Impro-Theater

Erlebte Spielfreude begeistert Publikum

Springmaus in der Klosterkirche.

Von Monika Meurs

Remscheid. Was haben Erdbeertorte, Stracciatella im Auge, ein Zebra vor der Garage und klimaneutrales Reisen mit Hüftschwung zu tun? Eigentlich nichts. Anders verhält sich das bei den Akteuren des seit 1982 existierenden Improvisations-Theaters „Springmaus“. Die Darsteller finden immer einen Zusammenhang zwischen „Osmose im Auge“ und „Sex mit einem Tauchsieder“; und sei er noch so abstrus.

Die Springmäuse können nichts dafür: Solche und anderweitige Stichworte aus den Reihen des Publikums werden zu spontan liebenswert-fantasievollen Geschichten, frei erfunden und mit Hingabe sowie unverkennbarer Spielfreude dargeboten. Aus allem Möglichen und Unmöglichen entstehen unvorhersehbare Szenarien. So auch bestens umgesetzt in der Klosterkirche.

Die vierköpfige Springmaus-Spielschar mit Norbert Frieling, Sandra Sprünken, Christoph Bahr sowie dem begnadeten Pianisten Tobias Hebbelmann eroberte den ausverkauften Saal im Sturm. Unter dem Motto „BÄÄM – Die Gameshow“ eröffneten die Aktiven den Abend. „Angeschnallt und mitgemacht – lasset die Spiele beginnen“, lautete die Devise. Und da ließen sich die Zuschauer nicht lange bitten. Stichworte kamen aus dem Publikum – die Springmäuse setzten alles in Wort und Schauspiel prompt um.

Kurzerhand wurde aus der Schneckenplage im Garten ein Jazz gemacht, die Unterschiedlichkeit des Applaudierens im direkten Städte-Vergleich zwischen Düsseldorf und Köln augenzwinkernd analysiert.

Großen Beifall erhielten die Darsteller, als es um das Wechseln des Zweikanal-Tons hinüber in Sprache ging. Es wurde in ostfriesischer Mundart gesprochen. Keiner hatte Ahnung, ob das alles so seine Richtigkeit hatte, aber alle hatten merklich ihre Freude an der Umsetzung.

Unterm Strich haben alle Anwesenden die Erkenntnis erlangt: Laufen ist wie Schwimmen ohne Arme. Da wurden Schlagworte wie „beschämte Angst“ und „Albernheit“ in einen unterhaltsamen Kontext gebracht. Das ist schon Kunst, gelebte Spielfreude. Vor allem, wenn das alles mit einem Eierlikör in Wuppertal endet. Muss man nicht verstehen, war halt alles spontan und nicht geplant. Und genau deswegen auch einmalig.

„Man weiß nie, was passiert. Jeder Auftritt ist anders. Das ist für uns wie auch für die Zuschauer eine Wundertüte“, so Norbert Frieling. „Das Publikum ist der heimliche Regisseur. Immer wieder überraschend wie amüsant für alle, das ist gelebte Spielfreude.“

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