Weihnachten in Corona-Zeiten

Familie Hinzmann hält den Kontakt zu Verwandten per Internet und Telefon

Johanna, Claudia und Daniel Hinzmann bekommen diesmal keinen Besuch von Eltern, anderen Verwandten oder Freunden. Foto: Roland Keusch
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Johanna, Claudia und Daniel Hinzmann bekommen diesmal keinen Besuch von Eltern, anderen Verwandten oder Freunden.

Coronabedingt feiern viele Remscheider das Weihnachtsfest in diesem Jahr ungewohnter Weise im kleinen Kreis.

Von Peter Klohs

Remscheid. „Weihnachten ist ein Familienfest. Und wir haben es schon immer als Familie gefeiert. Das wird in diesem Jahr nicht möglich sein.“ Die in Lüttringhausen lebende Yoga-Lehrerin Claudia Hinzmann sowie ihr Mann Marcus und die beiden Kinder Daniel (18) und Johanna (12) bedauern dies ganz besonders. Zu einschneidend sind die Entbehrungen, die die Familie auf sich nehmen wird.

Wie Claudia Hinzmann berichtet, begann die Familie im Jahr 2016, gemeinsam mit der befreundeten Familie von Antje und Jürgen Kammin mit den weihnachtlichen Feierlichkeiten am Morgen des Heiligabends. „Die Familie Kammin hatte eine syrische Familie in Obhut, und wir hatten zwei Pflegekinder, ebenfalls aus Syrien, aufgenommen. So fanden wir uns zu einem Weihnachtsfrühstück zusammen: Zwar nur zwei Familien, aber 20 Menschen.“

Diese Frühstückszusammenkunft wird in diesem von Corona geprägten Winter nicht möglich sein und ist ersatzlos gestrichen. Mohamad, einer der beiden Pflegesöhne, wohnt noch in der Nähe der Familie Hinzmann und wird gemeinsam mit seinen Pflegeeltern am Heiligen Abend die „Kirche-to-go“ in Lüttringhausen besuchen. Auch bei der abendlichen Bescherung wird Mohamad dabei sein. „Für uns gehört er noch immer zur Familie“, betont Claudia Hinzmann. Der Kontakt zum anderen Pflegekind ist abgebrochen, nachdem die Familie des Pflegesohns nach Deutschland kam.

In normalen Zeiten wäre der Besuch der Eltern der Yoga-Lehrerin zu Weihnachten obligatorisch. Auch die Schwester von Claudia Hinzmann, die in Radevormwald lebt, wäre gerne zum Besuch am 2. Weihnachtsfeiertag angereist. „Beides wird in diesem Jahr nicht stattfinden können“, erzählt Hinzmann. „Ein kurzer Besuch an der Haustür und ein Telefonat am Heiligen Abend, das ist es dann.“ Ein Kontakt über das Internet ist mit den Eltern nicht möglich.

Ob die zwei Paten für die beiden Hinzmann-Kinder Daniel und Johanna wie geplant am 27. Dezember anreisen können, steht noch nicht sicher fest. „Der Termin für die Patentante steht noch. Und es wäre echt schade, wenn der Besuch nicht möglich sein würde, denn die Tante schenkt immer ‚Aktivitäten’ wie ein gemeinsames Eislaufen.“ Der Patenonkel wäre normalerweise im Ski-Urlaub. Vielleicht schaut er zu Weihnachten mal kurz vorbei.

Apropos Urlaub: Gerne verlässt die Familie Hinzmann „zwischen den Tagen“ für einige Zeit Remscheid. Claudia, Marcus und die Kinder fahren in Zeiten ohne Pandemie nach Weihnachten an die Nordsee, genauer: nach Horumersiel in Friesland. Dort bleibt die Familie bis nach Silvester gerne in der Obhut von Yoga Vidya und begeht den Jahreswechsel mit einer zehnminütigen Meditation, die am Silvesterabend um fünf Minuten vor zwölf beginnt. „In Ruhe den Jahreswechsel genießen“, sagt Claudia Hinzmann dazu. Aber auch diese paar wenigen Ruhetage werden in diesem Jahr nicht möglich sein. „Dann meditieren wir eben zu Hause.“

Daniel Hinzmann sagt abschließend: „Auch wenn man über Weihnachten manches darf, bleibt ja die Frage, ob das auch sinnvoll ist. Ich will mich und andere ja nicht gefährden. Aber es fehlt so viel. Umarmungen zum Beispiel. Und die sind nicht zu ersetzen.“

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