Ein kurvenreiches Bergauf und Bergab

Zunächst hinderten technische Fragen und die immensen Kosten die Realisierung einer unmittelbaren Bahnverbindung zwischen Solingen und Remscheid über eine Brücke. Foto: ST-Archiv
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Zunächst hinderten technische Fragen und die immensen Kosten die Realisierung einer unmittelbaren Bahnverbindung zwischen Solingen und Remscheid über eine Brücke.

So lief der Güterverkehr vor Eröffnung der Müngstener Brücke

Von Klaus Hinger

Bevor es die Müngstener Brücke gab, wurde für Transporte zwischen Remscheid und Solingen die 1845 bis 1848 erbaute Chaussee – die heutige B 229 – genutzt. Vorher standen nur alte unbefestigte Fahrwege zur Verfügung. Wenn man bedenkt, wie stark die Industrien beider Städte miteinander verwachsen sind und waren, wird einem klar, wie schwierig der Austausch von Solinger Stahl- und Schneidwaren gegen Remscheider Werkzeuge und Küchengeräte gewesen sein muss, zumal beide Stadtzentren, an der Luftlinie gemessen, nur rund 8 Kilometer auseinander lagen.

Auch eine Bahnverbindung gab es seit dem ersten September 1868. Doch die Entfernung zwischen Remscheid und Solingen betrug rund 44 Kilometer und führte mit einem Umweg über Elberfeld. Der Remscheider Hauptbahnhof ist einer von wenigen deutschen Hauptbahnhöfen, der an kein Fernverkehrsnetz angeschlossen ist. So blieb die Straße nach Solingen noch lange der Hauptverbindungsweg – ein kurvenreiches Bergauf und Bergab auf dem inzwischen historischen Weg aus der Postkutschenzeit.

1868 erhielt Remscheid seinen Bahnanschluss von der Bergisch-Märkischen-Eisenbahngesellschaft. Der erste Abschnitt führte von Oberbarmen nach Lennep mit einer Zweigstrecke nach Remscheid, die am ersten September 1883 nach Hasten verlängert wurde. Fünf Jahre später kam eine Verbindung nach Bliedinghausen hinzu, die dem Güterverkehr diente.

Zunächst hinderten technische Fragen und die immensen Kosten die Realisierung einer unmittelbaren Bahnverbindung zwischen Solingen und Remscheid über eine Brücke. Die Städte werden durch die Wupper getrennt. Zudem liegt der Remscheider Bahnhof rund 100 Meter höher als der Solinger Bahnhof Schaberg. Hinzu kommt, dass auf Solinger Seite noch ein weiteres Tal – Windfeln – zu überbrücken war. Diese Brücke wurde 1893 erbaut.

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