Beschaulich ging es gestern Mittag rund um die Impfstelle in der Lenneper Turnhalle Am Stadion zu. Alle paar Minuten kamen Interessierte an, die ohne große Wartezeit ihre Spritze verabreicht bekamen. Von großem Andrang konnte auch in den Tagen zuvor nur bedingt die Rede sein. Und dennoch hat sich der Aufwand und der Einsatz ausgezahlt. Es dürften bis Silvester immerhin rund 1500 Menschen zusammenkommen, die das Angebot der Stadt genutzt haben. Dahinter steckte ein Kraftakt, der bewiesen hat, wie flexibel und einsatzbereit der öffentliche Dienst sein kann. Binnen 24 Stunden wurden zwei Turnhallen hergerichtet, um dort Impfungen vornehmen zu können. Die Organisatoren vom Krisenstab bauten eine Rampe auf, um auch älteren Menschen den Zutritt in die Lenneper Halle zu ermöglichen. Sie fanden einen Reinigungsdienst, der für die ständige Desinfektion von Stühlen und Mobiliar sorgt. Vor allem: Sie gewannen Helfer bei Stadtverwaltung, Feuer- und Bundeswehr, die spontan Dienste übernahmen. In diesem Fall hat Remscheid eine große Herausforderung gemeistert.

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