Erzählerin Simonetti reißt Publikum mit

Programm auf Deutsch und Italienisch

Von Dela Kirchner

Lennep. Eine komplette literarische Vorlage als Erzähltheater auf die Bühne bringen – und das Ganze dann auch noch zu einem nicht unerheblichen Teil auf Italienisch? Kann sowas in Lennep funktionieren? Und wie: Wenn man Antonella Simonetti heißt, im Bergischen bereits einen regelrechten Fanclub hat und in einer so perfekt passenden Örtlichkeit wie dem Rotationstheater zu Gast ist.

Wer, wie wohl die meisten der Anwesenden, kein oder nur sehr wenig Italienisch verstand, hatte überhaupt keine Probleme, die emotional und mit vollem Körpereinsatz vorgetragenen Textteile in der Muttersprache der Geschichtenerzählerin einfach mitzufühlen, statt Wort für Wort zu verstehen.

Künstlerin widmete sich dem Stück „Der Mann, der nicht sprach“

Vermutlich wäre es sogar möglich, die Dramatik der vorgetragenen Geschichten nur anhand der Mimik und Gestik von Antonella Simonetti zu erahnen. Das Stück, das sie diesmal für das Publikum in Lennep ausgewählt hatte, war thematisch so aktuell wie nie: „Der Mann, der nicht sprach“ handelt vom lebenswichtigen Pflanzen von Bäumen. Frei nach der Vorlage von Jean Giono mit dem Originaltitel „Der Mann, der Bäume pflanzte“ aus dem Jahr 1953 blieb der Kern der Botschaft der Gleiche, ganz egal, ob die Geschichte in Italien oder in Frankreich spielt.

Der Protagonist der Geschichte, der einsam und stumm lebende Schäfer und Einsiedler (im Original Elzéard) hat es sich zur Aufgabe gemacht, jeden Tag Samen von Bäumen in die Erde zu bringen und eine lebensfeindliche, öde Gegend in lebendige Natur zu verwandeln. Selbstlos und unbeirrbar, Tag für Tag, sortiert der spätere Imker Eicheln und Bucheckern und bereitet sie für die Pflanzung vor. Hunderte von Kilometern legt er dafür zu Fuß zurück.

Mit dieser feinsinnigen Geschichte brachte Antonella Simonetti ihr Publikum zum Nachdenken. Oder, um es mit dem Autor des Stückes zu sagen: „Wenn ich so sehe, wie ein einziger Mensch sich auf seine physischen und moralischen Kräfte verlassend genügt, um aus einer Wüste ein gelobtes Land zu machen, denke ich, dass die Menschheit trotz allem bewundernswert ist. Um so etwas zu schaffen, braucht es dauerhafte Seelengröße und selbstlose Großzügigkeit.“

Jean Giono hat die Rechte für die Veröffentlichungen von „Der Mann, der Bäume pflanzte“ kostenlos abgetreten; die Geschichte ist im Internet zu finden.

Mehr zu Antonella Simonetti und ihren Programmen sowie Terminen sind online zu finden:

www.antonella-simonetti.com

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