Konzert

Es geht auch ohne Bass: Drummer und Gitarrist rocken das Miro

Welturaufführung: Jan Christoph Heinsch und Dietmar Weber zusammen im Miro.
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Welturaufführung: Jan Christoph Heinsch und Dietmar Weber zusammen im Miro.

Ungewöhnliches Konzert mit Dietmar Weber und Jan Christoph Heinsch.

Von Peter Klohs

Remscheid. Das Miro an der Scharffstraße war am Samstagabend gut besucht, eben so, dass sich kein Gedränge ergab und die Konzertbesucher die beiden agierenden Musiker gut beobachten und hören konnten. Besonderes stand an, denn Schlagzeuger Jan Christoph Heinsch kündigte nicht weniger als eine Welturaufführung an: „Eine absolute Premiere im Miro.“ Im Duo mit dem Gitarristen Dietmar Weber war der Drummer noch nie aufgetreten.

Waren die Konzertbesucher beim eher außergewöhnlich besetzten Duo zunächst etwas vorsichtig, verflüchtigte sich dieser Eindruck durch den homogenen Sound der beiden schnell. Den fehlenden Bass vermisste man spätestens nach dem dritten Stück nicht mehr. Dietmar Weber erledigte diese Funktion dank seines flexiblen und technisch hochqualitativen Spiels gleich mit.

Das Drumset von Jan Christoph Heinsch war minimalistisch aufgebaut: Eine Bass-Drum, eine Snare, zwei Becken, Chimes, das war´s. Der Mann benötigt keine monströse Schießbude, um zu grooven, zu swingen und überhaupt der Musik einen dienlichen Rhythmus zu verleihen. Er spielt leise, was ihm, wie er in einer Pause erzählt, nicht immer leicht gefallen ist. „Das war ein jahrelanger Prozess“, gibt er zu. „Ich spiele auch für den Frauenchor Ehringhausen, und da darf man nicht laut spielen. Nach sechs Jahren konnte ich es dann.“

Wie das annäherend dreistündige Konzert im Miro eindrücklich beweist. Aufgeteilt in drei Sets gab es Musik in einer weiten Bandbreite zu hören: Pop, Rock, Balladen, Jazz, Folk. Dietmar Weber beherrscht alle diese Spielarten, und singen kann er auch noch. Nur mit seiner akustischen Gitarre, die er ohne Samples und Schnickschnack spielt, kreiert er einen eigenen Sound, der Percussion auf dem Gitarrenkorpus sowie zahlreiche Flageoletttöne beinhaltet. Beide Musiker arbeiten mit einer feinen Dynamik. Das erkennbar einzige Hilfsmittel ist ein Effektgerät für Webers Stimme.

Und so hören die Gäste eine sensible Version des One Hit Wonders „74 / 75“ der Band The Connells, bemerken den durch Schlagzeugbesen erzeugten Groove von Heinsch, der Simon und Garfunkels „The Boxer“ von jeglicher Balladennähe befreit, singen bei „The city of New Orleans (Arlo Guthrie) stimmgewaltig mit und entdecken mit „Get lucky“ ein eher unbekanntes Werk der Dire Straits. Und beim letzten Stück des Abends, AC/DCs „Highway to hell“ sitzt dann Miro-Inhaber, Torsten Dehnke, am Schlagzeug und gibt unter dem Beifall des Publikums den Rhythmus vor.

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