Einen Diepmann hat es in den Kirchenbüchern nie gegeben

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Herkunft des Straßennamens lässt sich nur schwer nachvollziehen – Alles begann mit einer Walkmühle

LENNEP -AWe- Die Diepmannsbacher Straße zweigt in Lennep in westlicher Richtung von der Lüttringhauser Straße ab und führt hinab in das malerische Diepmannsbachtal mit seinem gleichnamigen Bach. Der Diepmannsbach wurde früher Dittmannsbach, Deichmannsbeck, Teichmannsbeck und ähnlich benannt, wie Heimatforscher Erwin Stursberg feststellt. Stadtarchivarin Viola Meike, die den Straßennamen recherchierte, zitiert Stursberg wie folgt: „1617 stand hier eine Walkmühle, die 1692 als ‚Lenneper Walkmühlgen’ bezeichnet wird. 1617 wurden unterhalb derselben 2 Hämmer errichtet, die von dem ‚verlorenen’ Wasser der Mühle betrieben wurden. Da der Mühlenplatz 1654 bereits als Wohnplatz erscheint, muss die Walkmühle über ein Wohngeschoss oder über ein besonderes Wohnhaus verfügt haben. Zu der Mühle und den 1617 errichteten Hämmern traten im 17. und 18. Jahrhundert weitere Wassertriebwerke, die abwechselnd als Schleifkotten, Walkmühle und Hammer, zuletzt als Spinnerei, Tuchfabrik und Fahrradfabrik (Bergische Fahrradwerke ‚Elite’) betrieben wurden.“ Das Lenneper Adressbuch führt für das Jahr 1901 nur ein Wohnhaus in der Diepmannsbacher Straße auf, zwei Jahre später hatte der Gemeinnützige Bauverein Lennep weitere Wohnhäuser errichtet. Insgesamt zählte man 1903 neun Häuser, 2000 waren es 16. Der Heimatforscher Wilhelm Engels vermutet einen Diepmann als Namensgeber des Diepmannsbachs. Was jedoch erstaunt, ist die Tatsache, dass im gesamten Lenneper Kirchenbuch – sowohl lutherisch als katholisch – kein Diepmann auftaucht, auch nicht in alternativer Schreibweise. Stattdessen taucht zunächst die Familie Clarenbach über einen langen Zeitraum als Bewohner in Diepmannsbach auf. Ab Beginn des 18. Jahrhunderts dominieren die Namensträger der Familie Westen den Wohnplatz Diepmannsbach, später kommen die Familien Veit, Voss, Wirths, Bertram, etc. dazu. Heute ist das Diepmannsbachtal ein Naturschutzgebiet. Es weist eine Größe von 46,69 Hektar auf und unterliegt seit dem 15. August 2002 dem Veränderungsverbot. Seltene Tier- und Pflanzenarten haben sich dort angesiedelt. Kaum etwas erinnert heute mehr an seine industrielle Vergangenheit. Die wenigen Überbleibsel gehören zu den schützenswerten Besonderheiten des Diepmannsbachtals. Foto: R. Keusch

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