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EMA-Gymnasiastinnen entspannen beim Yoga

Zweite Stunde des Yogakurses am EMA-Gymnasium: Eloise Scholz (vorne links) und Phoebe Kampik (vorne rechts) sind dabei. Fotos: Roland Keusch
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Zweite Stunde des Yogakurses am EMA-Gymnasium: Eloise Scholz (vorne links) und Phoebe Kampik (vorne rechts) sind dabei.
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Schülermutter Christiane Seipp leitet das freiwillige Angebot in der Turnhalle. Die Idee hatte Sportamtsmitarbeiterin Doris Hermann.

Von Andreas Weber

Shavasana steht immer am Ende der 45 Minuten. Mit der Totenstellung klingt Yoga in der Turnhalle des EMA-Gymnasiums aus. Die Teilnehmerinnen strecken Arme und Beine auf ihren Matten aus, erleben auf dem Rücken liegend minutenlang die totale Entspannung. „Alles ist ruhig, du spürst nur noch deinen Körper“, sagt Kursleiterin Christiane Seipp. Und wer es beherrscht, der schläft dabei nicht ein. Zwölf Mädchen aus der Q1 und Q2 genießen seit Ende Januar ein in Remscheid einmaliges Schulangebot: Yoga für gestresste Schüler.

Oder besser gesagt: Schülerinnen ab 16 Jahren, denn Jungen haben sich an der EMA bislang noch nicht angemeldet. Dienstags um 13.05 Uhr beginnt die Einheit, für die die Teilnehmerinnen ihre Mittagspause opfern. Sie tun dies gerne. Denn, und da spricht die 17-jährige Eloise Scholz für den Rest: „Es ist schön, im Schulalltag zwischendurch runterzukommen.“

Als ausgebildete Yoga-Lehrerin leitet Schülermutter Christiane Seipp den Kurs, der Schüler ab 16 Jahre am EMA-Gymnasium anspricht.

Yoga liegt im Trend. Das spürte Sportamtsmitarbeiterin Doris Hermann beim ersten Yoga-Festival vergangenes Jahr in Remscheid. Zu ihrer positiven Überraschung lockte der Yoga-Tag im September 500 Besucher in die Halle West. Das Ereignis („Ich hatte die Pläne dafür schon lange in der Schublade“) bedeutete die Grundlage für das neue EMA-Angebot. Denn am Ende des erfolgreichen Entspannungstages überlegte sich Doris Hermann, die gesammelten Spenden – eine ordentliche dreistellige Summe – in ein Jugendprojekt zu stecken. Das nötige Material wurde angeschafft: Matten, Klötze und Gurte. An diesem Punkt kam Christiane Seipp ins Spiel. Die 44-jährige Mutter einer Sechstklässlerin am EMA hatte als Yoga-Lehrerin das Festival mitgestaltet. Nach dreijähriger Ausbildung darf Seipp coachen, beschäftigt ist sie bei Medora und spezialisiert ist sie auf Alignment-Yoga nach dem Inder B.K.S. Iyengar.

Bislang hatte sie sich ehrenamtlich in der Mensa des Gymnasiums engagiert und tauscht nun den Esssaal mit der Turnhalle. 20 Schüler können dienstags maximal teilnehmen. Lieber wären Seipp 15, momentan sind es nur 12. Für den Anfang eine sehr gute Zahl, so kann sich Christiane Seipp besser auf den Einzelnen konzentrieren.

„Es ist schön, im Schulalltag zwischendurch runterzukommen.“
Eloise Scholz, EMA-Gymnasiastin

In der ersten Stunde wurde noch viel gekichert. Denn die Übungen sind ungewohnt, müssen erst verinnerlicht werden. Schritt für Schritt wird aufgebaut. Am Dienstag waren Stehhaltungen an der Reihe. „Der Baum“, „das Dreieck“ und „der Halbmond“ zählten zu den Haltungen, die Christiane Seipp den Mädchen näherbrachte. Phoebe Kampik (17) hat schnell gelernt, was Yoga bedeutet: „Man denkt an nichts anderes.“ Die einzelnen Positionen sind teilweise so komplex, dass die Konzentration darauf Gedanken an den Alltag verdrängt.

Der Kurs am EMA ist über die Vorabi-Klausuren im März und die Abi-Klausuren im April und Mai langfristig angelegt. Schulleiter Rainer Schulz hofft, dass Yoga an seiner Schule noch weitere Kreise zieht, auch bei den Jungen. Er selbst hat Yoga kennengelernt, damals in Kombination mit Rückengymnastik: „Ich bin nie gerne hingegangen, war aber nach jeder Einheit froh, dagewesen zu sein“, sagt er heute.

Doris Hermann, die selbst seit vielen Jahren ihren Ausgleich und inneren Frieden beim Yoga findet, und Christiane Seipp wissen um die Vorzüge. Yoga bedeutet nicht, nur vernünftige Atemtechniken und Gleichgewichtsübungen zu lernen, sondern: „Man schaltet komplett ab, ist extrem auf den eigenen Körper fokussiert, komplett bei sich, konzentriert nur auf Körper und Geist.“ Das Yoga-Festival wird im Übrigen nach dem überwältigenden Erfolg neu aufgelegt. Am 12. September 2020 geht es weiter. Wieder in der Sporthalle West, diesmal soll es 24 Workshops in drei Räumen geben mit noch mehr Rahmenprogramm. Auch die Zahl der Yoga-Lehrer steigt. Statt 10 werden es 14 sein, plus sechs weitere Anbieter.

HINTERGRUND

YOGA ist eine philosophische Lehre aus Indien, die geistige/ körperliche Übungen und Praktiken umfasst. Der Begriff kann sowohl „Vereinigung“ oder „Integration“ bedeuten. Yoga ist eine der sechs klassischen Schulen (Darshanas) der indischen Philosophie. Es gibt verschiedene Formen des Yogas, oft mit eigener Philosophie und Praxis. 2016 erkannte es die Unesco als immaterielles Weltkulturerbe an.

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