Und es wird teurer

Umbau des Freibads Eschbachtal verzögert sich

Der Umbau des Freibads Eschbachtal erfolgt später als geplant und wird deutlich teurer.
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Der Umbau des Freibads Eschbachtal erfolgt später als geplant und wird deutlich teurer.
  • Frank Michalczak
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Freibad öffnet auch 2023. Die Kosten für den Umbau steigen laut Prognosen.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Wer möchte, kann nun doch im kommenden Jahr im Freibad Eschbachtal schwimmen gehen. Wie Sportdezernent Thomas Neuhaus den Ortspolitikern im Hauptausschuss mitteilte, werde sich die geplante Modernisierung der Anlage verzögern. Die Kosten bei diesem Projekt beziffert der zuständige Fachdienstleiter der Verwaltung Martin Sternkopf nun auf 24,5 Millionen Euro. Ursprünglich sollte das Ganze 14 Millionen Euro kosten.

Ein Faktor für diese Steigerung ist der Hochwasserschutz, der nach der Flut 2021 deutlich an Gewicht gewonnen hat. Die ursprüngliche Konzeption für das Bad musste verändert werden, um die Gefahr zu bannen, dass es noch einmal in Schlammmassen versinkt. „Dazu überlegen wir, den Eschbach renaturieren zu lassen,“ erklärt Sternkopf, der von Fachleuten hörte, dass dies eine „historische Chance“ sei.

Um Fördermittel zu erhalten, seien aber Gutachten nötig. „Außerdem haben wir es mit einer Gemengelage zu tun, an der zahlreiche Personen, Behörden und Kommunen beteiligt sind“, erklärt Sternkopf. Das Spektrum reiche von der Nachbarstadt Wermelskirchen, über die Technischen Betriebe Remscheid bis hin zur Bezirksregierung Düsseldorf, bei der Zuschussfragen zu klären sind. So komme es dazu, dass die Bagger erst nach der Badesaison 2023 im idyllischen Tal vorfahren.

Wenn alles gut laufe, könnten im darauf folgenden Winter die ersten Abrissarbeiten beginnen. Sie wären dann der Vorbote für die Modernisierung des Bades, dessen veraltete Technik dazu führt, dass der Betrieb seit Jahren auf Sparflamme läuft.

Steigende Baupreise sind einkalkuliert

Sternkopf rechnet mit einer Bauzeit von eineinhalb bis zwei Jahren, so dass die Anlage im besten Fall im Sommer 2025 neu eröffnet werden kann. In jene 24,5 Millionen, die dabei investiert werden sollen, seien die Preissteigerungen im Bausektor bereits eingeflossen. „Es ist der absolute Wahnsinn“, erklärt Sternkopf, der aktuell 130 000 Euro mehr für den neuen Kunstrasenplatz und Flutlichtmasten bei der Sanierung der Sportanlage Hackenberg veranschlagt. Bei dem Umbauprojekt in der Sportstätte Reinshagen rechnet er nun mit 4,6 Millionen Euro. Vorgesehen waren ursprünglich 2,8 Millionen Euro.

Standpunkt von Axel Richter: Auf der langen Bank

axel.richter@rga.de

Nicht mehr 14 Millionen Euro, sondern 24,5 Millionen Euro soll das neue Freibad im Eschbachtal kosten. An der Kostenexplosion trägt ausnahmsweise nicht die öffentliche Hand, sondern der Kriegsherr im Kreml die Hauptverantwortung. Die Folgen für die Stadt bleiben die gleichen: Neue Fördermittel müssen beantragt und neue Gutachten geschrieben werden. „Außerdem haben wir es mit einer Gemengelage zu tun, an der zahlreiche Personen, Behörden und Kommunen beteiligt sind“, heißt es aus dem Remscheider Rathaus.

Bei allem Respekt: Das klingt nicht danach, als würden im Herbst nächsten Jahres die Abrissbagger anrollen, und danach Neues entstehen. Es klingt danach, als würde die im Kommunalwahlkampf 2020 angekündigte Sanierung noch viele weitere Jahre auf sich warten lassen. Nach dem DOC in Lennep, dem Sinn-Leffers in Alt-Remscheid wäre damit ein weiteres Zukunftsprojekt wenn nicht geplatzt, so zumindest auf die lange Bank geschoben.

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