Er war der Vordenker der Müngstener Brücke

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Die Voßnackstraße zwischen der Reinshagener- und der Küppelsteiner Straße

REINSHAGEN -wey- Seit mehr als 63 Jahren gibt es in Remscheid die Voßnackstraße. Am 2. Februar 1959 hatte der Haupt- und Finanzausschuss beschlossen, die Verbindungsstraße zwischen Reinshagener- und Küppelsteiner Straße so zu nennen, hat Viola Meike vom Stadtarchiv recherchiert.

Benannt wurde sie nach dem Lehrer Jakob Heinrich Voßnack. Voßnack wurde am 6. Februar 1803 in Elberfeld als Sohn von Georg Heinrich Voßnack(e) und seiner Frau Anna Christina Ruessmann geboren. Er war, wie Wilhelm Rees es beschreibt, „um die Zeit, als die Postkutschenromantik zu Ende ging, Lehrer in Reinshagen“. Tatsächlich unterrichtete Voßnack ab 1825 zunächst befristet an der Schule Struck, erst ab 1831 war er als Lehrer an der Schule Reinshagen tätig. Anfangs schrieb er sich übrigens noch „Voßnacke“, später unterzeichnete er mit „Voßnack“.

Das Unterrichten war ihm offenbar nicht genug – es war die neue technische Errungenschaft Eisenbahn und ihre Möglichkeiten für die aufblühende Remscheider Industrie, die ihn beschäftigte und dazu animierte, eigene Berechnungen für eine Anbindung Remscheids an das Eisenbahnnetz anzustellen. Er stellte sich als Erster der technischen Herausforderung, geleitet von der Erkenntnis, dass die Wege für die Rohstoffe und die Produkte der Industrie zu den Abnehmern zu weit geworden waren.

Wochenlang rechnete er, zeichnete Skizzen, entwarf Denkschriften und schrieb Briefe an den Gemeinderat, die Eisenbahndirektion, an Fabrikanten und das Finanzministerium. Nachdem er große Ersparnisse für den Transport verschiedener wichtiger Güter errechnet hatte („Die Rohstoffbeschaffung wird 45 Prozent billiger, die Exportkosten sinken deutlich, der günstigere Getreidetransport vom Niederrhein wirkt sich auf die Brotpreise aus und damit auf die Lebenshaltungskosten“), entwarf er eine Eisenbahnlinie, die von Vohwinkel über Kohlfurt und Müngsten nach Gerstau, Haddenbach und von dort nach Lennep und Lüttringhausen führen sollte. Allerdings waren zur Verwirklichung des Planes ein Viadukt über die Wupper, dreizehn Brücken und ein Tunnel notwendig. Der Plan wäre nicht finanzierbar gewesen.

Der umtriebige Pädagoge hatte schon 1845 die Idee, eine Eisenbahnlinie über die tiefe Schlucht der Wupper zu spannen, um Solingen und Remscheid zu verbinden und die Linie weiter bis nach Lennep zu führen. Aber auch für dieses Projekt war das Geld nicht zu beschaffen, und es sollte noch ein halbes Jahrhundert dauern, bis der Gedanke einer Eisenbahnbrücke über dem Tal der Wupper bei Müngsten Realität werden konnte. Da war Johann Heinrich Voßnack, der Vordenker dieses grandiosen Vorhabens, schon fast 20 Jahre tot: Er starb am 30. März 1879 in Remscheid. Zum Schluss blieb ein Projekt von ihm übrig: die Linie von Rittershaus bei Oberbarmen über Lüttringhausen, Lennep nach Remscheid, die 1868 eingeweiht wurde. Foto: Michael Schütz

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