Meine erste Platte

Entscheidend ist das Gefühl

Die (mindestens) zwei musikalischen Welten des Rolf New: Pink Floyds „Pulse“ und „La Bohème“, Puccinis Oper mit Andrea Bocelli und Barbara Frittoli.
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Die (mindestens) zwei musikalischen Welten des Rolf New: Pink Floyds „Pulse“ und „La Bohème“, Puccinis Oper mit Andrea Bocelli und Barbara Frittoli.

Rolf New beschäftigte sich erst spät mit Musik. Seine erste Platte war ganz klassisch.

Von Peter Klohs

Remscheid. Die erste musikalische Liebe im Leben von Rolf New war die Oper. In seinem Elternhaus wurde nicht viel Musik gehört, und konzentriert schon einmal gar nicht. „Meine Eltern hatten ein ganz normales Radio“, sagt der Ur-Remscheider. „Da lief dann meistens ein Sender mit Musik und Informationen.“ Aber diese Musik interessierte ihn nicht wirklich. New selbst bezeichnet sich als musikalischen Spätzünder. Irgendwann hörte er eine Opernarie – und das war es dann. „Die Stimmen haben mich interessiert“, sagt New. „Und die Geschichte, die eine Oper transportiert, war immer spannend. Da wird gestorben und geliebt, es passiert unglaublich viel in so einer Oper.“

New ging bereits auf sein zwanzigstes Lebensjahr zu, als er im Teo Otto Theater eine Aufführung von Rigoletto sah. „Es war ein italienisches Opern-Ensemble zu Gast“, erinnert er sich. „Damals gab es viel Oper in Remscheid.“ Später sah er in Xanten Aida, noch später Nabucco in Verona.

Rolf New gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Gus-Anton-Chores und sang mit diesem auch in Opern. „Ich erinnere mich an eine Aufführung der Oper ‚Der Freischütz‘“, erzählt New. „Und ich hatte eine tragende Rolle: Ich musste eine Leiche von der Bühne tragen.“ Er lacht.

War das musikalische Leben des Remscheiders zunächst ausschließlich von klassischer Musik geprägt, änderte sich dies im Laufe der Jahre. Seine erste Platte war eine LP, die vom Roten Kreuz herausgegeben wurde und klassische Musik beinhaltete. Die LP hat er, wie alle anderen, die er besaß, dem Lions Club gespendet. Heute besitzt er noch CDs.

„Ich liebe seichte Musik“, gibt Rolf New zu. „Ich nenne das: die sanfte Welle. Musik zum Träumen. Man muss Tränen in den Augen haben, wenn man zuhört. Der Stil der Musik ist mir nicht so wichtig, aber es müssen Emotionen rüberkommen. Und man muss hören können, dass sich die Musiker Mühe gegeben haben.“ Fünfzig Mal den immer wieder gleichen Text zu wiederholen, wie es zuweilen in der Popmusik geschieht, ist nicht sein Ding, das sagt ihm gar nichts und langweilt ihn.

Er gibt Beispiele seiner favorisierten Musik: Handy raus und die Playlist aufgerufen, Wir hören: „Rise like a phoenix“ (Conchita Wurst), Oletta Adams, Barbra Streisand im Duett mit Celine Dion, Whitney Houston, deren Tante Dionne Warwick, zwischendurch ein progressives Rockstück der Band Magnum, Einflüsse von Film- und Barmusik, Balladen, dynamisch gestaltet, Easy Listening auf hohem Niveau.

„Insoweit hat sich mein Musikgeschmack schon gewandelt“, sagt er. „Früher war es nur Klassik, heute kann ich auch Harry Belafonte, Pink Floyd und Queen hören. Ganz toll finde ich auch ‚Sound of Silence‘ der Hardrock-Band Disturbed. Ganz groß.“

Auch seine Tochter hatte Einfluss auf den Musikgeschmack

Seine Tochter hat gewiss einen Einfluss darauf gehabt; singt sie doch bei der Hardrock-Coverband Kiesberch. Immer wieder hat Rolf New versucht, seine Musik auch seiner Frau nahezubringen. Bisher vergeblich. „Ich muss manchmal die Musik auch laut hören“, sagt er. „Und das kann meine Frau nicht ertragen.“ Auf Milva können sie sich einigen. Er schenkte seiner Frau einmal einen Konzertbesuch bei der italienischen Sängerin und ging direkt mit. „Tolles Konzert“, urteilt er. Heutzutage geht er nicht mehr in Konzerte. „Ich vermisse das aber nicht wirklich. Man kann sich heute doch so viel im Internet ansehen. Das ersetzt zwar nicht den Live-Eindruck, reicht aber meistens aus.“

Einen Geheimtipp gibt er auch noch bekannt. „Die Gesangsgruppe ‚Gaither Vocal Band‘, ein Quintett aus dem Dunstkreis der Gospelmusik, ist in den USA ziemlich berühmt, in Europa kennt man die so gut wie nicht. Das sollte sich mal ändern. Die Jungs sind so klasse.“

Zur Person

Rolf New wurde 1946 in Remscheid geboren. Er war beinahe 30 Jahre lang 1. Vorsitzender von Frisch Auf Lennep und Gründungsmitglied der Röntgenlüöper. Der gelernte Stuckateur arbeitete späterhin als Produktmanager in der EDV-Abteilung einer großen Düsseldorfer Tageszeitung. New, der eine schöne Baritonstimme sein Eigen nennt, singt in diversen Chören.

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