Start zur Corona-Impfaktion

Die ersten 120 Remscheider sind geimpft

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Ralf Könntgen gehörte zu den ersten Remscheidern, die von Andrea Saniter geimpft wurden.

Der Impf-Start in Remscheid ist geglückt.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Am Sonntag wurden in der Senioren-Residenz Alloheim an der Burger Straße 120 Dosen des ersten zugelassenen Impfstoffes gegen das neuartige Coronavirus an Bewohner und Mitarbeiter sowie Mitarbeiter anderer Pflegeeinrichtungen verabreicht.

Saniter (3. v.l.) zeigte sich wie die anderen Beteiligten, darunter OB Mast-Weisz (l.) und Feuerwehrchef Eul-Jordan (4.v.l.) zufrieden mit dem ersten Impf-Tag.

„Das hat super geklappt“, fasste Dr. Bettina Stiel-Reifenrath, Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung in Remscheid, das Ergebnis des ersten Impf-Tages am Abend zusammen.

Auch die anderen Beteiligten zeigten sich hochzufrieden. Von einem „wichtigen Tag für die Stadt“ sprach Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD). Feuerwehrchef Guido Eul-Jordan, für den logistischen Teil der Impfaktion verantwortlich, lobte die Arbeit des Logistikers und die Kooperation mit dem Altenheim. Vor allem aber wurden alle 120 gelieferten Dosen verabreicht, ohne eine zu verschwenden. Und ohne, dass einer der Geimpften eine Sofortreaktion gezeigt hätte.

Ursprünglich angekündigt waren für Sonntag eigentlich 180 Impfdosen, doch durch Unklarheiten im Meldesystem war es dazu gekommen, dass weniger geliefert wurden. „Es ist aber nichts verloren“, beruhigte Eul-Jordan. Die restlichen Impfungen würden am 30. und 31. Dezember mitgeliefert. Dann sollen an beiden Tagen je 490 Dosen nach Remscheid kommen, die in insgesamt zehn Altenheimen an Bewohner und Personal verimpft werden.

„So wünsche ich mir das für die nächsten Impfungen.“
Ärztin Andrea Saniter über den Start der Impfkampagne

Die erste Lieferung hatte Remscheid am späten Vormittag pünktlich erreicht – in einer Schachtel mit 24 Ampullen. Unter Aufsicht eines Apothekers wurde der darin befindliche Impfstoff mit Kochsalzlösung verdünnt, so dass aus jedem Gefäß je fünf Dosen aufgezogen werden konnten. Gegen 11.30 Uhr schließlich sei die erste Impfung in Remscheid gespritzt worden, berichtete Guido Eul-Jordan.

Remscheid: Lieferung kam pünktlich

Insgesamt 67 Personen, Bewohner wie Personal, wurden im Alloheim geimpft, das entspricht etwa 70 Prozent. Die übrigen 53 Impfdosen gingen an Mitarbeiter anderer Pflegeeinrichtungen, die sich bereiterklärten, sich im Alloheim impfen zu lassen. Sie alle erhalten am 17. Januar die nächste Spritze, so erreichen sie die angestrebte Immunisierung.

Man habe so nicht nur alle vorhandenen Dosen genutzt, sondern auch verhindert, dass der Impfstoff gelagert werden müsse, sagt Eul-Jordan: „Das war der Einrichtungsleitung wichtig, dass hier nichts über Nacht im Kühlschrank liegt.“ Schon im Vorfeld zum europaweiten Auftakt der Impfaktion hatte die europäische Polizeibehörde gewarnt, dass Kriminelle es auf den Impfstoff abgesehen haben könnten. Auch vor dem Alloheim zeigte die Polizei deutlich Präsenz.

Von einer „Welle der Hilfsbereitschaft“ berichtete Andrea Saniter. Die medizinische Leiterin des Impfzentrums nahm zusammen mit Stiel-Reifenrath die ersten Remscheider Impfungen vor. Gerade auf den Altenheimen habe in den letzten Monaten coronabedingt ein enormer Druck gelastet, erklärte Saniter. Entsprechend groß sei nun die Freude über den Start der Impfungen gewesen. Und entsprechend gut die Vorbereitung: „So wünsche ich mir das für die nächsten Impfungen.“

Die wird es in den kommenden Wochen nur in Altenheimen geben. Das Impfzentrum in der Halle West werde erst in Betrieb genommen werden, wenn sehr viel mehr als die vorerst angekündigten 2080 Dosen ihren Weg nach Remscheid finden, bestätigte Krisenstabsleiter Thomas Neuhaus (Grüne) erneut: „Das haben wir hier vor Ort nicht in der Hand.“ Wann der Großteil der Remscheider Bevölkerung geimpft sein wird, steht also noch in den Sternen. „Das wird seine Zeit dauern“, sagte OB Mast-Weisz. „Aber der Anfang ist gemacht.“ 

Corona-Zahlen

Über die Weihnachtstage gab es in Remscheid neun weitere Corona-Tote, sie waren zwischen 78 und 93 Jahre alt. Derweil ist die Sieben-Tage-Inzidenz deutlich gesunken, was aber auch daran liegen kann, dass während der Feiertage weniger getestet wurde.

Standpunkt: Nicht kirre machen lassen

Von Sven Schlickowey

Nein, der Impfstoff enthält keine Mikrochips. Nein, Bill Gates hat nichts damit zu schaffen. Und: Nein, er ist auch nicht mit „heißer Nadel“ gestrickt. Stattdessen wurde er an außergewöhnlich vielen Menschen getestet, mehr als bei den meisten anderen Impfstoffen vor deren Zulassung, und fast die Hälfte davon wurden nach der Verabreichung noch mindestens drei Monate beobachtet.

sven.schlickowey@rga-online.de

So schnell ging das mit der Zulassung nur, weil nahezu alle verfügbaren Ressourcen reingesteckt wurden, die Forscher mussten nicht auf die Bewilligung von Geldern warten und die Probanten standen Schlange. 

Ja, es wird Nebenwirkungen geben, wie bei jeder Impfung, aber der Nutzen wird nach allem, was wir wissen, den möglichen Schaden um ein vielfaches übersteigen. Bitte lassen Sie sich nicht von halben Wahrheiten und ganzen Lügen kirre machen. Informieren Sie sich bei seriösen Quellen. Nutzen Sie die Chance, die der Impfstoff uns allen bietet. Ach, und nein, ich werde nicht von der Pharmaindustrie bezahlt. Ich möchte nur, dass dieser Corona-Mist endlich aufhört. 

Aktuelle Informationen zur Corona-Situation in Remscheid erhalten Sie in unserem Corona-Blog.

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