Gericht

Erst gefesselt und dann vergewaltigt?

Einschlägig vorbestrafter Mann steht vor Gericht.
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Einschlägig vorbestrafter Mann steht vor Gericht.

Ein einschlägig vorbestrafter Mann steht vor Gericht.

Von Dirk Lotze

Remscheid. In einem Prozess um Vergewaltigung einer Prostituierten in Remscheid bestreitet der Angeklagte (54) sexuelle Übergriffe auf die Geschädigte. Der Mann ist einschlägig vorbestraft, hat achteinhalb Jahre Haft verbüßt, war vorübergehend in Sicherungsverwahrung und lebte bis zu seiner erneuten Festnahme ohne eigene Adresse bei Verwandten. Tatort war am 10. Juli 2020 die leerstehende, frühere Mannesmann-Unternehmervilla an der Burger Straße.

Zum Prozessbeginn Dienstag gab der Mann im Landgericht Wuppertal an: Es habe Schläge im Streit gegeben, weil ihm die Geschädigte nicht gefallen habe. Das Haus habe er sich ausgesucht, weil es ihn „fasziniert“ habe.

Laut Anklage empfing der 54-Jährige die Frau am Tatabend am Haus, zahlte, und begann danach seinen Übergriff. Im Lauf des Geschehens habe er die Frau geschlagen und an den Händen gefesselt. Sie habe ihn abgewehrt, sie sei herzkrank. Schließlich habe sie beteuert, sie habe Kinder, für die sie sorgen müsse. Darauf habe er von ihr abgelassen. Er soll ein Video aufgenommen haben, auf dem er ihr Text zum Nachsprechen vorgegeben habe: Für 500 Euro mache sie alles. Es sei alles freiwillig geschehen.

Der Version des Angeklagten zufolge gab es Streit, weil die Frau anders ausgesehen habe als auf einem Reklamefoto im Internet: „Ich habe gesagt, sie kann gleich wieder abzischen.“ Sie sei es gewesen, die aggressiv wurde, Geld verlangte, und die ihn bespuckte. Einfach zu gehen, sei ihm nicht eingefallen. Er habe gefürchtet, sie würde zur Polizei gehen. Später habe er sich geschämt.

Zu der mit Ranken bewachsenen Villa erklärte der Mann: Die Tür habe offen gestanden, und er habe sich mehrfach dort umgesehen. Er habe sich mit der Prostituierten dort verabredet, weil er Sex wollte und für das Treffen nicht das Ehebett seiner Verwandten benutzen wollte. Das Bergsteigerseil für die Fesselungen habe er am selben Tag gekauft.

Die Geschädigte soll kommende Woche aussagen.

In einem Strafprozess um Gewalt und Erpressung über womöglich 10.000 Euro im familiären Umfeld stehen zwei Angeklagte aus Remscheid vor dem Landgericht in Wuppertal. 

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