Historisches Foto

Welche Straße suchen wir dieses Mal?

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Welche Straße suchen wir dieses Mal?
  • Andreas Weber
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Auf dem Rätselfoto der vergangenen Woche wurde der Lenneper Bahnhof gesucht, der im Bergischen Land große Bedeutung hatte. Welche Straße suchen wir dieses Mal?

Mit dem neuen Rätselfoto wird es tatsächlich schwieriger. Gesucht wird eine langgezogene Wohnstraße in Remscheid, die sich, um einen Anhaltspunkt zu geben, westlich der Innenstadt befindet und an ihren beiden Enden in derselben Straße mündet. Um welche Straße handelt es sich? Schicken Sie ihre Lösung, gerne mit persönlichen Anekdoten verbunden, bis zum 9. Juni an den RGA, Alleestraße 77-81, 42 853 Remscheid oder per E-Mail: redaktion@rga.de.

Das Historische Foto der vergangenen Woche: Einst ein bedeutender Knotenpunkt mit 50 Gleisen

Von Andreas Weber

Remscheid. Die Gleise verrieten es, ein Bahnhof war gesucht. „Natürlich habe ich als mehr als 25-jähriger Benutzer der Bahn sofort erkannt, dass es sich um den in Lennep handelt. Man erzählt sich unter anderem, dass er in den 70er-Jahren als Plattform für Züge in Richtung Köln und Richtung Marienheide und Gummersbach diente. Außerdem erzählt man sich, dass es unter dem Bahnhof einen größeren Bunker gibt. Die ehemaligen Trassen dienen heute als Fahrrad-Trassen“, schreibt Detlef Balder.

„Damals konnte man mit dem Zug bis nach Rade und weiter fahren. Das war landschaftlich eine wunderschöne Strecke, die ich oft mit meinen Eltern gefahren bin, weil wir kein Auto hatten. Heute muss man ab Lennep mit dem Bus weiterfahren“, berichtet Monika Kloss.

Das Foto datiert Roland Benscheid auf die 1950er-Jahre. Ein Detail dient ihm als Anhaltspunkt: „Der am Bahnsteig haltende Dieseltriebwagen der Baureihe VT 36.5 war in Wuppertal-Steinbeck stationiert und wurde erst 1966 ausgemustert.“

Lenneps Bahnhof aus Richtung Diepmannsbacher Brücke mit Drehscheibe für Dampfloks, heute Holz Wortmann.

Lennep war ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt. Die Gleisanlagen hatten beträchtliche Ausmaße. „Neben den Anlagen für den Personen- und Güterverkehr inklusive zahlreicher Anschlussgleise sowie einem Bahnbetriebswerk mit zwei großen Rundschuppen verfügte Lennep zudem über ein Betriebswagenwerk für Güterwagen“, berichtet Benscheid.

Die vielen Verbindungen nach Barmen, Remscheid, Wermelskirchen, Opladen, Wipperfürth und Marienheide unterstrichen die Bedeutung, die der Bahnhof Lennep hatte. Zur Historie trägt Heinz-Jürgen Schmitz Eckdaten bei: 1868 wurde die Strecke von Barmen-Rittershausen über Ronsdorf-Lüttringhausen nach Lennep und Remscheid eröffnet. Ab 1876 wurde die Strecke Lennep-Bergisch Born befahren, 1877 verlängert bis Wermelskirchen, 1881 bis Opladen, 1902 bis Marienheide. 1911 wurde das noch bestehende Gebäude eingeweiht.

Von dem Gleisgewirr ist nichts mehr übrig, das alte Bahnhofsgebäude im Hintergrund steht aber noch wie eh und je.

In seiner Blütezeit bekannterals der Remscheider Bahnhof

Im Mai 1952 fand die Umbenennung Bahnhof Remscheid-Lennep statt. 1964 verkehrte die letzte Dampflok zwischen Lennep und Hückeswagen, 1983 die letzte Eisenbahn von Lennep nach Opladen. 1995 wurde das letzte Teilstück der Balkanbahn von Lennep nach Bergisch-Born eingestellt. Von 2009 bis 2010 wurde der Bahnhof umgestaltet und das Gebäude geschlossen. Heute befindet sich das „Zentrum für Gesundheit“ von Ingo Brögelmann darin.

Der Knotenbahnhof mit rund 50 Gleisen und 120 Weichen ist zusammengeschrumpft: „Zwei Durchgangsgleise und vier Weichen, praktisch nur noch ein Haltepunkt“, fasst Klaus Gärtner zusammen.

Als Lenneper ist Jürgen Koppka der Bahnhof bestens vertraut. Er sei in seiner Blütezeit bekannter als der Remscheider gewesen. Koppka erinnert daran, dass auf dem Bahnhof die Bahnpolizei untergebracht war.

„Ich weiß, dass ich als Kind, wenn man keinen Fahrschein hatte, 10 Pfennig Gebühr bezahlen musste, sonst durfte man nicht auf dem Bahnsteig. Kontrolliert wurde es von einem Bahnbeamten, der als „Pförtner“ streng nach Satzung der Bundesbahn kontrollierte. Im Gebäude war neben Gepäckaufgabe ein Zeitschriften-/Bücherladen, WC und eine Gaststätte untergebracht.“

Richtige Antworten schickten auch Elmar Warkentin, Wolfgang Kunze, Paolo Miola, Gerd Donath, Frank Niemeyer, Thomas Heinen, Ulrich Hager, Volker Hebda, Dieter Prill, Angela Kalbitz, Silke Karstens, Helmut Schucht.

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