Baumgeschichten

Eine Rotbuche schützte das Haus im Krieg

Jedes Mal, wenn Ingrid Larmann heute an ihrem Elternhaus vorbeikommt, grüßt sie „ihre“ Rotbuche.
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Jedes Mal, wenn Ingrid Larmann heute an ihrem Elternhaus vorbeikommt, grüßt sie „ihre“ Rotbuche.

Die RGA-Leserinnen Ingrid Larmann und Anita Reichmann erzählen ihre Baumgeschichten

Remscheid. Die Remscheider lieben ihre Bäume. Das wurde zuletzt auch bei der RGA-Serie „Bäume in der Stadt“ deutlich. Einige Leser haben uns dazu bereits ihre persönlichen Baumgeschichten erzählt. Heute berichten uns die Leserinnen Ingrid Larmann und Anita Reichmann von ihren Lieblingsbäumen.

Ingrid Larmanns liebste Rotbuche steht im Vorgarten ihres Elternhauses auf dem Hang zwischen Haus und Fabrik. Sie ist mehr als hundert Jahre alt. „Mein Großvater pflanzte sie, und gemeinsam haben er und ich oft unter ihrem ,Dach‘ gesessen“, erzählt sie. Sie habe dann immer gesagt: „Opa, erzähle von früher, bitte.“ Im Krieg wurde die Härterei von einer Bombe getroffen worden – und der große, üppig belaubte Baum habe das Wohnhaus vor den Folgen des Funkensturmes bewahrt.

BAUMGESCHICHTEN

Inzwischen habe sich der Baum von den „Narben“ erholt. „So zwölf- bis fünfzehnjährig stieg ich mit meiner Freundin hoch in den Baum und, versteckt vom Laub, sangen wir zweistimmig Lieder, die wir im Musikunterricht gelernt hatten. Uns machte das Spaß.“ Und die Fußgänger, es sei auch mal ein Polizist darunter gewesen, waren verwundert. „Elternhaus, Buche und Fabrik stehen immer noch, nur ich gehöre nicht mehr dazu“, erklärt Ingrid Larmann. „Wir haben das Haus verkauft, die Firma zog um. Aber jedes Mal, wenn ich vorbeikomme, schicke ich der Buche einen Gruß.“

Aus einem mickrigen Bäumchen ist in Anita Reichmanns Garten ein hübscher Ahorn geworden.

Anita Reichmann erzählt uns ihre Baumgeschichte. „Vor etwa zehn Jahren war ich in einem Gartencenter. Da fand ich an einer Ecke für aussortierte Blumen ein kleines, mickriges Bäumchen. Es waren eigentlich nur zwei Zweige ohne Blätter oder Knospenansätze.“ Sie besah sich das traurige Pflänzchen. „Irgendwie dachte ich, man könnte es mit etwas Pflege vielleicht wieder zum Leben erwecken. Ich beschloss, es mitzunehmen, in meinem Garten einzupflanzen und es zu pflegen.“

Heute hat Anita Reichmann einen „wunderschönen Ahornbaum“ vor dem Fenster. „Im Frühling sprießen die ersten hellen Blätter, ein Zeichen, dass bald der Sommer kommt. Im Sommer spendet er Schatten und Kühle. Aber im Herbst ist mein Ahorn eine Augenweide mit seinen gelben und roten Blättern. Zu jeder Jahreszeit erfreut mich der Baum, und er winkt mir jeden Morgen zu.“ mw

Haben Sie auch eine Baumgeschichte? Dann schreiben Sie uns gern:

melissa.wienzek@rga.de

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