Verein lädt ein

Eritreische Kaffee-Zeremonie in Remscheid: Für die Zubereitung sind nur Frauen zuständig

Die Mitglieder des Vereins Eritrean Community in Lennep pflegen die Kaffeetradition ihres Heimatlandes.
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Die Mitglieder des Vereins Eritrean Community in Lennep pflegen die Kaffeetradition ihres Heimatlandes.
  • VonKerstin Neuser
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Der Verein „Eritrean Community“ pflegt die Kaffeetradition in Lennep.

Von Monika Meurs

Remscheid. Auf einen Kaffee – unter diesem Motto lud der Verein „Eritrean Community in Remscheid“ zum Besuch in seine Räumlichkeiten am Mollplatz in Lennep ein. Hier wurde Einblick in eine besondere Tradition geboten: einer eritreischen Kaffee-Zeremonie.

Die traditionelle Zubereitung, die Art des Servierens sowie die Verkostung des frisch gerösteten Kaffees ist Lebenskultur bei den Menschen aus Eritrea. Kein Wunder, denn zusammen mit Äthiopien wird der Staat auch „Wiege des Kaffees“ genannt. Und die Zubereitung des köstlichen Getränkes ist dort absolute Frauensache. „Kaffee zu kochen, zu trinken und dabei in der Gemeinschaft Zeit zu teilen, das ist für uns Kulturgut. Das ist ein wichtiger Bestandteil des sozialen Lebens. So kommen wir gemeinsam ins Gespräch, erfahren gleichzeitig Entspannung und wir zollen den Erzeugnissen der Natur Ehrerbietung“, so Dawit Kuflu, Vorsitzender des gastgebenden Vereins.

Mit Stolz sowie sichtbarer Freude und jahrelanger Erfahrung mit dem Umgang des „Schatzes Kaffee“ bereiteten Rahwa Rstu und Senayt Kidne die Spezialität ihres Heimatlandes zu. „Das lernen Mädchen bei uns schon von Kindesbeinen an“, so Rahwa Rstu. „Und es ist keine Dienstleistung, keine Herabwürdigung, sondern eine Ehre, dass nur wir Frauen um die Geheimnisse dieser Tradition wissen, sie stolz aufrecht erhalten und weitergeben können.“

Augenzwinkernd fügt sie hinzu: „Männer können und sollen anderes machen, aber Kaffee kochen liegt allein in Frauenhand.“ Dem konnte Dawit Kuflu nur zustimmen: „Unsere Kaffee-Zeremonie ist dafür da, um Zeit miteinander zu teilen, abzuschalten. Ist natürlich auch dazu bestimmt, ein wenig verwöhnt zu werden und Respekt zu zeigen vor den Schätzen der Natur, den Menschen, mit denen man zusammensitzt, und den Gedankenaustausch zu pflegen.“

Die Zubereitung des Kaffees ist wahrlich eine Kunst. Die Frauen waschen grüne Bohnen, diese werden anschließend in einem Topf geröstet. Sind die Bohnen dunkel genug, wird der Topf herumgereicht, damit jeder den Duft genießen kann. Anschließend werden die Bohnen zermahlen, in einen Pot gegeben und für etwa eine halbe Stunde erhitzt. Ein wenig abgekühlt, findet der fertige Kaffee in Porzellantassen den Weg zum Tisch. Dabei ist viel Zucker im Spiel. „Ein unglaublich erfahrungsreicher Nachmittag“, so der Tenor der Gäste. Infos zu Angeboten des Vereins unter Tel.: 0176/64363853.

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