Mein Blick auf die Woche in Remscheid

Es ist jetzt nicht die Zeit für neue Teiche

axel.richter@rga.de
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Die Energiepreise explodieren, die Stadtwerke präsentieren ihren Kunden exorbitante Abschlagszahlungen. Viele wissen nicht, wie sie das bezahlen sollen. Die Stadt muss ihnen notfalls helfen, fordert RGA-Lokalchef Axel Richter. Das heißt auch: Jetzt ist nicht die Zeit für teure Teiche.

Remscheid. Ausmagerungen, Spurrinnen und Risse im Asphalt: Das 429 Kilometer lange Straßennetz in Remscheid hat weiter an Substanz verloren. In den Sommerferien reichen das Geld und das Personal der Technischen Betriebe für drei größere Sanierungen, nämlich die Sanierung der Klausener Straße, der Sieper Straße und der Alexanderstraße.

Die Nachricht weckt Begehrlichkeiten. Wenn man schon einmal dabei sei, dann möge man bitte auch die Büchelstraße neu machen, erklärt eine Remscheiderin. Es sei ein einziges „Gehüpfe“. Die Güterstraße bitte auch, fordert ein anderer. Und dazu den Schneppendahler Weg, erklärt die Dritte, denn der sei eine Katastrophe. Die Wunschliste lässt sich lang fortsetzen.

Zur gleichen Zeit stimmt Stadtkämmerer Sven Wiertz (SPD) die Remscheider auf schwierige Zeiten ein. Die sind für viele jetzt schon erreicht, denn Putins Krieg in der Ukraine lässt die Energiepreise explodieren, weshalb die Stadtwerke ihren Kunden zum 1. August exorbitante Abschlagszahlungen in Ausschicht stellen.

Für viele Remscheider wird es nicht mehr reichen, den sprichwörtlichen Gürtel enger zu schnallen. Und auch die gut gemeinten Ratschläge zum Energiesparen dürften am Ende jenen nicht helfen, die heute schon gerade so eben über die Runden kommen.

Die Stadt Remscheid tut deshalb gut daran, sich in Zukunft auf das Nötigste zu beschränken. Zwar ließ sich gegen Ende der Woche mit Abschluss der Koalitionsverhandlungen von CDU und Grünen in Düsseldorf die gute Kunde von einer Altschuldenregelung zugunsten der Kommunen vernehmen. Damit gewänne die Stadt wieder neue Spielräume Allerdings lässt sich in ein solches Papier alles mögliche hineinschreiben. Was am Ende davon umgesetzt wird, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Niemand weiß, wie sich der Krieg, in dem wir natürlich längst Partei sind, weiter entwickelt. Sicher ist dagegen, dass Inflation und steigende Zinsen die Stadtkasse stärker belasten.

Es ist deshalb nicht die Zeit für Straßensanierungen wegen „Gehüpfes“. Und es ist schon gar nicht die Zeit für den Neubau eines Teiches im Stadtpark, der eine teure Zisterne benötigt. Ein Teich, der nicht von einem Bach gespeist wird, hätte vielmehr niemals angelegt werden dürfen.

Es ist die Zeit für Daseinsvorsorge. Das ist, wofür die chronisch klamme Stadt Remscheid ihr Geld jetzt zusammenhalten muss.

TOP: Endlich: Die Stadt will Auto-Posern das Verweilen verbieten.

FLOP: Ausgerechnet jetzt: Das Freibad schließt an schönsten Tagen im Jahr.

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