Eine Stunde für jeden Bundestagskandidaten

Manfred Brauers vom F(l)air-Weltladen. Archivfoto: Roland Keusch
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Manfred Brauers vom F(l)air-Weltladen. Archivfoto: Roland Keusch

Gesprächsreihe im F(l)air-Weltladen zur anstehenden Bundestagswahl

Von Sven Schlickowey

In nicht einmal sieben Wochen wird der neue Bundestag gewählt – damit beginnt nun auch die Phase, in der sich die Kandidaten verschiedenen Podiumsdiskussionen stellen müssen. Der Lüttringhauser F(l)air-Weltladen hat dafür ein besonderes Format gefunden: Hier werden die Politiker nacheinander eingeladen.

Man greife dafür auf das erprobte Konzept von vor vier Jahren zurück, berichtet Johannes Haun, Vorsitzender der Ökumenischen Initiative, die den Laden trägt: „Hier müssen die Kandidaten nicht gegeneinander argumentieren.“ Stattdessen nehme man sich Zeit – begrenze aber gleichzeitig die Themen.

Konkret bedeutet das: Vom 21. August bis zum 18. September gibt es jeden Samstag je eine Stunde für jede Kandidatin und jeden Kandidaten. Drehen soll sich das Gespräch vor allem um die zentralen Forderungen des Fairen Handels, von existenzsichernden Löhnen über die Begrenzung von Marktmacht bis zur Förderung kleinbäuerlicher Strukturen. Die Gespräche werden moderiert, die Besucher sind aber aufgerufen, sich mit Fragen zu beteiligen. „Wir hoffen auf sehr lebendige Runden“, sagt Haun.

Für Manfred Brauers, Hauns Stellvertreter, ist dies nur die logische Fortsetzung des bisherigen Engagements. Die Arbeit der Weltläden sei schon immer politisch gewesen: „Etwas zu verkaufen, dient ja eigentlich nur als Vehikel, um die Menschen zu erreichen.“ Das nach langen Diskussionen verabschiedete Lieferkettengesetz sei ein gutes Beispiel, was man so bewirken kann.

So diene die Gesprächsreihe zum einen, um die Themen des Fairen Handels bei den Politikern ins Bewusstsein zu rufen, sagt Haun. Aber auch in der Bevölkerung. „Und es ist auch für uns eine Gelegenheit, zu lernen.“ Gedacht sei das durchaus langfristig. „Das ist nicht nur ein einmalige Akt, wir werden da später sicherlich noch mal nachfragen.“

Den Anfang macht am Samstag, 21. August, Dr. Robert Weindl von der FDP. Im Wochenrhythmus folgen danach Jürgen Hardt (CDU), Ingo Schäfer (SPD), Silvia Vaeckenstedt (Grüne) und schließlich Shoan Vaisi (Linke). Los geht es jeweils um 11 Uhr, nicht wie bei der Wahl vor vier Jahren im F(l)air-Weltladen, sondern im Katholischen Jugendfreizeitheim in der Richard-Pick-Straße, wo mehr Abstand zwischen den Besuchern möglich ist. Anmeldungen seien nicht notwendig, sagt Manfred Brauers. Allerdings werde man die jeweils gültigen Corona-Vorschriften beachten.

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