Kriminalität

Einbruchserie: Polizei setzt auf aufmerksame Anwohner

Eingetretene Tür im Vereinsheim der SG Hackenberg, Verstörungen am Denkmal im Ehrenhain. Fotos: Joachim Weber/Marion Deviscour
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Eingetretene Tür im Vereinsheim der SG Hackenberg, Verstörungen am Denkmal im Ehrenhain. Fotos: Joachim Weber/Marion Deviscour
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Serie von Einbrüchen mit Vandalismus - Handschrift deutet nicht auf Profis hin.

Von Frank Michalczak, Melissa Wienzek und Andreas Weber

Remscheid. Sie machen keine große Beute – aber sie wüten. Mit blinder Zerstörungswut gehen derzeit die Unbekannten vor, die vorwiegend in Lennep ihr Unwesen treiben. Zuletzt stiegen Einbrecher in das Kulturzentrum Die Welle, und am Wochenende in die Hilda-Heinemann-Schule und das Clubhaus der SG Hackenberg ein, in der Kita Albrecht-Thaer-Straße blieb es beim Versuch.

Mehrere Einsatzberichte aus den vergangenen Tagen legte die Polizei gestern vor. Während in der Hilda-Heinemann-Schule nicht feststeht, ob und was zwischen dem 7. und 10. Juli gestohlen wurde, aber zwei Türen im Schulgebäude zerstört wurden, ließen die Täter ein paar Meter weiter aus dem Vereinsheim der SG Hackenberg Laptops und Bargeld mitgehen, nachdem sie sich mit einem Gullydeckel gewaltsam Zutritt verschafft und am Mobiliar ausgetobt hatten.

Polizeipressesprecher Stefan Weiand gibt zu: „Zusammenhänge bei diesen Einbrüchen sind zu vermuten.“ Zumal am vergangenen Freitag auch in der evangelischen Kita Albrecht-Thaer-Straße ein versuchter Einbruch gemeldet worden war. Um 0.39 Uhr hatten Anwohner ein Scheppern gehört und die Polizei verständigt. Als diese eintraf, stellten die Beamten zwar eine kaputte Scheibe fest, die Täter waren aber geflüchtet. Möglicherweise vertrieben durch den Streifenwagen.

„Lieber ein Anruf bei der Polizei zu viel, als einer zu wenig.“
Stefan Weiand, Pressesprecher

Für Stefan Weiand sind solche Anrufe ein entscheidender Aspekt, um auch gerade dieser beunruhigenden Serie ein Ende zu setzen. „Anwohner, die ungewöhnliche Geräusche vernehmen, sollten sich sofort bei der Polizei melden.“ Hinweise sind das A und O. „Lieber einer zu viel als zu wenig.“ Der Polizeipressesprecher versichert, dass die Kollegen auf der Straße bei ihren Streifenfahrten momentan sehr intensiv Schulen und Jugendeinrichtungen im Blick haben, gerade im Ortsteil Lennep. Dass es sich nicht um Profis handelt, die bei ihren Einbrüchen in der Regel keine Zeit auf Vandalismus verschwenden, sei offensichtlich. Es könnte sich tatsächlich um Jugendliche handeln, meint Stefan Weiand.

Remscheid: Kulturausschuss setzt sich für Tor am Ehrenhain Reinshagen ein

Auch das Denkmal im Ehrenhain Reinshagen wurde am Wochenende zum Tatort von Vandalismus. Das Denkmal stellt mit etwa 1,2 Hektar die größte Ehrenanlage in Remscheid dar und ist eine der offiziellen Gedenkstätten für die Opfer der beiden Weltkriege und des Remscheider Flugzeugabsturzes. Regelmäßig wird der Ehrenhain verschandelt – ein Grund, warum sich der Kulturausschuss dafür einsetzt, dass die Anlage ein schmiedeeisernes Tor erhält. Dass dies notwendig ist, zeigten die Verwüstungen am letzten Wochenende.

Offenbar hatten Unbekannte eine Party in der Gedenkanlage gefeiert und dabei Glasscherben und Müll hinterlassen. Zudem wurden Felsplatten herausgerissen und die Metalltafeln unterhalb der Gedenktafeln entfernt. Die Stadt habe kaum eine Handhabe, sagt Ordnungsamtschef Jürgen Beckmann. „Vandalismus ist so gut wie nie aufzuklären, wenn keine brauchbaren Zeugenaussagen vorliegen.“ Gelage seien der Ordnungsbehörde zwar in der Vergangenheit gemeldet worden, eine Sachbeschädigung in diesem Ausmaße am Ehrenhain sei aber neu. Die Technischen Betriebe wollen sich auf Hinweis des RGA dort umsehen und Müll und Glasscherben entfernen.

Bis der Mauer-Rundling eine Grunderneuerung samt Einfriedung erhält, dauert es. Die Stadt strebt die Sanierung für 2025 an. Bis dahin bemüht sie sich um Fördermittel bei der Bezirksregierung Düsseldorf. Denn die Kosten von 1,1 Millionen Euro kann sie aus eigenen Mitteln nicht stemmen.

Weitere Einbrüche

Das Muster ähnelte dem in Lennep: Auch im Kulturzentrum Gelbe Villa in der Eberhardstraße wurde zwischen Sonntagnachmittag und Montagmorgen eingebrochen, eine Scheibe im rückwärtigen Bereich eingeschlagen, die Räume durchsucht. Ob etwas gestohlen wurde, steht noch nicht fest. Bei einem Wohnungseinbruch in der Menninghauser Straße (zwischen 9. und 11. Juli) wurden Uhren wie elektronisches Gerät entwendet.

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