Konzert

The Cast: So viel Spaß kann Klassik machen

The Cast Rockoper
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„The Cast“ bekamen im Teo Otto Theater viel Applaus.

Konzert: Publikum feiert den Auftritt im Teo Otto Theater enthusiastisch. Mit Witz, Humor und Leichtigkeit gibt´s Klassik mal aus einer anderen Perspektive.

Von Peter Klohs

Remscheid. Bereits zum zweiten Mal gastierte das international besetzte Sextett The Cast am Freitagabend im Teo Otto Theater, pünktlich zum 118. Geburtstag des Bühnenbildners und Namensgebers für das erste Haus am Platze. Die drei Sängerinnen sowie die zwei Sänger haben es sich zur Aufgabe gemacht, klassische Vokalmusik auf leichte, humorvolle Art und trotzdem mit erstklassiger Qualität darzubieten. Sie und der das Ensemble begleitende Pianist schaffen es, eine in der klassischen Musik sehr selten zu hörende Leichtigkeit herzustellen, in der die Künstler zwar ihre Arbeit hochgradig ernst nehmen, sich selbst aber nicht so sehr.

So sind die Wortbeiträge des singenden Quintetts stets humorvoll. Ein kleines Beispiel: Altistin Sascha stellt sich vor. „Ich komme aus St. Petersburg, der schönsten Stadt in ganz Russland. Ich wohne jetzt in Berlin, der schönsten Stadt in ganz . . . Brandenburg.“

Wie Sascha sprechen alle Mitglieder des Ensembles Deutsch: der aus Chile stammende Tenor Jorge, die amerikanische Sopranistin CarrieAnne, ihre Kollegin Anne, die Mezzosopranistin ist, und der aus China stammende Pianist Yu-Cheng, der ganze Wagner-Opern ohne Ansicht der Noten spielen kann. Dazu der „Quotendeutsche“ Till, der den Basspart übernommen hat.
Puppenspieldrama: Sven Graf, künstlerischer Leiter des Teo Otto Theaters, erklärt, warum das Publikum unbedingt „Untergang des Hauses Usher“ sehen sollte.

Der Reigen der Musik beginnt mit Mozarts Figaro und „O sole mio“, bei dem der Tenor seine Klasse beweisen kann, geht hin zur Operette („Ganz ohne Weiber . . .“ aus Emmerich Kálmáns „Die Czardasfürstin“) hin zu Verdis Oper Rigoletto, die Jorge besonders liebt, weil er da als Tenor „mal das Arschloch sein darf“.

Nach der Pause wartet Verdis Oper „Der Troubadour“ auf die 200 Besucher des Konzertes, inklusive „We will rock you“. Und Anne singt eine Arie aus besagter Oper, in der morbiderweise ein Kind ins Feuer geworfen wird. Mimi und Rodolfo verlieben sich in Puccinis La Bohème ineinander („Aber es ist eine Oper. Man ahnt, wie das endet“). Zum besseren Verständnis des turbulenten Geschehens wird mit sehr lustigen „Untertiteln“ gearbeitet, Till und CarrieAnne holen eine Arie aus Mozarts Zauberflöte hervor und der Pianist spielt in seinem Solo Tschaikowsky. Mit „Funiculi Funicola“ beginnen die drei Zugaben, die mit Mozarts Figaro endet.

Das Ensemble The Cast versieht die zuweilen zu ernsthafte und verbissene Klassik-Szene mit einem großen Flecken Humor. Dass die Künstler ihre Erstklassigkeit trotzdem angemessen zur Schau stellen können und dürfen, ist ihnen hoch anzurechnen. In Remscheid wurde The Cast enthusiastisch gefeiert.
Mehr Kultur aus Remscheid: Dr. Pop im Rotationstheater Lennep

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