Schausteller hat alle Fahrzeuge abgemeldet

Familie Schmidt hofft auf Weihnachtsmarkt

Frank Schmidt – hier mit seiner Tochter Jacqueline – wäre mit seinem Autoscooter heute eigentlich auf der Wermelskirchener Kirmes. Stattdessen ruht das Fahrgeschäft auf seinem Betriebsgelände. Foto: Doro Siewert
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Frank Schmidt – hier mit seiner Tochter Jacqueline – wäre mit seinem Autoscooter heute eigentlich auf der Wermelskirchener Kirmes. Stattdessen ruht das Fahrgeschäft auf seinem Betriebsgelände.

Eigentlich stünde die Familie an diesem Wochenende mit Autoscooter, Kinderkarussell und Süßwagen auf der Wermelskirchener Kirmes.

Von Axel Richter

Remscheid. Doch im Corona-Sommer 2020 gab es weder die Cranger Kirmes noch das Schwelmer Heimatfest, und auch in Wermelskirchen dreht sich in diesem Jahr kein Karussell. Die Schmidts haben ihre Fahrgeschäfte deshalb auf dem betriebseigenen Gelände im Remscheider Südbezirk abgestellt und alle Zugmaschinen und Fahrzeuge vorläufig abgemeldet. Die Familie muss Kosten sparen. „Sonst kommen wir nicht über die Runden.“

Die Absage aller Jahrmärkte und Feste zu Beginn der Corona-Krise traf die Schausteller hart und unvorbereitet. Bis zum 31. August hieß es damals, sollte nichts dergleichen stattfinden. Nun haben Bund und Länder ihr Verbot von Großveranstaltungen bis zum Jahresende verlängert. Noch ist unklar, ob auch die Weihnachtsmärkte davon betroffen sein werden.

„Wir hoffen natürlich darauf, dass der Markt vor dem Rathaus stattfinden kann“, sagt Frank Schmidt, der den Remscheider Schaustellerbetrieb in sechster Generation führt. Doch das ist zumindest unsicher. Wie gestern berichtet, hält Veranstalter Marcel Müller am Weihnachtstreff mit Eisbahn fest. Der Kölner Weihnachtsmarkt am Dom wurde allerdings bereits abgesagt.

Für die Familie Schmidt wäre das ein weiterer Schlag ins Kontor. Viele andere Einnahmemöglichkeiten bieten sich ihr bis Jahresende nicht. Immerhin: Ab der nächsten Woche verkauft er in den Wuppertaler City-Arkaden wieder gebrannte Mandeln und Popcorn. Und Ende September will er auch seinen kleinen Stand im Allee-Center wieder öffnen. „Darüber sind wir sehr froh“, sagt Frank Schmidt.

„Sonst muss ich alles verkaufen. Fragt sich nur an wen?“ 

Frank Schmidt, Schausteller

Zwar hat auch er in der ersten Phase der Pandemie vom Land NRW ein Rettungspaket bekommen. Doch das erwies sich letztlich als nicht mehr als der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein. Nun bieten Bund und Land weitere Hilfen für Unternehmen an, doch, sagt Schmidt: „Um das zu beantragen, brauchen Sie einen Doktortitel.“ Selbst die Steuerberater täten sich schwer damit.

Statt auf Zuwendungen hofft Frank Schmidt deshalb auf 2021. Die Frühjahrskirmes in Solingen wäre der erste Termin. Bis dahin werde das Unternehmen durchhalten. „Aber dann müssen wir wieder fahren dürfen“, sagt der Remscheider. „Sonst muss ich alle Wagen verkaufen. Fragt sich nur an wen, wenn doch keiner damit Geld verdienen kann?“

Die Bundeskanzlerin hat sich noch nicht festgelegt, ob Weihnachtsmärkte und Karneval stattfinden können. Generell werden Großereignisse bis Ende 2020 untersagt, hieß es am Donnerstag aus Berlin. Für die meisten Remscheider Veranstalter ist klar, dass sie ihre Termine aus dem Kalender streichen, nur Marcel Müller bleibt optimistisch, dass der 8. Weihnachtstreff am Theodor-Heuss-Platz stattfinden kann.

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