Bergisch Born

Christliches Hospiz Bergisch Land: Bau beginnt im Frühjahr

Das Christliche Hospiz in Bergisch Born kann gebaut werden. Gestern fand die offizielle Grundstückübergabe statt. Foto: Michael Schütz
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Das Christliche Hospiz in Bergisch Born kann gebaut werden. Gestern fand die offizielle Grundstückübergabe statt.

Trägergesellschaft der Einrichtung erhält städtisches Grundstück in Bergisch Born.

Von Peter Klohs

Remscheid. Da liegt es: Ein noch von der Natur beherrschtes Grundstück an der Bornefelder Straße in Bergisch Born, direkt an der B 237, nahe am Ortsausgang Richtung Hückeswagen. Noch wachsen hier Brennnesseln, Sträucher jeglicher Größenordnung und mittelhohe Bäume. Aber genau hier soll nach den Plänen aller Beteiligten im Jahr 2022 das Christliche Hospiz Bergisch Land eröffnet werden.

Am Dienstag war das der Stadt gehörige Grundstück offiziell an die Trägergesellschaft, die aus der Remscheider Caritas, der Diakonie Wermelskirchen sowie dem Hospiz-Förderverein besteht, übergeben worden. Am Donnerstag wurde das Grundstück vor Ort auch symbolisch übertragen.

„Als ursprünglichen Standort des Hospizes“, berichtet Andreas Holthaus, Vorsitzender des Fördervereins Hospiz, „war das Gelände der evangelischen Stiftung Tannenhof angedacht. Aber das ließ sich leider nicht realisieren. Jetzt sind wir über den Standort in Bergisch Born sehr glücklich.“

Menschen aus Remscheid, Hückeswagen, Wermelskirchen und Radevormwald werden hier ihren letzten Lebensabschnitt verbringen. „Im Einzugsgebiet dieser Städte liegt Bergisch Born optimal“, sagt Holthaus dazu.

Die Hälfte des 8000 Quadratmeter großen Grundstücks ist bebaubar

„Als feststand, dass sich der Tannenhof nicht als Standort umsetzen lässt“, erzählt Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, „habe ich direkt an dieses Gelände gedacht und dies in einem Gespräch mit Herrn Holthaus 2018 thematisiert. Es ist ja ausgewiesen, dass das Grundstück für soziale Zwecke urbar gemacht werden soll. Der am Dienstag unterschriebene Vertrag ist ein großer Schritt auf dem Weg zum Bergischen Hospiz.“

Die Gesamtgröße des Grundstücks beträgt knapp 8000 Quadratmeter, wovon gut die Hälfte bebaubar ist. „Wir werden das Gebäude mit 10 Vollzeitpflegestellen etwas nach hinten setzen“, betont Daniel Wiedenkeller vom Architekturbüro Edelhoff & Reska, „zusätzlich wird das Gelände leicht erhöht.“

Peter Siebel, Geschäftsführer der Hospiz-Betreibergesellschaft, ergänzt, dass die Planungen in einem intensiven Stadium seien und man hoffe, den Bauantrag zügig einbringen zu können. „Wenn alles wie geplant abläuft, werden wir im Frühjahr 2021 mit dem Bau beginnen können. Als Bauzeit haben wir 12 bis 14 Monate veranschlagt. Wir sind darüber hinaus natürlich im steten Dialog mit dem Umweltamt.“

Da das Hospiz-Gebäude nicht in unmittelbarer Nähe der B 237 errichtet werden soll, ist der dort herrschende Verkehrslärm nicht hinderlich. „Dazu kommt“, weiß Daniel Wiedenkeller, „dass wir die Zimmer für die Bewohner auf der von der Straße wegführenden Gebäudeseite geplant haben. Außerdem haben wir noch die Hoffnung, dass der Straßenabschnitt in unmittelbarer Nähe mit einer Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h ausgezeichnet wird.“

Wie Wiedenkeller weiter ausführt, werden die Zimmer einen grandiosen Ausblick auf die Natur haben. „Wir werden viel Glas verbauen. Der Blick ins Weite ist für Menschen, die hier sterben werden, sehr wichtig.“

Die Gemeinschaftsfläche innerhalb des Hospizes soll Wohncharakter erhalten. In der Mitte des Gebäudes wird der Raum der Stille errichtet.

Noch ist dies angesichts des wild bewachsenen Grundstückes Utopie. Aber alle Beteiligten sind guten Mutes, dass sich das Unternehmen Bergisches Hospiz wie geplant umsetzen lässt.

Zusammenfassend sagt der Oberbürgermeister: „Bergisch Born ist ein optimaler Standort des Christlichen Hospiz Bergisch Land. Das Gebäude wird absolut in die Landschaft passen. Was vonseiten der Stadt zum Gelingen beigetragen werden kann, das soll geschehen.“ Dem schließen sich alle Beteiligte sicher gerne an. Als symbolische Entgegennahme des Grundstückes hatte Peter Siebel eine 40 x 60 Zentimeter große Grassode hergestellt, deren Mitte ein Bild des geplanten Gebäudes beherrscht.

Hintergrund

Da sich der ursprünglich angedachte Standort für das Hospiz, die Stiftung Tannenhof, nicht realisieren ließ, bot OB Burkhard Mast-Weisz der Trägergesellschaft das Grundstück an der Bornefelder Straße an. Der Pachtvertrag ist unterschrieben. Baubeginn: Frühling 2021.

Standpunkt: Beeindruckende Zahlen

Von Sven Schlickowey

sven.schlickowey@rga-online.de

Gerade einmal etwa 35 Jahre „alt“ ist die Hospizbewegung in Deutschland. Da ist es fast schon erstaunlich, dass wir heute über rund 250 stationäre Hospize verfügen. Immerhin bedeutet das, dass in den zurückliegenden Jahren im Schnitt jedes Jahr sieben Einrichtungen gebaut wurden. Leider klingt das aber auch mehr, als es in Wirklichkeit ist. Denn bei im Schnitt zehn Pflegeplätzen pro Hospiz liegt Deutschland damit immer noch weit unter der Empfehlung der European Association for Palliative Care von 80 bis 100 Plätzen pro einer Million Einwohner. Umso wichtiger ist es da, dass das Hospiz Bergisches Land einen großen Schritt näher gerückt ist. Sollte es wirklich, wie derzeit geplant, 2022 eröffnet werden, stecken dann in dem Projekt mehr als zehn Jahre ehrenamtliche Arbeit. So hat der 2012 gegründete Förderverein mit seinen inzwischen fast 200 Mitgliedern bisher mehr als zwei Millionen Euro Spenden eingesammelt. Beeindruckende Zahlen, für die man sich bei den Ehrenamtlern nur bedanken kann.

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