Eröffnung am Samstag

Remscheider Falknerei startet in die neue Flug-Saison

Faszination Greifvögel: Carola Schossow mit dem Wüstenbussard Rex (5 Jahre alt).
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Faszination Greifvögel: Carola Schossow mit dem Wüstenbussard Rex (5 Jahre alt).

Familien können Events wie eine Wanderung oder eine Fotosession buchen.

Von Melissa Wienzek

Grobi, der vor einem Jahr 1300 Kilometer weit ausgebüxt war, geht es gut. Er frisst gern Lachs und lässt es ruhig angehen.

Remscheid. Sägen und Hämmern dringt derzeit durch das beschauliche Örtchen Grüne – das Team der Falknerei Bergisch Land bereitet den Saisonstart am Samstag vor. Die Adlerhütten im Außenbereich erhalten den letzten Schliff: Carsten Schossow und die Auszubildenden Daniel Drenhaus und Jonathan Steinmüller bauen gerade neue Adlerhütten. Natürlich in Eigenregie. Nach 15 Jahren in der bergischen Witterung haben die alten Hütten ausgedient. „Dann wird geputzt – sonst sind wir startklar“, sagt Carola Schossow. Wir geben einen Überblick.

Öffnungszeiten: Am kommenden Samstag, 26. März, findet die erste Flugvorführung der neuen Saison statt. Die Öffnungszeiten in Grüne 1 sind dann von dienstags bis samstags um 14.30 Uhr und sonn- und feiertags um 10.30 Uhr und um 14.30 Uhr.

Flugshows: Diese starten dienstags bis samstags um 15 Uhr, an Sonn- und Feiertagen fliegen die imposanten Vögel sogar zweimal: um 11 und 15 Uhr. In der Woche morgens bietet die Falknerei Flugshows speziell für Kindergärten und Schulen an. Für die allgemeine Flugvorführung brauchen sich die Besucher nicht extra anmelden. Nach den Shows können sich Familien noch auf dem 3500 Quadratmeter großen Gelände umschauen. Hunde sind nicht gestattet. Der Parkplatz befindet sich rechts neben der Falknerei.

Eintritt: Erwachsene zahlen 8 Euro für die Flugshow, Kinder 5 Euro. Übrigens: Als Andenken können Besucher im kleinen Laden putzige Kuscheltiere kaufen.

Events: Die Falknerei Bergisch Land bietet spezielle Events an – zum Beispiel eine Greifvogelwanderung, eine Dämmerungswanderung mit einer Eule, eine Eulenfütterung oder Fotoworkshops. Diese können das ganze Jahr über telefonisch gebucht werden. Carola Schossow ist dazu abends ab 18 Uhr erreichbar: Tel. (01 74) 1 72 58 93.

Karsten Schossow, Daniel Drenhaus und Jonathan Steinmüller (v. l.) bauen derzeit neue Adlerhütten.

Falknertag: Zudem können Interessierte einen Tag selbst in die Rolle des Falkners schlüpfen. Was dürfen sie dabei tun? „Alles außer putzen“, sagt Carola Schossow. Los geht es um 10 Uhr. Nach einer Führung lernt der Nachwuchs-Falkner erst mal den Falknerknoten. Dann geht es durch den Wald: „Abtragen“ heißt dies. Das Abtragen von Greifvögeln zur Jagd gilt seit jeher als besondere Kunst. Im Mittelalter galt der Falkner daher auch als Künstler und nicht als Jäger. Nach der Tour durch den Wald gibt es etwas zu essen. Dann wird trainiert. Denn die Falknerei ist eine spezielle Form von Tierdressur, wenn auch eine komplexe, da ein Wildtier trainiert wird. Um 16 Uhr ist der Falknertag beendet. Kosten: 150 Euro.

Tiere: Die Falknerei in Lüttringhausen zählt 46 Tiere. Es gibt Eulen, Bussarde, Adler, Geier, Rotmilane, Falken und einen Karakara. Dinoso, ein Gänsegeier, der 2021 als eigene Nachzucht in Grüne geschlüpft ist, hat ein Problem: Er kann noch nicht so recht fliegen und läuft seiner „Mama“ Carola Schossow gern hinterher. „Wir versuchen, ihn mit Leckerchen zu bestechen. Er muss Muskeln aufbauen“, erklärt Schossow. Reh oder Rind eignet sich dabei als Kraftfutter. Oft bekommt die Falknerei auch Fleisch von örtlichen Jägern. Neu im Team ist Gerry. Der einjährige Gerfalke gewöhnt sich gerade ein. Mit den Wüstenbussarden bejagt Schossow übrigens den Döppersberg. Die Tiere vergrämen dort Tauben.

Dieser Sibirische Uhu hört auf den Namen Klaus Bärbel.

Corona-Lage: „Die Pandemie hat auch uns stark geschröpft“, sagt Carola Schossow. Die privat betriebene Falknerei erhält keine grundsätzlichen Förderungen, sie lebt vom Eintrittsgeld und den Spenden der Besucher. Seit Corona gibt es auch kein Sommerfest mehr. Während der Krise hat die Falknerei finanzielle Hilfe vom Land erhalten. Die Kosten für Futter und Tierarzt – hier sind teils weite Fahrten nötig – laufen weiter, auch im Winter. „Im Winter bekommen unsere Tiere zudem mehr Futter, damit sie nicht frieren“, erklärt Schossow, die nicht nur den Falknerei-, sondern auch den Jagdschein besitzt. Sie ist fasziniert von den Tieren, vor allem von Eulen. Als Kind kam sie einem zahmen Uhu im Tierpark Spenge nahe – und der Funke sprang über.

Grobi: Dem Weißkopfseeadler Grobi, der im Frühling 2021 ausgebüxt und 1300 Kilometer weit geflogen war, geht es gut. Er ist gemütlich geworden. „Er kriegt Lachs und tut fast gar nichts“, erzählt Schossow, die sich Grobi gut für die Zucht vorstellen könnte.

www.falknerei-bergischland.de

Das Team

Carola und Karsten Schossow betreiben die Falknerei. Ihnen zur Seite stehen die beiden Tierpfleger-Azubis Daniel Drenhaus und Jonathan Steinmüller. Am Wochenende unterstützen Ehrenamtler. Nicht zu vergessen: die beiden Hunde, die vor allen nachts gut auf die Vögel aufpassen.

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