Ehrenvoller Abend

Einbürgerungsfeier: Remscheid ist ihre neue Heimat

Im Teo Otto Theater fand die Einbürgerungsfeier der Stadt Remscheid mit Musik, Reden und Empfang statt.
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Im Teo Otto Theater fand die Einbürgerungsfeier der Stadt Remscheid mit Musik, Reden und Empfang statt.

Fast 500 Einbürgerungen seit 2019 hat die Stadt verzeichnet.

Von Michelle Jünger

Remscheid. Am Dienstagabend durfte nach drei Jahren Pause endlich wieder eine Einbürgerungsfeier im Teo Otto Theater stattfinden. Ein ehrenvoller Abend für alle jene, die sich für den Schritt entschieden haben, ihre bisherige Staatsbürgerschaft aufzugeben und die deutsche anzunehmen.

Aus den verschiedensten Nationen stammend, waren viele der seit 2019 eingebürgerten Remscheiderinnen und Remscheider bei dem Empfang. Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz sprach davon, dass Remscheid ohne die vielen Kulturen, die vielen Menschen aus verschiedenen Ländern nicht das wäre, was es ist.

„Remscheid ist Ihre Stadt, Deutschland ist Ihr Land, aber Sie sollen nicht Ihrer Herkunft auf Wiedersehen sagen“, sagte er in seiner Rede. Die Menschen kämen aus den unterschiedlichsten Beweggründen nach Remscheid: Flucht vor Krieg und Verfolgung, wegen der Arbeitsmöglichkeiten oder auch wegen der Liebe.

All dies mache Remscheid bunt, Mehrsprachigkeit sei normal, sagt auch Erden Ankay-Nachtwein, Vorsitzende des Integrationsrates. Sie erinnert auch an die Grundsätze der Demokratie, die mit der Einbürgerung nun auch zu Rechten und Pflichten werden.

Eine stolze Remscheiderin ist unter anderem Sandareka Fonseka. Sie kam 1996 der Liebe wegen ins Bergische. Sie hatte ihren damaligen Mann in ihrer Heimat Sri Lanka kennengelernt und folgte ihm nach Deutschland, da war sie 19 Jahre alt. Die Mutter von drei Kindern ist mittlerweile in zweiter Ehe verheiratet, aber die Liebe zu Remscheid, die blieb.

Remscheid ist mit Respekt und Integration Zuhause geworden

„Nach zwei Wochen in Sri Lanka bekomme ich Heimweh nach Remscheid“, sagt sie. Die Entscheidung für die deutsche Staatsangehörigkeit sei für sie leicht gewesen. Sie wusste einfach, dass Remscheid ihr Zuhause ist, sie hier glücklich sei. Deswegen habe sie auch gerne für den Test gelernt.

Begleitet wird Fonseka von Miriam Abraham, einer Freundin. Sie unterstütze die Entscheidung ihrer Freundin und sie sehe, dass andere Freundinnen nicht so gut integriert seien. Remscheid habe ein großes Angebot, um Menschen aller Herren Länder in die Gemeinschaft zu integrieren.

Ebenfalls stolz auf ihre neue Staatsbürgerschaft ist die gebürtige Ghanaerin Philomina Boadu. Seit 2002 lebt sie in Remscheid. Auch sie kam der Liebe wegen und fand hier ihre neue Heimat. Sie entschloss sich vor einigen Jahren dafür, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen, habe aber sechs Jahre sie auf ihre Dokumente warten müssen. Gründe dafür seien unter anderem Probleme auf der Seite ihrer alten Heimat gewesen. Zwischendurch habe sie sogar daran gezweifelt, dass sie trotz fehlerlosem Test eingebürgert würde.

Glücklich kann sie nun feiern, 2021 kam die ersehnte Einbürgerungsurkunde. Sie und viele andere nahmen auch gleich ein besonderes Andenken mit – ein Foto mit dem Oberbürgermeister.

Hintergrund

Insgesamt wurden von 2019 bis 2021 fast 500 Menschen in Remscheid neu eingebürgert, allein 2021 waren es mehr als 180 Personen. Dabei kamen sie aus 58 verschiedenen Ländern. Laut Angaben der Stadt befinden sich unter den Eingebürgerten der letzten Jahre einige Personen, die im Zuge der Flüchtlingskrise nach Remscheid kamen.

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