Letzte Sitzung in alter Besetzung

18 Ratsmitglieder werden verabschiedet

14 von 18 scheidenden Ratsdamen und Ratsherren (v.l.): Alexa Bell, Peter-Edmund Uibel, Jochen Siegfried, Monika Hein, Lothar Krebs, Lothar Sill, Susanne Pütz, Ottmar Gebhardt, Thomas Brützel, Ramona Lupo, Wolf Lüttinger, David d´Altilia, Thorsten Schwandt und Günter Bender kamen gestern zum Abschied zur Sporthalle West. Foto: Roland Keusch
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14 von 18 scheidenden Ratsdamen und Ratsherren (v.l.): Alexa Bell, Peter-Edmund Uibel, Jochen Siegfried, Monika Hein, Lothar Krebs, Lothar Sill, Susanne Pütz, Ottmar Gebhardt, Thomas Brützel, Ramona Lupo, Wolf Lüttinger, David d´Altilia, Thorsten Schwandt und Günter Bender kamen gestern zum Abschied zur Sporthalle West.
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18 Mitglieder verlassen das wichtigste Entscheidungsgremium der Stadt. Eines verbrachte 45 Jahre mit Ratsarbeit.

Von Axel Richter

Remscheid. Fritz Beinersdorf (Die Linke) ist ein Urgestein in der Remscheider Kommunalpolitik. Nach seiner Erklärung zum Verzicht auf sein Ratsmandat, mit der er seine Krebserkrankung zugleich öffentlich machte, war den Kollegen die Betroffenheit darüber gestern deutlich anzusehen.

CDU-Fraktionschef Jens Nettekoven reagierte als einer der ersten. „Ich war nicht immer einverstanden mit den politischen Ansichten von Fritz Beinersdorf. Trotzdem habe ich sein Engagement, seinen Witz und seine Beharrlichkeit immer geschätzt. Lieber Fritz, ich danke Dir für die gute Zusammenarbeit und wünsche Dir persönlich alles Gute. Ich bin davon überzeugt: Du schaffst das!“

Ursprünglich sollten am Donnerstag 17 und nicht 18 Mitglieder Abschied vom Stadtrat nehmen. Nach den Wahlen vom 13. September werden sie dem neuen Rat, der sich am 5. November konstituieren wird, nicht mehr angehören und auch nicht dessen Gremien.

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) verabschiedete die scheidenden Politiker coronabedingt in der Sporthalle West, wo der alte Rat noch einmal zusammengekommen war.

Lothar Krebs (SPD) war 35 Jahre alt, als er 1975 erstmals im Rat Platz nahm. Zeitgleich wurde der Jurist Personalchef der Firma Edscha und blieb es 30 Jahre. Nur Karlheinz Humpert (CDU) sitzt ähnlich lange im Rat. Allerdings macht Humpert weiter.

Monika Hein (CDU) nahm ebenfalls Abschied. Seit 1994 war sie Ratsfrau, darüber hinaus in zahlreichen Gremien tätig und von 2004 bis 2009 Erste Stellvertreterin von Oberbürgermeisterin Beate Wilding (SPD).

Wolf Lüttinger (FDP) war ebenfalls nicht zur Wiederwahl angetreten. Seit 1995 hatte er im Stadtrat gesessen, von 2001 bis 2014 als Fraktions- beziehungsweise Gruppenchef.

Ottmar Gebhardt (CDU) war seit 2004 Ratsmitglied und engagierte sich insbesondere im Jugend- und Sozialbereich.

Lothar Sill (SPD) war unter anderem Vorsitzender des Werksausschusses der Alten- und Pflegeheime, des Aufsichtsrats der Gewag und des Sozialausschusses. Im Rat saß er von 1994 bis 2009.

Günter Bender (Grüne) hatte unter anderem den stellvertretenden Vorsitz im Ausschuss für Bauen und Denkmalpflege inne. Im Rat saß er seit 2002.

Susanne Pütz (CDU) engagierte sich im Bereich Schule, Bildung, Jugend und saß für die Stadt in der Landschaftsversammlung Rheinland. Seit 2004 war sie Ratsmitglied.

Peter Uibel (SPD) war Delegierter der Stadt in der Verbandsversammlung des Wupperverbandes. Umweltthemen bildeten seinen Schwerpunkt.

Gabriele Leitzbach (SPD), seit 2009 Mitglied des Rates, war Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses und seit 2017 2. Stellvertreterin des Oberbürgermeisters. 2014 wurde auch ihr Mann Volker für die SPD in den Stadtrat gewählt. Vor der Kommunalwahl erklärte das Ehepaar seinen Rückzug aus der Politik und verließ enttäuscht die SPD.

Thomas Brützel (WiR) engagierte sich unter anderem im Kulturbereich, in der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderung und war seit 2014 Mitglied des Rates.

Björn Gottschalk (SPD) war Mitglied des Aufsichtsrates der Bergischen Symphoniker, der Ausschüsse für Kultur, Soziales und Sport. Dem Rat gehörte er seit 2014 an.

Thorsten Schwandt (Linke) war ebenfalls nicht wieder angetreten; er hatte seit 2017 im Rat gesessen.

David D’Altilia (CDU) rückte 2017 für den verstorbenen Peter Otto Haarhaus, Ramona Lupo (CDU) im August 2020 für den verstorbenen Klaus Mandt nach. Sie erlebte gestern als Ratsfrau ihre erste und zugleich letzte Sitzung.

„Ihnen allen gebührt Respekt“, hielt OB Mast-Weisz fest: „Wir müssen uns weiterhin für unsere freiheitlich-demokratische rundordnung einsetzen. Dass sie zunehmend in Frage gestellt wird, muss unsere eigentliche Sorge sein, sie zu schützen und zu leben unsere wichtigste Aufgabe.“

Auch zwei OB-Kandidaten gehen

Mit Alexa Bell und Jochen Siegfried verabschieden sich auch zwei ehemalige Oberbürgermeisterkandidaten. Nach der verlorenen Wahl vom 13. September hatte Alexa Bell angekündigt, ihr Mandat aus Enttäuschung über die eigene Partei nicht anzunehmen. Sie war zuvor 26 Jahre in der Kommunalpolitik aktiv, im Rat saß sie seit 2014. Jochen Siegfried war seit 2009 Mitglied des Rates, bis 2014 als CDU-Fraktionsvorsitzender. Er hatte die OB-Wahl sowohl gegen Beate Wilding (2009) als auch gegen Burkhard Mast-Weisz (2014) verloren.

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