Polizei und Ordnungsamt in erhöhter Mannschaftsstärke

EM-Spiele: Stadt und Polizei wägen Risiken ab

Friedlich darf ein Autokorso über die Bühne gehen. Bei Gefahren schreitet die Polizei ein. Archivfoto: Uli Preuss
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Friedlich darf ein Autokorso über die Bühne gehen. Bei Gefahren schreitet die Polizei ein.
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Am Freitag beginnt die Fußballeuropameisterschaft. Es sind Partys zu erwarten.

Remscheid. Der Beginn der Fußballeuropameisterschaft an diesem Freitag ruft nicht nur die Teams aus Italien und der Türkei auf den Plan – sondern auch die Remscheider Ordnungshüter. In erhöhter Mannschaftsstärke wollen die Mitarbeiter von Polizei und Ordnungsamt einen Blick auf die Partys werfen, die nach Spielschluss im Stadtgebiet steigen könnten. Die Leitstelle des Kommunalen Ordnungsdienstes verlängert ihre Erreichbarkeit, von 22 Uhr bis Mitternacht.

Wie der Sprecher der Wuppertaler Polizei Stefan Weiand berichtet, sei es bei der Partie nicht ausgeschlossen, dass die Emotionen der Fans in Wallung geraten. „Die beiden Nationalitäten sind in Remscheid stark vertreten. Und es gilt ganz generell der Grundsatz: Je mehr Menschen auf engem Raum versammelt sind, umso größer ist das Konfliktpotenzial.“

Genau dieses wägen Polizei und Ordnungsamt ab. Spiele mit deutscher Beteiligung stehen ebenso in ihrem besonderen Fokus wie Begegnungen von Teams, die auch viele Anhänger in Remscheid haben dürften – so wie bei der Eröffnungspartie. „Es geht bei unserer Einsatzstärke um Risikoeinschätzung“, sagt Ordnungsamtschef Jürgen Beckmann. Und diese falle naturgemäß bei Spielen der deutschen Nationalmannschaft anders aus „als etwa bei der Partie Schottland gegen Mazedonien“.

Remscheid: Ordnungsamt schickt drei Teams auf die Straßen

Entsprechend hätten seine Mitarbeiter auf dem Spielplan die Begegnungen mit Textmarker gekennzeichnet, die in Remscheid besondere Emotionen hervorrufen könnten. „Wir haben auch schon durchgerechnet, zu welchen Paarungen es im Achtel- und Viertelfinale kommen könnte“, erläutert Beckmann.

Drei Teams mit mindestens zwei Mitarbeitern seiner Behörde sehen am Freitagabend im Remscheider Stadtgebiet nach dem Rechten. Der Spielschluss ist gegen 22.45 Uhr zu erwarten. Sollte es einen Sieger geben, rechnet die Polizei mit einem Autokorso. „Wir wissen aus Erfahrung, wo dieser herführt. Da gibt es ja gewisse Traditionen“, erklärt Polizeisprecher Weiand mit Blick auf die Elberfelder Straße oder auch den Markt.

Die Feier-Karawane werde nur unter einer Bedingung geduldet. „Die Menschen dürfen sich oder andere keinesfalls in Gefahr bringen. Sonst schreiten wir konsequent ein – zum Beispiel, wenn jemand während der Fahrt auf der Motorhaube sitzt.“ Aber: Spaßverderber werde die Polizei nicht sein, wenn sich alle an die Regeln halten.

Das gilt auch für den Kommunalen Ordnungsdienst, der aber ebenso Fehlverhalten zu unterbinden hat. Dazu zähle auch permanente Lärmbelästigung, die jedes Maß an verständlicher Freude übersteige. „Deswegen haben wir unsere Schichtzeiten angepasst. Unsere Leitstelle ist bis 24 Uhr besetzt“, kündigt Beckmann an. Eingehende Hinweise werden von dort an die drei Teams im Außendienst weitergegeben, die dann Brennpunkte ansteuern. Kontakt: Tel. 16 90 00

Standpunkt: Momente der Freude

Von Frank Michalczak

frank.michalczak@rga.de

Es ist nach schier endlosen Monaten der Kontaktbeschränkungen schon beinahe eine surreale Vorstellung, dass sich demnächst wildfremde Menschen plötzlich wieder in den Armen liegen, weil sie gemeinsam den Erfolg ihres Nationalteams bei der Europameisterschaft feiern. Klar ist: Jubelexzesse sind ein Verstoß gegen das dringende Gebot, weiterhin Vorsicht walten zu lassen. Aber wer kann es den Fans verdenken, für kurze Augenblicke wieder Lebensfreude zu genießen? Es ist und bleibt ein schmaler Grat zwischen dem Ausleben eigentlich selbstverständlicher Freiheiten und den Ansteckungsrisiken, die ja nicht gänzlich verschwunden sind – obwohl die Infektionszahlen in Remscheid weiter zurückgehen. Das ist erfreulich. Und ebenfalls erfreulich wäre es, wenn sich die Fußballfreunde im allgemeinen Überschwang an ein paar Spielregeln hielten. Das heißt: Autokorso und gerne auch Party – aber bitte mit ein bisschen mehr Abstand als bei Meisterschaften in „normalen“ Zeiten. Denn leider sind wir davon noch ein Stück weit entfernt.

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