Bike-Show

Fahrradfahrer fordern sichere Wege in Remscheid

Große und kleine Radlerinnen und Radler fuhren bei der Aktion Stadtradeln viele Kilometer zusammen.
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Große und kleine Radlerinnen und Radler fuhren bei der Aktion Stadtradeln viele Kilometer zusammen.

Erste Bike-Show in Remscheid fiel ins Wasser – Ihre Sorgen und Wünsche formulierten die Radler dennoch.

Von Peter Klohs

Remscheid. Wenn Petrus für das Wetter zuständig ist, dann muss man für den Sonntag festhalten: Petrus ist kein Radfahrer. Die erste Remscheider Bike-Show mit Infos rund um das Fahrradfahren und die Mobilität der Zukunft auf dem Theodor-Heuss-Platz fiel ins Wasser.

Einige Aussteller, die sich angesagt hatten, kamen erst gar nicht. So sagte die Polizei, die über sichere Räder und Fahrweisen sprechen wollen, ihre Teilnahme bereits am Morgen ab. Die Verkehrswacht, eng mit der Polizei verbunden, kam ebenfalls nicht. So blieben am Ende nur zwei Stände mit einsamen Ausstellern übrig. An dem einen standen die städtischen Klimaschützer Lukas Gregori, Frank Frisch und Elke Ellenbeck. An dem anderen ließen sich die Lastenfahrräder des Unternehmens E-Cargo begutachten.

Die Lastenräder gehören zum Projekt „Remscheid bringt’s“. Das geht im November an den Start und funktioniert so: Die Remscheider bestellen ihre Einkäufe im Internet und lassen sie sich umweltfreundlich mit einem Lastenfahrrad nach Hause liefern. Das soll den Einzelhandel vor Ort stärken und gleichzeitig gut sein für den Klima- und Umweltschutz in Remscheid.

Apropos Lastenräder: Für sie gibt es in Remscheid keine Fördergelder mehr. 20 000 Euro hatte die Stadt zur Verfügung gestellt. Die Gelder wurden komplett abgerufen. Die Stadt prüft nun, den Topf im nächsten Jahr wieder zu füllen.

Am Sonntagnachmittag fand zunächst die Auszeichnung der erfolgreichsten Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie der erfolgreichsten Teams der diesjährigen Kampagne Stadtradeln statt.

Mit einem ersten Platz für die Schule mit den meisten Teammitgliedern (56) wurde das Lenneper Röntgen-Gymnasium ausgezeichnet, das auch für die meisten gefahrenen Kilometer (11 121) geehrt wurde. Die Veranstalter hatten die individuellen Kilometer pro Teammitglied ermittelt. In dieser Kategorie erhielt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Remscheid mit 573 Kilometern pro Teilnehmer den ersten Preis. Die absolut meisten Kilometer, nämlich 17 068, hatte der Verein Adler Lüttringhausen auf dem Konto. Lukas Gregori, der die Preise überreichte, regte das Weitermachen der Adler an. „Mit den Adlern macht es einfach mehr Bock“, sagte er und erntete Zustimmung.

Als der Mann mit den meisten gefahrenen Kilometern innerhalb des Stadtradelns hatte mit 1798 Kilometern Arndt Braun keine Konkurrenz zu fürchten. Als Frau mit den meisten Kilometern (1111) wurde die Remscheider Ärztin Dr. Karoline (Line) Jungbluth ausgezeichnet.

Die Mutter von vier Kindern setzt sich mit dem Projekt „Kidical Mass“ dafür ein, dass das Radfahren sicherer wird in Remscheid. „Das Wichtigste ist, dass wir Radfahrer wahrgenommen werden“, sagt sie: „Und zwar von allen: Von den Autofahrern, aber auch von den Verkehrsplanern, die die Infrastruktur verändern müssen.“

Da sieht Line Jungbluth noch Luft nach oben: „Manchmal scheint es mir, als würde man vergessen, dass das Fahrrad früher existierte als das Automobil. Unsere Rechte sind zugunsten des Autos immer mehr dezimiert worden. Dabei geht es doch nicht um ein Gegeneinander. Es geht nur miteinander.“

Zum Schutz der Radfahrerinnen und Radfahrer und für mehr umweltfreundliche Mobilität hat sich die Stadt Remscheid ein Radverkehrskonzept gegeben. Wichtiges Ziel ist die Anlage von Radwegen beziehungsweise Schutzstreifen. Daran gab es zurückliegend viel Kritik. Im RGA-Interview nannte Burkhard Stork, Chef des Zweirad-Industrieverbandes, die Schutzstreifen auf der Lindenallee in Lüttringhausen schlicht eine Pseudolösung.

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