Konzert

Trio: „Eine halbvolle Bierflasche ist für uns ein A“

Das Trio, das sich seit Jugend an kennt, hat auch selbstgebaute Instrumente im Reisegepäck.
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Das Trio, das sich seit Jugend an kennt, hat auch selbstgebaute Instrumente im Reisegepäck.

Sie blasen, sie singen und ploppen mit den Daumen. Glas ersetzt bei ihnen die normalen Instrumente. GlasBlasSing treten mit „Happy Hour“ in Lennep auf.

Das Gespräch führte Melissa Wienzek

Herr Lubert, warum nicht Saxofon, Gitarre oder Schlagzeug, sondern Glas?
Jan „Fritze“ Lubert: Weil Saxofon, Gitarre oder Schlagzeug schon jeder macht. Wir haben da aber übrigens nicht nach gesucht, es hat sich einfach so ergeben: Wir saßen in der Kneipe bei einem Bier zusammen, hatten Spaß und haben einfach mal ausprobiert. Und dabei ist es dann geblieben. Es kamen immer neue Ideen dazu. Irgendwann haben wir dann sogar angefangen, unsere Instrumente aus Glas zu bauen. Um ehrlich zu sein: Mit den richtigen Instrumenten hätte es auch nie für uns funktioniert – mit unserem Können hätten wir nie auf Tour gehen können (lacht). Mittlerweile sind wir mit unserem Musikcomedyprogramm seit 2006 in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterwegs. Wir haben ganz klar einen Exotenbonus.
Welche Flaschen eignen sich besonders für gute
Töne?
Lubert: Als Blasflasche zum Reinblasen die 0,3l-Longneckflasche, das ist die klassische kleine Becks-Flasche. Für die Percussion haben wir grüne Wasser-Pfandflaschen aus PET – die tun auch nicht so weh, wenn man sie sich bei der Bodypercussion auf den Kopf haut.
Worauf können sich die Zuschauer bei „Happy Hour“ in der Klosterkirche freuen?
Lubert: Auf zwei Stunden wunderbare Musik und Instrumente, die man so nicht erwartet, die überraschen, weil sie komisch aussehen, aber gut klingen. Wir covern bekannte Lieder auf Flaschen, haben aber auch eigene Stücke. Wir erzählen zwischen den Liedern zudem viel Quatsch zum Thema Glück. Bei uns gibt es Spiel, Spaß, Überraschung und gute Musik. Die eignet sich sowohl für kleine Kinder als auch für Senioren.
Warum der Titel „Happy Hour“?
Lubert: Wir möchten, dass die Gäste in trostlosen Zeiten einfach mal zwei Stunden abschalten können und danach glücklich nach Hause gehen.

Dann gehen wir in die Schänke und holen neue Instrumente

Jan Lubert über Glasbruch
Welche Töne machen Sie mit welchen Körperteilen?
Lubert: Wir singen, wir blasen in die Flaschen und ploppen mit den Daumen. Wir haben auch ein Flaschenschlagzeug gebaut aus Wasserspenderflaschen. Zudem haben wir seit Kurzem einen Bass dabei, der super klingt. Wir stehen da, machen Musik und sind happy, dass sich die Leute freuen. Viele können sich vorher nichts darunter vorstellen, was wir machen. Wenn sie da waren, sind sie aber meist überrascht, wie musikalisch das Ganze ist und wie gut es klingt. Unsere Musik hat übrigens nichts mit den Glasreibern aus der Fußgängerzone zu tun. Bei uns gibt es immer was Neues. Und das Publikum wird dabei einbezogen.
Sind Sie eine nachhaltige Band?
Lubert: Nun ja, wir stehlen die Instrumente ja aus der Pfandkette. . . (lacht). Etwa 100 Flaschen kommen bei uns zum Einsatz. Nachhaltig sind wir in dem Sinne, dass wir unsere Instrumente selbst bauen. Wir upcyceln sie und verwenden sie wieder.
Ist Ihnen schon mal ein Glasinstrument auf der Bühne in tausend Scherben zerbrochen?
Lubert: Aber natürlich, das passiert immer wieder. So vier bis fünf Mal im Jahr. Es musste aber noch keiner ins Krankenhaus. Wir gehen dann einfach zur nächsten Tanke und holen uns neue Flaschen. Im Falle der Klosterkirche also eher in die Klosterschänke.
Philosophiefrage: Ist eine bis zur Mitte gefüllte Bierflasche halbvoll oder halbleer?
Lubert: Das ist für uns ein A. Eine 0,3l-Flasche ist der Ton A, ein schöner, warmer Ton.
Wie reisen Sie eigentlich mit den 100 Flaschen in Lennep an?
Lubert: Wir haben flight cases, die man eigentlich von Rockbands kennt, die auf Tour gehen. In den sicheren Behältern stecken unsere Flaschen mit wiederverschließbaren Deckeln. Die Flüssigkeit ist nämlich schon drin. Nein – es ist kein Bier, sondern Wasser. Es stinkt sonst auch. Und verlockt zu sehr auf der Bühne. . .

Karten

Wann und wo: GlasBlasSing treten kommende Woche Donnerstag,
6. Oktober, um 20 Uhr mit ihrem Programm „Happy Hour“ in der Klosterkirche Lennep auf.

Karten: Im Vorverkauf 25 Euro, ermäßigt 20 Euro. Buchung und weitere Informationen: klosterkirche-lennep.de

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