Ferienaktion

Erfolg spricht für Fortsetzung

Die Jugendlichen sind im Workshop der Kulturwerkstatt Ins Blaue begeistert bei der Sache. Foto: Roland Keusch
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Die Jugendlichen sind im Workshop der Kulturwerkstatt Ins Blaue begeistert bei der Sache.

Jugendliche lernen im Workshop mit Marko Leckzut die Basis der Graffiti-Kunst.

Von Peter Klohs

Alt-Remscheid. In der Mitte der Woche ist es doch noch richtig heiß geworden, und die Teilnehmer des Graffiti-Workshops an der Halskestraße am Honsberg sind froh, dass sie auf der Rückseite des Hauses im Schatten arbeiten können. „Heute haben wir 7 Teilnehmer“, berichtet Marko Leckzut (47), Graffitikünstler seit 30 Jahren und Leiter des Workshops der Kulturwerkstatt Ins Blaue, der sich an Kinder ab 12 Jahren wendet. „Am Montag sind wir mit 5 gestartet, und dann kommen wieder Kids hinzu, so dass ein dynamischer Prozess entsteht.“

Der Workshop war ursprünglich für die letzte komplette Ferienwoche geplant, wird aber nun auf die beiden Ferientage in der kommenden Woche (10. / 11. August) ausgeweitet. Zunächst einmal hat der Leckzut den Jugendlichen vermittelt, was Graffiti ist: Kunst im öffentlichen Raum.

Dann haben sie zusammen erste Entwürfe gestaltet. Dazu wurde an der Hausrückseite jeweils ein quadratmetergroßes Stück Fassade abgeklebt, innerhalb dem sich die jungen Künstler austoben können. Und sie nehmen das gerne wahr. Joschi ist fünfzehn und hat Graffiti-Erfahrungen ausschließlich aus Videos auf Youtube. Selbst gesprüht hat er noch nie. „Ich habe in meinem Background Sterne eingearbeitet“, berichtet er Leckzut, der auch sofort losgeht, um sich Joschis Plan anzusehen.

Die Hauswand ist dank der aufgetragenen Farben bunt. Die ersten Mutigen haben eigene Tags entwickelt, mit denen sie ihre Werke gleichsam unterschreiben. Abstrahierte Buchstaben scheinen über Farbflächen zu gleiten, das Wort „Honsberg“ leuchtet babyblau vor einem orangenen Hintergrund, blutrote Kreise in einem violetten Umfeld, das Wort „Hope“ ist zu entziffern.

Begeistert vom Enthusiasmus der Jugendlichen

Der 13-jährige Bela schärft die Umrisse der vier Buchstaben mit deftigen blauen Rändern. „Das ist jetzt schon viel Farbe“, befindet Leckzut, „aber das kann man ausbessern.“ Gesagt, getan. Ein besonderes Spray arbeitet wie ein Radiergummi und entfernt die überflüssige Farbe rückstandslos. „Cutten“ nennt das der Profi, das „Herausschneiden“. Bela arbeitet konzentriert und selbstkritisch. Noch immer scheint er nicht zufrieden.

Sehr zufrieden ist allerdings Ralf Noll, Geschäftsführer des Stadtteils e.V., der Ankermieter im Neuen Lindenhof ist. „Die Nachbarschaftsförderung auf dem Honsberg funktioniert“, befindet er. „Das zeigt sich an einem so kleinen Gemeinschaftsprojekt doch deutlich.“ Noll lobt die Zusammenarbeit zwischen Stadtteil-Verein., der Montag-Stiftung Urbane Räume, der in Remscheid Robert Winterhager vorsteht, von der Kulturwerkstatt Ins Blaue als auch den Kirchen als vorbildlich. Begeistert äußert er sich zum Zuspruch für den laufenden Graffiti-Workshop als auch über den Enthusiasmus, mit dem die Jugendlichen tätig sind. „Wir streben an, den Workshop im Viertel zu etablieren“, verrät Marko Leckzut. „Vor zwei Jahren haben wir das schon einmal mit Erfolg angeboten. Bei diesem Zuspruch kann ich mir vorstellen, dass wir den Graffiti-Workshop drei- oder viermal im Jahr anbieten können.“ Bela arbeitet derweil weiter hochkonzentriert am „Cutten“ der überflüssigen Farbe. Dass er sich dabei den Schweiß von der Stirn wischt, merkt er gar nicht.

Hintergrund

Marko Leckzut ist seit 30 Jahren Graffiti-Künstler und vermittelt im Rahmen des Workshops, dass Sprayen nicht etwas Illegales ist. „Es gibt genug freie Flächen im öffentlichen Raum, auf denen das erlaubt ist.“ Wichtig für jeden Graffiti-Künstler ist sein Tag, eine Art Unterschrift, die man an unmöglichen Stellen anbringen soll, um in der Community bekannt zu sein.

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