RGA vor Ort

Fare lässt niemanden im Regen stehen

Die meisten Fare-Schirme werden als Werbemittel genutzt, dank Christa Gehrke und Nicole Ringel vom Werksverkauf an der Remscheider Straße können aber auch Privatpersonen die Lüttringhauser Regenschirme erwerben. Foto: Roland Keusch
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Die meisten Fare-Schirme werden als Werbemittel genutzt, dank Christa Gehrke und Nicole Ringel vom Werksverkauf an der Remscheider Straße können aber auch Privatpersonen die Lüttringhauser Regenschirme erwerben.

Unternehmen aus Lüttringhausen ist erfolgreich mit Schirmen.

Von Sven Schlickowey

Lüttringhausen. Der Remscheider, so sagt der Volksmund, kommt mit dem Regenschirm in der Hand auf die Welt. Und in manchen Fällen stammt sogar der Schirm aus Remscheid. Denn in Lüttringhausen sitzt einer der größten Schirmlieferanten der Republik. Auch wenn das eigentlich so gar nicht geplant war.

Dutzende verschiedene Modelle hat die Firma Fare inzwischen im Angebot, viele davon verkauft das Unternehmen über einen Online-Shop und den Werksverkauf an der Remscheider Straße auch an Privat-Kunden. Seinen Hauptumsatz macht Fare allerdings mit Schirmen als Werbemittel.

„Bei vielen Autoherstellern gibt es zum Beispiel den passenden Schirm zum Neuwagen dazu“, nennt Vesna Kronenthal, Mitarbeiterin im Marketing, ein Beispiel. Aber auch Schirme im Merchandising-Shop von Fußballvereinen oder Unternehmen stammten aus Remscheid. „Und es gibt auch Mittelständler, die Schirme an gute Kunden oder an Mitarbeiter verteilen.“

Dabei überzeuge der Regenschirm als Werbemittel zum einen mit einer großen bedruckbaren Fläche – zum anderen mit dem positiven Erlebnis, trotz Regens trocken zu bleiben, sagt Vesna Kronenthal: „Regen ist zwar nicht schön, aber davor geschützt zu werden, schon.“

So wie bei der kleinen Bäckerei in Lüttringhausen, die vor der Eingangstür einen Schirmständer mit zwölf Fare-Schirmen aufgestellt hat. Weil in Corona-Zeiten immer nur zwei Kunden in den Verkaufsraum dürfen, finden damit alle anderen beim Warten Schutz vor dem bergischen Wetter.

So naheliegend die Idee für einen Remscheider ist, Regenschirme zu verkaufen, so wenig dachte der Fare-Firmengründer beim Start vor 65 Jahren daran. Guenther Fassbender, die ersten beiden Buchstaben seines Nachnamens ergeben zusammen mit den ersten beiden seiner Heimatstadt den Firmennamen, exportierte anfangs vor allem Werkzeuge nach Asien.

„Oft geht es darum, neue Zielgruppen zu erschließen.“

Vesna Kronenthal über die Neuentwicklungen von Fare

Schon nach kurzer Zeit entdeckte er ein neues Geschäftsfeld und importierte Bauteile für Schirme aus Japan. 1960 übergab Fassbender die Firma an Gerhard Griesel, dessen Sohn Volker das Unternehmen heute führt. In den 1970er Jahren schließlich begann man, ganze Schirme zu importieren.

Bis heute kommen die Fare-Schirme überwiegend aus Asien. „Aus Kostengründen“, wie Vesna Kronenthal sagt. Trotzdem sei man bemüht, ein hochwertiges und nachhaltiges Produkt zu liefern. „Wir sind ja an einer langfristigen Kundenbeziehung interessiert, da wäre es nicht so schön, wenn der Schirm beim ersten Windstoß kaputt geht.“

Stattdessen verfolge man den ganzen Lieferweg nach. „Wir können das, weil uns mit vielen Lieferanten eine langjährige Partnerschaft verbindet“, berichtet Kronenthal. Jedes Jahr würden einige Kollegen nach China fliegen, um sich die Produktionsstätten anzuschauen, entsprechende Zertifikate würden Fare zusätzlich absichern.

Zusammen mit diesen langjährigen Lieferanten hat Fare auch schon manche Neuerung auf den Markt gebracht. Unter dem Namen ÖkoBrella verkauft das Unternehmen zum Beispiel Schirme mit einem Bezug aus recycelten Kunststoffen und Echtholzelementen. „Das fing mal mit einem einzigen Schirm an“, sagt Vesna Kronenthal. Inzwischen gebe es eine ganze Öko-Serie.

Obwohl sich das Grundprinzip des Regenschirms seit Jahrhunderten nicht großartig verändert hat, entwickelt Fare es dauernd weiter. Pro Jahr bringe man rund zehn Neuheiten auf den Markt, so Vesna Kronenthal. „Oft geht es darum, neue Zielgruppen zu erschließen.“ Teils mit neuer Optik, teils mit neuen technischen Details. Denn das Thema Schirm, sei „abwechslungsreicher als man vielleicht denken würde“, findet Vesna Kronenthal. Kein Wunder: Schon ein kleiner Taschenschirm besteht aus über 180 Einzelteilen.

Stadtteilserie

Diese Woche ist unsere Serie in Lüttringhausen unterwegs. Im nächsten Teil geht es um die Zukunft der Stadtteilbibliothek, ihren geplanten Umzug in die ehemalige Feuerwache und die Rolle des Vereins Die Lütteraten, der die Bücherei seit Jahren unterstützt.

Zuletzte widmete sich der RGA dem Stadtteil Lennep.  Lenneps Bezirksbürgermeister Markus Kötter beantwortete in einem Livestream Fragen der RGA-Leser. 

Klaus Kreutzer, Vorsitzender des Verkehrs- und Fördervereins, zeigt Verständnis dafür, dass wegen Corona Veranstaltungen ausfallen mussten.

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