Konzert

Evi Niessner entführt das Publikum ins Paris der 50er Jahre

Evi Niessner machte sich mit ihrem Piaf-Abend viele Freunde in der Lenneper Klosterkirche.
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Evi Niessner machte sich mit ihrem Piaf-Abend viele Freunde in der Lenneper Klosterkirche.

Melancholischer Konzertabend über das Leben und Werk von Édith Piaf in der Klosterkirche.

Von Peter Klohs

Remscheid. Die Piaf! Ihre Art, Chansons zu interpretieren, wird von vielen Musikliebhabern bis zum heutigen Tag als einmalig betrachtet. Dazu noch ihr aufregendes und nicht selten dramatisches Leben – genug Stoff für eine musikalische Offenbarung. Evi Niessner, ausgebildete Opernsängerin, die bis heute in keiner Opernaufführung gesungen hat, war am Donnerstagabend in der Lenneper Klosterkirche angetreten, um Leben und Werk der 1915 in Paris geborenen Piaf den Remscheider Gästen nahezubringen.

Dazu hatte sie sich mit Jin Liang (Flügel) und Dimi Rey (Violine) zwei kongeniale Gäste eingeladen, die das ihre dazugaben, den Konzertabend zu einem besonderen zu machen. „Kommt mit uns in das alte Paris“, rief Niessner den mehr als 40 Gästen zu, „in das Paris, als es noch so war wie ein Zirkus.“ Die Sängerin war passenderweise in eine Art Uniform für Zirkusdirektoren inklusive Zylinder gekleidet, entledigte sich deren jedoch nach dem dritten Lied des Abends.

Es sollte ein melancholischer Abend werden, ein walzerseliges Dreiviertelfest, nur hier und da von temperamentvollen Chansons durchzogen. Immer wieder erzählte die Niessner aus dem Leben der Piaf, und sie tat das mit dem vollendeten Glanz ihrer Stimme, die – sehr ähnlich zu der der Piaf – zärtlich flüstern, aber auch vulgär kreischend fluchen kann.

Die beiden Mitmusiker und Evi Niessner erzeugten eine Stimmung, als sei man nicht in der Klosterkirche, sondern in einem französischen Varieté, irgendwann in den 50er Jahren. Im ersten Teil des gut 90-minütigen Konzertes waren bekannte Stücke der Piaf nicht anzutreffen. Aber „der traurigste Tango der Welt“ von Kurt Weill und „Parlez moi d’amour“ („Erzähl‘ mir von der Liebe“) blieben im musikalischen Gedächtnis haften.

Das Leben der 1963 verstorbenen Chanteuse war, folgt man den Worten Evi Niessners, dramatisch – und so klang die Musik. Wahrscheinlich war es halb so interessant für die Gäste, die kein Französisch sprechen. Das R der Niessner rollte zum Niederknien, ihre schauspielerische Qualität ist ebenso gut wie ihre Stimme.

Im zweiten Teil der Show „Chanson divine“ kamen sie dann: „La vie en rose“, „Milord“, „Non, je ne regrette rien“, die großen Chansons von Édith Piaf, bemerkenswerterweise bis auf das erstgenannte (1947) in der Endphase von Piafs Karriere entstanden. Zwischendurch erfährt das Publikum, dass Édith Piaf französische Künstler gefördert hat und mit vielen befreundet war. Evi Niessner hat ab sofort auch viele Freunde in Remscheid.

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