Ein Kletter-Athlet mit heilender Wirkung

Efeu klettert gern an Bäumen hoch. Foto: Stefanie Barzen
+
Efeu klettert gern an Bäumen hoch.

Efeu wird oft zu Hustensaft verarbeitet

Biologin Stefanie Barzen von der Natur-Schule Grund stellt in unserer RGA-Serie heute ein Gewächs vor, um das sich viele Mythen ranken: Efeu. Der immergrüne Kletterstrauch mit den ledrigen Blättern gehört in die Familie der Araliengewächse. Der wissenschaftliche Name, Hedera helix, bezieht sich auf den griechischen Wortteil „hedra“, was „sitzen“ bedeutet, da Efeu sehr fest mit dem Untergrund verwurzelt, und den lateinischen Wortteil „helix“, was sich in etwa mit „gewunden“ übersetzen lässt.

Efeu ist der einzige in Mitteleuropa heimische Wurzelkletterer. Sein Lebensraum sind Misch- und Auwälder, Felsen, Mauern, Wände und alles, was etwas Haftgrund bietet und lange genug stillhält. Efeu kann aus dem Spross sogenannte Adventivwurzeln bilden, die als Haftwurzeln eine Länge von 20 Metern erreichen können und bei Kontakt mit dem Erdboden zu Nährwurzeln umgebildet werden. Der Spross kann über zehn Zentimeter Durchmesser erlangen.

Efeu bildet Sonnen- und Schattenblätter aus. Die Pflanze blüht von September bis November und bietet zudem reichlich Nektar. Besucher sind Fliegen, Wespen und Bienen. Die Efeu-Seidenbiene ernährt ihre Brut zum Beispiel nur mit „Efeupollen“. Die schwarzblauen Beeren reifen erst im Spätwinter und Frühjahr. Sie werden gerne geerntet von Amsel, Star, Rotkehlchen oder Zugvögeln.

Für Menschen ist Efeu giftig, der Verzehr der Blätter führt zu Durchfall, Erbrechen, Krämpfen, erhöhtem Puls, Kopfschmerzen. Kontakt mit dem Pflanzensaft kann zu Hautreizungen führen. Die in der Pflanze enthaltenen Saponine reizen den Magen, verflüssigen aber auch Hustenschleim. Efeu gilt aber auch als Heilmittel gegen Krampf- und Reizhusten, Keuchhusten, Erkrankungen der Bronchien, Gicht, Rheuma, Geschwüren und Ekzemen.

Efeu gebraucht andere Pflanzen als Kletterhilfe. Er erdrosselt sie nicht und entzieht ihnen keine Nährstoffe, klärt die Biologin auf. Wächst die Pflanze hoch und dicht genug, kann dies jedoch zu Lichtkonkurrenz führen. Eventuell könne ein zu schwer bewachsener Ast abbrechen – aber erst nach Jahren. Also Efeu bitte wachsen lassen und nicht abschneiden, um einem Baum zu „helfen“, der gar keine Hilfe braucht!

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Neueröffnungen setzen im Lüttringhauser Zentrum neue Impulse
Neueröffnungen setzen im Lüttringhauser Zentrum neue Impulse
Neueröffnungen setzen im Lüttringhauser Zentrum neue Impulse
Einbrüche in Remscheid: Die Polizei sucht Zeugen
Einbrüche in Remscheid: Die Polizei sucht Zeugen
Einbrüche in Remscheid: Die Polizei sucht Zeugen
Schockanruf: 87-Jährige übergibt 40.000 Euro
Schockanruf: 87-Jährige übergibt 40.000 Euro
Schockanruf: 87-Jährige übergibt 40.000 Euro
Betriebsgebäude verschwindet vom Busbahnhof
Betriebsgebäude verschwindet vom Busbahnhof
Betriebsgebäude verschwindet vom Busbahnhof

Kommentare