Mein Leben als Papa

Ein Tag am See mit Poesie und einem peinlichen Papa

Fast so schön wie in der Karibik: Michel, Hannes und ich mal nicht im Wasser oder auf dem Klo.
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Fast so schön wie in der Karibik: Michel, Hannes und ich mal nicht im Wasser oder auf dem Klo.
  • Gunnar Freudenberg
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RGA-Redakteur Gunnar Freudenberg erzählt vom Leben mit seinen Söhnen Hannes (6) und Michel (3).

Es dauert am Wochenende manchmal, bis sich der Familienrat zu einer Entscheidung durchgerungen hat. Steht unser Ausflugsziel endlich fest, kann es den Jungs gar nicht schnell genug gehen. Ich nehme mich da selbst gar nicht aus.

Wie aufgeregte Hundewelpen streunen wir im Flur umher, während meine Frau kühlen Kopf behält und alles zusammenpackt, was für unseren geplanten Spaziergang an der Glörtalsperre vielleicht noch nützlich werden könnte. Das dauert seine Zeit und wird eher missmutig zur Kenntnis genommen. „Mama braucht immer am längsten“, beschwert sich Michel, der endlich losfahren möchte. Und ich befeuere den Unmut beim Blick auf den prall gefüllten Rucksack auch noch: „Willst du zwei Wochen lang in die Karibik verreisen?

Ganz so weit ist unser Ziel zum Glück nicht entfernt. Aber fast so schön wie in der Karibik ist es hier. Als sie die Talsperre nach längerer Fahrt erblicken, zieht es Hannes und Michel sofort ans Ufer. „Können wir ins Wasser?“, fragen sie aus einem Mund. „Habt ihr denn eure Badehosen dabei?“, fragt ihre Mama rhetorisch zurück und hat sie dabei fast schon aus dem Rucksack gezogen. An Schwimmschuhe und Handtücher hat sie selbstverständlich auch gedacht. Hannes’ und Michels Dank ist ihr gewiss. Erwartungsvoll schauen die Jungs nun mich an: „Kommst du auch ins Wasser, Papa?“

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An meine Badehose habe ich natürlich nicht gedacht. Meine Frau lacht. „Geh doch mit Unterhose rein!“ Ich fürchte, mir bleibt wohl nicht anderes übrig, wenn ich die Jungs nicht enttäuschen will. Zum Glück herrscht an der Badestelle nicht viel Betrieb. Und zum Glück hat das Wasser Badewannentemperatur, so dass ich mit meinem unvorteilhaften Schlüpper schnell untertauchen kann und sich nur der Rest der Familie über mich beömmelt. Nach einer Ewigkeit in der Glörtalbadewanne verputzen Hannes und Michel nun zufrieden die Reste der Pizza, die auch noch in den Rucksack gepasst haben. Meine Pizza habe ich mittags aufgegessen und stelle nun fest, dass sie offenbar mit zu viel Knoblauch belegt war. Oder anders: Ich muss dringend zur Toilette und nehme überstürzt Reißaus. Ein Restaurant in der Nähe rettet mich und erspart mir eine weitere Peinlichkeit.

Als ich erleichtert zurückkehre, sind Hannes und Michel in Aufbruchstimmung. Sie wollen aber nicht nach Hause, sondern doch noch den Rundweg um die Talsperre in Angriff nehmen. Okay, es ist zwar schon spät, aber manchmal muss man schöne Zeit auch einfach auskosten. „Das sieht so toll aus, wie die Sonne auf den kleinen Wellen glitzert“, beweist Hannes seine poetische Ader. Auch Michel nimmt die Umgebung wahr. Als wir an einem Biergarten vorbeikommen, fragt er mich lautstark: „Ist das das Restaurant, in dem du gerade ka. . . warst?“

Ja, es dauert zwar manchmal lange, bis wir uns für einen Ausflug entschieden haben. Aber hinterher gibt es immer etwas zu erzählen.

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