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Fahrradklima-Test: Für Remscheid gibt es nur die Note 4,6

Remscheid landete beim Städteranking auf Platz 37 von 41. Archivfoto: Roland Keusch
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Remscheid landete beim Städteranking auf Platz 37 von 41.

Der Fahrradklima-Test des ADFC vergleicht Städte untereinander

Von Alexandra Dulinski

Remscheid. 37 von 41: Das ist der Rang, den Remscheid beim Fahrradklima-Test 2020 des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs e. V. (ADFC) belegt. In der bundesweiten Ortsgrößenklasse von 100 000 bis 200 000 Einwohner wurden nur die Städte Pforzheim, Koblenz, Bergisch Gladbach und Hagen schlechter bewertet. Die Nachbarstadt Solingen landet auf Platz 35, Wuppertal in der Größenordnung 200 000 bis 500 000 Einwohner auf Rang 20 von 25.

NRW-weit belegt Remscheid den 13. Platz von 15. Die Schulnote 4,6 haben dabei die 224 Teilnehmer der Umfrage an die Stadt vergeben. Im Vergleich zum Jahr 2018 vermerkte der ADFC in der Bewertung allerdings eine leichte Verbesserung.

Die Teilnehmer konnten bei der Umfrage verschiedene Kategorien mit dem Schulnotensystem von eins bis sechs bewerten. So etwa vergaben nur 9 Prozent der Teilnehmer die Note 1 bei der Frage, ob Radfahren in Remscheid Spaß mache. 20 Prozent vergaben eine 6. Die Gesamtnote (4,1) liegt somit unter dem Durchschnitt der Ortsgrößenklasse (3,7). Ähnliche Noten im Viererbereich gab es für die Frage, ob in der Stadt viel für das Radfahren geworben werde und für die Akzeptanz von Radfahrern als Verkehrsteilnehmer.

Ähnlich negativ wurden auch das Engagement der Stadt für den Radverkehr bewertet (Note 4,5), die Reinigung von Radwegen (4,4) und die Überwachung von Falschparkern auf Radwegen (4,7). Die Noten 5,1 und 5,0 vergaben die Teilnehmer für die Abstimmung der Ampelschaltungen auf den Radfahrer beziehungsweise für den Winterdienst auf Radwegen. Ebenso bemängelten sie die Abstellmöglichkeiten für Fahrräder (Note 5,0), sowie die Möglichkeit, Räder zu leihen (5,4).

Etwas bessere Noten gab es dafür für die Frage, wie häufig Fahrräder gestohlen werden (2,7) und für das seltene Vorkommen von Konflikten zwischen Radfahrern und Fußgängern (3,7). Beide Werte liegen im Vergleich über dem Durchschnitt der Ortsgrößenklasse. Für die Sicherheit als Radfahrer vergaben die Teilnehmer der Umfrage eine 4,8.

Remscheid: Bedeutung des Rads ist während der Pandemie gestiegen

In dem diesjährigen Bericht wurden den Teilnehmern Zusatzfragen zum Thema Corona und Radfahren gestellt. Gute Noten gab es in Remscheid für die gestiegene Bedeutung des Rads (3,4) und das Entdecken neuer mit dem Rad erreichbare Ziele in der Umgebung (3,7). Wenig positiv bewerteten die Remscheider die Thematisierung des Radfahrens von Kommunalpolitikern (5,0) und die Signale für mehr Fahrradfreundlichkeit in der Stadt während der Pandemie (5,3).

Im Vergleich zu den anderen Städten in derselben Größenklasse bewerteten die Remscheider positiver unter anderem die Oberfläche der Radwege und die Falschparkerkontrollen auf Radwegen. Als negativer im Städtevergleich bewertet wurden dagegen die Erreichbarkeit des Stadtzentrums mit dem Rad.

Andreas Roeschies von der ADFC Kreisgruppe Remscheid hat den Eindruck, dass die Politik erst langsam erkenne, dass das Fahrrad ein Verkehrsmittel ist. „In Remscheid weht noch der Wind der 60er-Jahre, dass autogerecht gebaut wird“, sagt er. Fahrradstreifen seien zum Teil stümperhaft angelegt, würden oft vor Engstellen oder Einmündungen enden. Bei den Fahrradabstellmöglichkeiten müsse nachgebessert werden. Bikesharing und Fahrradboxen seien eine Lösung.

„Es geht nicht darum, das Autofahren komplett aufzugeben, nur ab und zu darauf zu verzichten. Jeder, der Auto fährt, sollte ein Interesse daran haben, dass mehr Rad gefahren wird“, sagt Roeschies, So solle das Rad weniger als Freizeitmöglichkeit, sondern mehr als Verkehrsmittel gesehen werden. Denn das bedeute weniger Verkehr und mehr Parkplätze. Aber: „Die Radfahrer lässt man in Remscheid weitgehend im Regen stehen“, sagt Roeschies.

Hintergrund

Beim Fahrradklima-Test des ADFC wurden 1024 Städte in ganz Deutschland von Radfahrern bewertet. 230 000 Bürger haben sich 2020 an der Umfrage beteiligt – das sind rund 60 000 mehr als 2018.

Bewertung: Die Fahrradfreundlichkeit liegt, wie 2018, bei 3,9. Damit hat sich das Radklima in Deutschland nicht verändert und ist weiter nur ausreichend.

Wichtig: Dabei ist den Radfahrern ein gutes Sicherheitsgefühl, die Akzeptanz von Radfahrern durch andere Verkehrsteilnehmer und ein konfliktfreies Miteinander von Rad- und Autoverkehr besonders wichtig. Zum Fahrradklima-Test:

https://fahrradklima-test.adfc.de/ergebnisse

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