Streit geht nach Umzug weiter

Schimmelbefall: Familie schaltet Rechtsanwalt ein

Feuchte Wände im Laubengang sind laut Daniel Berg die Ursache für die Schimmelbildung. Foto: RK
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Feuchte Wände im Laubengang sind laut Daniel Berg die Ursache für die Schimmelbildung.
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Schimmelbildung – Zwist mit Ex-Vermieter.

Von Andreas Weber

Remscheid. Anderthalb Jahre, nachdem sie in der Emil-Nohl-Straße 74 eingezogen waren, floh eine Lenneper Familie vor dem extremen Schimmelbefall in ihren vier Wänden. Ende Februar hatte der RGA über die verzweifelten Mieter berichtet. Nur im Umzug sahen Daniel Berg und Stephanie Bönig mit ihrem kleinen Sohn Collin einen Ausweg, den gesundheitsgefährdenden Pilzen zu entrinnen. Von ihrem Vermieter, der Velero Verwaltungs GmbH (Bochum) fühlten sie sich restlos im Stich gelassen.

Am 2. Juni wurde das Kapitel mit der Übergabe der zweietagigen Wohnung im dritten Obergeschoss abgeschlossen. Im Protokoll wurden vom Hausmeister keine Mängel festgehalten.

Doch der Ärger ging weiter. Berg/Schönig erhielten ihre Kaution in Höhe von 1160 Euro erst einmal nicht zurück. Das Paar schaltete die Lenneper Rechtsanwaltskanzlei Rieger, Weihe, Schmittkamp ein. Auch, um Schadensersatz für die Schimmelfolgen einzufordern. Von der Küche hatte sich das Problem durch die 80-qm-Wohnung ausgebreitet.

Der Schimmel war von einer Malerfirma überstrichen worden, drang aber schnell wieder durch. Alle Küchenschränke mussten bei dem Umzug entsorgt werden. 500 Euro setzte Thomas Rieger, Fachanwalt für Miet- und Wohneigentumsrecht als Entschädigung dafür für seine Mandanten an.

In einem Schreiben vom 9. Juni machte die Velero die Mieter für den Schimmel verantwortlich. „Sowohl unserem Hauswart als dem Mitarbeiter der Malerfirma fiel eine deutlich erhöhte Luftfeuchtigkeit in der Wohnung auf. Die Fenster waren bei sämtlichen Aufenthalten verschlossen. In der Wohnung befand sich zu dem Zeitpunkt ein großes Aquarium. Dieses in Verbindung mit falschem, unzureichenden Lüftungsverhalten führte nach unserer Auffassung zu der Schimmelbildung.“

Eine Rückzahlung lehnte die Velero ab, addierte stattdessen in einem neuerlichen Schreiben vom 9. Juli einen Saldo von 1367 Euro, den Daniel Berg und Stephanie Schönig durch „unrechtmäßig und völlig willkürlich geminderte Mietbeiträge“ hinterlassen hätten.

In der Tat hatten die beiden seit Anfang 2020 aufgrund des Schimmels, der massiv wieder aufgetreten war, die Miete monatlich stetig steigend gekürzt. Am Ende lagen sie bei 50 Prozent plus zehn Prozent, die sie obendrauf abzogen, weil die Türklingel seit einem Jahr nicht funktionierte.

Die Argumentation ihres ehemaligen Vermieters sei an den Haaren herbeigezogen. „Wie kann es sein, dass im Übergabe-Protokoll kein einziger Mangel festgestellt wurde. Wenn wir tatsächlich Schuld gehabt hätten, wäre der Schimmel zumindest aufgeführt worden“, wundert sich Daniel Berg.

Mit juristischer Hilfe will das Paar seine Forderungen durchfechten. Dass sie nicht gelüftet hätten, sei falsch, erklärt Berg. Vielmehr resultiere der Schimmel nachweislich durch feuchte Wände an der Wetterseite im Laubengang vor dem Küchenfenster. „Dass dem so ist, dafür gibt es viele Zeugen.“

In ihrer neuen Wohnung in der Karl-Evang-Straße fühlt sich die Familie sehr wohl. Was es heißt, einen Vermieter zu haben, der sich kümmert, erfuhren sie kurz nach dem Einzug. „Da ist der Durchlauferhitzer kaputtgegangen, am nächsten Tag hat die Gewag direkt jemand geschickt.“

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