Trauer

Künstler Günter Lilge hinterlässt bunte und leuchtende Spuren

Günter Lilge hinterlässt der Stadtgemeinschaft beeindruckende Werke.
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Günter Lilge hinterlässt der Stadtgemeinschaft beeindruckende Werke.

Er schenkte den Menschen Engel. Die leuchtenden Farben der Himmelsgestalten finden sich heute in der Katholischen Kirche St. Michael, zu hohen Festen auch in Neuenhaus und in der Stadtkirche.

Von Theresa Demski

Günter Lilge hat Spuren hinterlassen – bunte, leuchtende Spuren mit Ausstrahlungskraft. Am 26. April ist der Künstler im Alter von 91 Jahren gestorben. Er hinterlässt seine Frau und seine Kinder sowie unzählige Kunstwerke.

1930 im damals schlesischen Brieg geboren, fand er mit seiner Familie im Bergischen eine neue Heimat. Er studierte Malerei und Grafik in Köln und richtete in Opladen sein erstes kleines Atelier ein. Den Lebensunterhalt für die größer werdende Familie allerdings verdiente er vorerst als Werbegrafiker – bevor er sich ganz auf seine Bilder verlegte. 1955 zogen Annemarie und Günter Lilge nach Wermelskirchen, fanden ein neues Zuhause an der Finkenholler Heide und wurden hier heimisch – samt Atelier. Nicht nur Kunstfreunde erkennen seine Aquarell-Werke heute auf den ersten Blick. Seine künstlerische Handschrift war unverkennbar.

Mit Günter Lilge verliert die Kunstszene und die Gemeindewelt auch einen streitbaren Gesprächspartner. Lilge nahm nie einfach hin, sondern stellte sich den Konflikten: Er galt als Mitbegründer der Arbeitsgemeinschaft Wermelskirchener Künstler (AWK).

Kämpfer für die Wermelskirchener Kunstszene

„Weil die Stadt Wermelskirchen nichts für die Kunst tut“, beklagte er damals. Nach kurzer Zeit schied er aus, weil ihm die Strukturen nicht gefielen. Lilge gehörte auch zu den ersten Mitgliedern des Kunstvereins: Als sich die Ehrenamtlichen für die Eröffnung der Galerie am Markt 9 entschieden, stieg Lilge aus. Das Unternehmen hielt er für zu riskant.

Er ging seinen eigenen Weg – stritt, wo er einen Streit für notwendig hielt und setzte dann vor allem künstlerische Zeichen, die dank seiner Großzügigkeit prominente Plätze in der Stadt fanden. Er schuf riesige Krippenfiguren, verewigte sich mit einem Bild, das die heimischen Kirchen in einer Einheit zusammenfasst, gestaltete nicht nur den Altarteppich im Stephanus Gemeindezentrum.

Vor seiner riskanten Herz-Operation sei er damals nach Neuenhaus gekommen, erzählte Dorothea Hoffrogge einmal. „Ich will in meinem Leben ein Altarkreuz gestaltet haben“, verkündete der Künstler entschlossen – und begann mit der Arbeit. Nicht nur das Kreuz gehört jetzt zu dem wertvollen Erbe des Wermelskirchener Künstlers.

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