Zeitungstreff

Er fordert Aufmerksamkeit für die Unterschiede der Geschlechter

Prof. Burkhard Sievers gab Auskunft. Archivfoto: A. Dörschlen/Sana
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Prof. Burkhard Sievers gab Auskunft. Archivfoto: A. Dörschlen/Sana

RGA-Zeitungstreff mit Gendermediziner Prof. Burkhard Sievers

Von Timo Lemmer

Dass sich Arwen Steinhaus und Rebekka Schott aus der 8d des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums mit der Gendermedizin eines seiner Steckenpferde ausgesucht hatten, erfreute Prof.  Burkhard Sievers vom Sana-Klinikum beim digitalen Interview: „Das Thema ist modern und relativ neu. Aber es kommt immer stärker auf und entwickelt sich sehr.“ In der gesamten Medizin müsse die Aufmerksamkeit dafür, dass die Spezifika der Geschlechter für unterschiedliche Symptome sorgen können und auch Therapien angepasst werden sollten, geschärft werden.

Chefarzt Sievers ist Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Angiologie – und eben auch als Gendermediziner ausgebildet. Was sich dahinter denn genau verberge, wollten die beiden Schülerinnen nun beim RGA-Zeitungstreff wissen. Und der Experte des RGA-Projektpartners, dem Sana-Klinikum, stand den bestens vorbereiteten Gymnasiastinnen Rede und Antwort.

Grundsätzlich befasse sich die Disziplin Gendermedizin „mit den Unterschieden von Erkrankungen bei Männern und Frauen“, klärte Sievers auf. „Und natürlich auch beim dritten Geschlecht.“ Dass sich Beschwerden zwischen den Geschlechtern anders äußern können, was wiederum dazu führen kann, dass verhängnisvolle Fehldiagnosen gestellt werden – oder eine Diagnose gar ausbleibt –, das wussten die Schülerinnen bereits.

Sievers: Medizin muss sensibler für Geschlechterfragen werden

„Aber für welche Bereiche gilt das und was sind konkrete Beispiele“, fragten die Interviewerinnen. Sievers erklärte: „Uns Ärzte begegnet das Phänomen insbesondere bei Herzerkrankungen. Gerade Herzinfarkte äußern sich bei Frauen, die eher mal Schmerzen im Oberbauch verspüren, anders als bei Männern.“ Das auf dem Schirm zu haben, auch die Lehrbücher dahingehend anzupassen – dieser Aufgabe müsse sich die Medizin stellen.

Derartige Erscheinungen gebe es zudem häufig bei Lungen- und Stoffwechselerkrankungen. Außerdem sei es wichtig, bei der Medikation sensibler zu sein: Medikamente seien immer für alle Geschlechter gedacht, aber bei der idealen Dosierung gebe es häufig Unterschiede. Weil das oft nicht bedacht wird, brechen gerade Frauen Therapien aufgrund von Nebenwirkungen schneller ab: Das müsse nicht sein.

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