Prozess

Einbrecherbande verursacht enormen Schaden

Der Prozess vor dem Landgericht wird fortgesetzt.
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Der Prozess vor dem Landgericht wird fortgesetzt.

Vier Remscheider verwüsteten Kitas, Schulen und Betriebe.

Von Dirk Lotze

Remscheid. In einem Prozess um eine Einbruchserie in Remscheid und Wermelskirchen hat das Landgericht Wuppertal Fotos von enormen Vandalismus-Schäden vorliegen. Die Richterinnen und Richter sichteten Aufnahmen und hörten Zeugenaussagen an. In dem Verfahren geht es um Taten in Schulen, Kindertagesstätten und Betrieben, angeklagt sind vier Männer aus Remscheid im Alter von 22 bis 27 Jahren.

Der Geschäftsführer eines Hotels in Alt-Remscheid berichtete: Allein die Schäden an historischen Türen im Haus habe mehr als 10.000 Euro Reparaturkosten verursacht: „Wir hatten Glück, dass wir einen Schreiner gefunden haben, der sich mit den alten Holzteilen auskennt.“

Im Prozess haben die Männer überwiegend gestanden: Sie bestätigten Taten ab Januar 2021, teils mehrere vom selben Tag. Beute seien Computer, Elektrogeräte und Fotoapparate gewesen. An einigen Tatorten seien Geld und Briefmarken dazu gekommen. In Wermelskirchen sollen die Männer einen Schul-Tresor von mehr als 100 Kilogramm mitgenommen haben, um ihn später zu öffnen. Wertsachen hätten sie anfangs über Leihhäuser verkauft, die Elektronik-Geräte teils auch selbst verwendet.

Ein Sicherheitsvideo mit Ton von einem Tatort zeigt Gestalten mit übergezogenen Kapuzen, die systematisch alle Schränke und Ablagen durchsuchen. Eine Männerstimme ruft eine Anweisung, darauf verlassen alle das Gebäude. Die Polizei fasste die Gruppe im Sommer 2021 nach Observationen und Telefonmitschnitten. Die Männer sollen sich teils über einen Freundeskreis kennen, teils über Kollegen von der Arbeit.

Ein Schul-Hausmeister aus Lennep berichtete im Landgericht, am Tattag hätten ihn die Einsatzkräfte geweckt und in das Schulgebäude gerufen: „Es war alles verwüstet. Überall waren die Feuerlöscher entleert worden, das Löschpulver war in den Räumen verteilt. Jemand hat mir noch gesagt: Erschrecken Sie sich nicht; es hat nicht gebrannt, es war ein Einbruch.“ Mit einem weiteren Angestellten der Stadtverwaltung habe er anschließend zerstörte Fenster mit großen Holzplatten gesichert.

Abweichungen gibt es bislang über einen Einbruch vom Anfang des Tatzeitraums, bei dem drei der Angeklagten beteiligt gewesen sein sollen. Laut Gericht haben sie bei der Polizei gestanden. Im Prozess hingegen heißt es mal, es sei nur ein Teil dabei gewesen, mal, jemand habe nur Wache gestanden.

Das Gericht will zu diesem Anklagepunkt weitere Beweise in das Verfahren einführen. Die Verhandlung wird Freitag fortgesetzt.

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