Corona-Krise

Für die Falknerei ist 2020 ein Jahr zum Vergessen

50 Adler, Bussarde, Eulen, Geier und Milane zählt die Falknerei Bergisch Land. Foto: Michel Schütz
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50 Adler, Bussarde, Eulen, Geier und Milane zählt die Falknerei Bergisch Land.

Nicht nur Corona, auch das Wetter und Streiks machen Karsten Schossow das Leben schwer.

Von Manuel Böhnke

Remscheid. Das Jahr hat schon nicht gut begonnen für die Falknerei Bergisch Land. Bei Stürmen im Frühjahr nahmen einige Volieren Schaden. Und dann, als die Saison eigentlich starten sollte, kam Corona. Dementsprechend groß waren Karsten Schossows Hoffnungen auf den Neustart mit Besuchern im Sommer. „Aber die Leute kamen nicht“, sagt der Inhaber. Dafür ist die Pandemie nicht der einzige Grund.

„Aber die Leute kamen nicht.“

Karsten Schossow über den ausgebliebenen Besucher-Ansturm

Wochenlang dauerte es, bis sich die Besucherzahlen einigermaßen stabilisiert hatten. In den Sommerferien war es dann zwischenzeitlich zu heiß. Jetzt tendenziell zu kalt und zu nass. Zudem rollt die zweite Corona-Welle. Zu allem Überfluss erschweren die Streiks im Öffentlichen Personennahverkehr die Situation der Falknerei: Für die kommende Woche war eine Wuppertaler Ferienfreizeit angekündigt. Wegen des Arbeitsausstands der dortigen Stadtwerke findet der Ausflug nach Grüne nicht statt.

Für Karsten Schossow passt das ins bisherige Bild des Jahres 2020, in dem die Falknerei nur knapp die Hälfte der Besucher der Vorjahre zählen konnte. Ins Kontor schlugen dabei die Absagen großer Veranstaltungen wie das Sommerfest, der Tag der offenen Tür sowie das Fest zum 1. November. „Da gehen uns wichtige Einnahmen für die kalte Jahreszeit verloren“, sagt der 59-Jährige. Von November bis März finden keine Flugshows statt. Die rund 50 Adler, Bussarde, Eulen, Geier und Milane brauchen aber die doppelte Futterration, um der Kälte etwas entgegensetzen zu können. „Ich blicke dem Winter mit gemischten Gefühlen entgegen“, erklärt Karsten Schossow deshalb.

Um etwas gegenzusteuern, gibt es in Grüne Überlegungen, an den vier Adventssonntagen Flugshows stattfinden zu lassen. Die Planung gestaltet sich allerdings schwierig. Denn niemand weiß, wie sich das Infektionsgeschehen und die damit verbundenen Regeln im Dezember aussehen. Wegen dieser Unsicherheit und den strengen Regeln verzichtet Schossow auch darauf, Flugshows in der 280 Quadratmeter großen Freiflughalle stattfinden zu lassen.

Der moderne Bau wurde vor fünf Jahren eröffnet. Auch Räume für ein neues Restaurant sind in dieser Zeit entstanden. Sie befinden sich am Standort des ehemaligen Tanzlokals „Zur Grün“, das im August 2012 bei einem verheerenden Brand vollständig zerstört wurde. Wenngleich der Neubau im Grunde seit Jahren bezugsfertig ist, ist auf der Website der Falknerei noch immer „Pächter für Gastronomie gesucht“ zu lesen.

„Wir bekommen zwar hin und wieder Anfragen. Das Richtige war aber noch nicht dabei“, sagt Schossow. Einmal habe sich jemand vorgestellt, der chinesische Küche anbieten wollte. „Das funktioniert hier aber nicht“, ist der 59-Jährige überzeugt. Er würde sich einen Anbieter für gutbürgerliches Essen wünschen. In der augenblicklichen Krise der Gastronomie macht sich der gebürtige Wuppertaler kaum Hoffnungen, dass daraus in näherer Zukunft Realität wird.

So bleibt es in dem rustikal eingerichteten Raum, der mehr als 70 Menschen Platz bietet, erst einmal leer. Denn auch private Feiern und Firmenevents, die dort stattfinden können, liegen derzeit auf Eis. „Warten wir mal ab, was im Frühjahr ist“, sagt Schossow.

Veranstaltungen

Wenn die Falknerei im November in die Winterpause geht, finden bis März keine Flugshows statt. Ganzjährig sind in Kleingruppen Aktionen wie Wandern mit einem Greifvogel, Eulenfütterung und Wandern in der Abenddämmerung mit einer Eule möglich. Weitere Infos: dienstags bis sonntags zwischen 18 und 20 Uhr unter Tel. (01 72) 2 50 26 46 sowie im Netz.

www.falknerei-bergischland.de

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