Bühne

Ein Weihnachtsklassiker mal ganz anders

Cedric auf dem Weg zu seinem Großvater: In Haases Papiertheater kann man den „Kleinen Lord“ mal ganz anders erleben. Foto: Michael Schüzu
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Cedric auf dem Weg zu seinem Großvater: In Haases Papiertheater kann man den „Kleinen Lord“ mal ganz anders erleben.

Premiere für den „Kleinen Lord“ in Haases Papiertheater.

Von Michelle Jünger

Die mehr als 40 Jahre alte Verfilmung mit Sir Alec Guinness ist längst ein Weihnachtsklassiker. Aber in Remscheid kann man die Geschichte von Cedric Errol, der seinen grummeligen Großvater charmant um den Finger wickelt, auch ganz anders erleben. In Haases Papiertheater feierte nun das Stück „Der kleine Lord“ seine Premiere.

Knapp 35 Minuten ist die Vorstellung lang, die Martin Haase nach Vorlage des Romans selbst geschrieben hat. In dem kleinen Vorstellungsraum haben sonst 14 Personen Platz, coronabedingt sind es derzeit einige weniger. Unter der Einhaltung der 2G-Regel können sie aber das Schauspiel in den kleinen, historischen Papierkulissen mitverfolgen und sind hellauf begeistert.

Mit viel Liebe zum Detail hat das Ehepaar Haase die Kulissen aus ihrem historischen Fundus ausgesucht und zum Teil auch passend erweitert. Alles in Eigenarbeit. „Die meisten Schaubilder hier sind historisch, die haben wir uns zusammengestellt, wie es passte, zum Beispiel den Krämerladen“, erklärt Sieglinde Haase.

Die Szene in der Kutsche auf dem Weg nach Dorincourt hat aber Martin Haase selbst gestaltet, auch die Mechanik dafür hat er selbst entwickelt. Dafür hat er passende Hintergrundbilder und Figuren aus Gemälden ausgewählt, damit sie zu den historischen Stücken passen. Die Vertonung des Stückes hat dieses Mal unter anderem die Nachbarschaft übernommen, aber auch die Familie der Haases, unter anderem der älteste Sohn und auch ihr Großneffe, der Cedric spricht.

Nicht nur das Theater selbst wartet mit Neuheiten auf, die während der Coronazeit entstanden sind. Auch das angeschlossene Museum hat sich beträchtlich erweitert. Angefangen haben die Haases erst 2017, doch mittlerweile haben sie eine große Sammlung an Papier- und auch Marionettentheatern zusammengetragen. Manches davon waren Schnäppchen. „Irgendwie musste man sich in der Zeit ja beschäftigen und es sind wirklich viele Stücke dazu gekommen“, sagt Martin Haase. Der eine hat ausgeräumt und die Papiertheater verkauft, der andere eben gesucht und eingekauft.

In dem zweiten Ausstellungsraum stehen jetzt vor allem Stücke aus den 1920ern und 1930ern, das älteste wird laut Experten auf 1900 geschätzt. Viele der Stücke haben einen tschechischen Ursprung, was teils an den Figuren und Bildern erkennbar ist. Bei Haases geht es also munter weiter, auch wenn bis zur neuen Spielzeit im Januar nur noch privat gespielt wird. Dafür wartet im kommenden Jahr eine weitere Premiere, ein Märchen für Erwachsene wird mit ins Programm genommen: „Die kleine Meerjungfrau“.

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